Quartiersmanagement als Hilfe zur Selbsthilfe

Hans Joachim Hamerla, Bürgermeister Erhard Pierlings und Anna Lerch (von links) - Fotos: Schlicht

MEINERZHAGEN - Das Quartiersmanagement mit der Einrichtung eines Quartiersbüros war das zentrale Thema und ein Baustein der Regionale 2013 „Oben an der Volme“, das in der Informationsveranstaltung am Montag in der Stadthalle behandelt wurde.

Von Bärbel Schlicht

Eingeladen dazu waren die Immobilienbesitzer und Geschäftsleute der Innenstadt.

Bürgermeister Erhard Pierlings bedauerte bei seiner Begrüßung, dass nicht mehr der 190 eingeladenen Eigentümer von Immobilien und 70 Betreiber von Einzelhandelsgeschäften zu dieser wichtigen Veranstaltung gekommen waren. Hans Joachim Hamerla, Architekt und Städteplaner vom Düsseldorfer Büro ASS, stellte in einer umfangreichen und aussagekräftigen Präsentation die Entwicklungsperspektiven und das Konzept vor, das die Möglichkeit aufzeigt, die Innenstadt Meinerzhagens, mit der Fußgängerzone, der Hauptstraße und der Altstadt zu einem starken Zentrum zu machen.

Das Quartiersmanagment umfasst die interaktiven Prozesse zu Planungskonzepten und die gemeinsame Planung von Veranstaltungen und Aktionen. Besonders erörtert werden sollen die Maßnahmen zur Aufwertung und Vitalisierung des Zentrums und eine Innenstadt verträgliche Verkehrsführung. Das Ziel sei die Einrichtung eines Forums Innenstadt. Dazu gehört auch ein Leerstandsmanagement, das die leerstehenden und „untergenutzen“ Ladenlokale erfasst, die dann in einer Datenbank laufend aktualisiert werden. Zudem ist neben der Einrichtung eines Verfügungsfonds zur Städtebauförderung auch ein Fassadenprogramm für stadtbildprägende, insbesondere historisch wertvolle Gebäude vorgesehen. Dadurch wird die Renovierung und Restaurierung von Fassaden, der Rückbau von Fassenverkleidungen, die Erneuerung von Dachdeckungen und Dachgauben sowie die Entsiegelung befestigter Flächen finanziert.

Als erstes steht ab August die Anmietung eines Quartiersbüros in der Innenstadt auf dem Programm. Das Büro, das an mindestens drei halben Tagen mit Petra Gothe, Jürgen Tischbierek und Friedrich Rothaar aus der Stadtverwaltung, Bernd-Martin Leonidas, Stadtmarketing, und Anna Lerch, Projektleiterin für Meinerzhagen vom Büro ASS, besetzt sein wird, soll zunächst für die Dauer von zwei Jahren eingerichtet werden. Mittel dazu seien ebenfalls bereits bewilligt, so Hamerla. Es soll für alle Bürger eine Anlaufstelle für Diskussionen über die vorliegenden Konzepte und die gemeinsame Weiterentwicklung von Konzepten sein, sowie vor allem über die Finanzierungsmöglichkeiten rund um das umfangreiche Programm.

„In kleinen Gruppen sollen Schritt für Schritt Perspektiven für die Vitalisierung des Zentrums erarbeitet werden. Wir sind überzeugt, dass wir etwas erbringen können“, sagte Hans-Joachim Hamerla. Alle Aktionen seien Hilfe zur Selbsthilfe und sollten Rahmenbedingungen schaffen, damit sich die Innenstadt von Meinerzhagen selber tragen könne. „Nach spätestens drei Jahren sehen wir genau, welche Effekte zu erzielen sind“, sagte der Städteplaner.

Hamerla betonte, dass es keine Fördermaßnahmen gäbe, wenn die Betroffenen nicht mitmachten. Ausführlich ging Hamerla auf die Situation an der Derschlager Straße ein, für die es eine andere Qualität geben müsse. „Die Derschlager Straße kann nur durch eine mittelfristige Umstrukturierung funktionieren“. Alle diese wichtigen Information werden noch zu vielen weiteren Gesprächsrunden führen, sagte Erhard Pierlings. „Es kommt auf ihr Interesse an, denn das alles kann nur gelingen, wenn wir auf sie setzen und zählen können“.

Nach der rund zweistündigen Informationsveranstaltung schloss sich eine rege Diskussion an.

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