Nach Qualitätsanalyse

Prüfer vergeben Bestnoten an Meinerzhagener Gymnasium

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Freuen sich über ein gutes Ergebnis: Oberstufenkoordinator Frank Fernholz (links) und Schulleiter Sven Dombrowski.

Meinerzhagen - Gäste im Haus sind am Evangelischen Gymnasium (EGM) nichts Ungewöhnliches. Doch jene, die Anfang Dezember 2019 am Bamberg begrüßt wurden, sorgten bei manch einer Lehrkraft vielleicht doch für ein wenig Nervosität.

Drei Prüfer hatten sich angekündigt, um die Schule auf Herz und Nieren zu überprüfen. Diese „Qualitätsanalyse“ ist für öffentliche Schulen verpflichtend – das EGM als Schule in kirchlicher Trägerschaft hat sich dieser Prüfung freiwillig unterzogen. Und: Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Wegen der Corona-Krise konnte der Abschlussbericht erst vor wenigen Wochen der Schulkonferenz präsentiert und jetzt auch veröffentlicht werden. Letzteres ist zwar keine Pflicht – erst Recht nicht für eine Schule, die sich an diesem „Schul-Tüv“ gar nicht hätte beteiligen müssen. Doch Schulleiter Sven Dombrowski tat es dennoch.

Aus gutem Grund: Das, was die Inspekteure Ende vergangenen Jahres in Meinerzhagen sahen, gefiel ihnen offenbar. Zahlreiche Kriterien, so heißt es in dem Abschlussbericht, wurden demnach „beispielhaft erfüllt“, viele weitere entsprachen den Erwartungen.

Unterteilt wurde die Qualitätsprüfung in sieben Hauptbereiche, aus denen unter anderem folgende Ergebnisse hervorgingen:

Ergebnisse der Schule 

Hier schnitt das EGM insbesondere auch in jenen Bereichen sehr gut ab, deren Prüfung sich die Eltern besonders wünschten beziehungsweise auf die sie besonderen Wert legten. So resümieren die Prüfer, dass die Schule die Bereitschaft der Schüler zur aktiven Teilnahme am gesellschaftlichen Leben in besonderer Weise fördere. Auch eine durchweg hohe Zufriedenheit von Eltern, Schülern, Lehrern und sonstigen Angestellten wurde festgestellt.

Lehren und Lernen

Auch in diesem Bereich schnitt das EGM fast durchweg positiv ab – sei es bei der Umsetzung von Lehr- und Lernangeboten, bei der Leistungsbewertung oder bei der systematischen Förderung von leistungsschwächeren wie -stärkeren Schülern. Einzig eine für die Prüfer nicht ausreichende Verankerung eines Curriculums für fächerverbindendes Lernen ist offenbar ausbaufähig. „Für uns“, sagt Schulleiter Sven Dombrowski, „zählt am Ende aber das Resultat und da haben wir einfach kein Augenmerk auf dieses Thema gelegt, weil wir uns voll auf die Umstellung von G8 auf G9 konzentriert haben.“

Hier sei das Meinerzhagener Modell mehrfach von den Prüfern besonders hervorgehoben worden. Die Ergebnisse aus den Unterrichtseinheiten – insgesamt 51 besuchten die Inspekteure – wurden indes nicht veröffentlicht, spiegelten nach Aussage von Sven Dombrowski aber das gute Gesamtbild wider und erfüllten die Erwartungen, die die Lehrkräfte an sich selbst gestellt hatten.

Schulkultur

Ausnahmslos positiv bewerteten die Prüfer den Lebensraum Schule als auch das soziale Klima am EGM sowie dessen Ausstattung. Auch die Partizipation von Schülern und Eltern am Schulentwicklungsprozess wird gelobt sowie die vielen Kooperationen mit (Wirtschafts-)Partnern in der Region. Unter anderem arbeitet die Schule bekanntlich eng mit der Otto Fuchs KG sowie mit dem benachbarten Unternehmen Busch und Müller zusammen.

Führung und Schulmanagement 

Die Prüfer loben, dass Unterrichtsausfall aufgrund eines schlüssigen Konzepts weitestgehend vermieden wird, vermissen allerdings ein gemeinsames Konzept für die Inhalte des Vertretungsunterrichts – wenngleich ebenfalls betont wird, dass Inhalte für diesen Unterricht durchaus im Kollegium kommuniziert würden.

Professionalität der Lehrkräfte

In diesem Bereich wurden lediglich drei Punkte geprüft. Sowohl die Verwirklichung eines Fortbildungskonzepts als auch der Informationsfluss wurden als beispielhaft gelobt. Positiv wurde auch bewertet, dass Ergebnisse von Fortbildungen gemeinsam genutzt würden.

Ziele und Strategien der Qualitätsentwicklung

Vier von fünf überprüften Kriterien – Entwicklungsziele mit Verantwortlichkeit, Stärken-Schwächen-Analyse, Unterrichtsentwicklung und Jahresplanung – wurden positive bewertet. Lediglich die Nutzung von Leistungstests wie der Lernstandserhebung und VERA könnten offenbar stärker für die Weiterentwicklung genutzt werden. „Was zählt, ist das Zentral-Abi“, betont Schulleiter Sven Dombrowski. „Wir ziehen durchaus Schlüsse aus Ergebnissen etwa aus den Lernstandserhebungen, schauen dort aber eher auf Ergebnisse der Klassen und reagieren dann mit gesonderten Fördermaßnahmen.“

Evangelisch-diakonisches Profil 

Ein Punkt, der nur in Schulen unter landeskirchlicher Trägerschaft geprüft wird. „Dieser Bereich ist uns besonders wichtig und deshalb freuen wir uns, hier durchweg gut abgeschnitten zu haben“, betont Dombrowski. So würden die Kriterien unter dem Aspekt „Wertschätzung des einzelnen Menschen als Geschöpf Gottes – gelebte Diakonie“ am EGM „in beispielgebender und guter Qualität erfüllt“, wie es im Abschlussbericht heißt. Der interreligiöse Austausch würde ebenso gefördert wie die Verbindung von Wissen und Glauben.

Fazit 

Was kann das EGM aus der Analyse also mitnehmen? „Wir sind zunächst stolz auf das Ergebnis, fühlen uns aber auch in der Arbeit bestätigt, die wir hier machen“, sagt Sven Dombrowski. Das Kollegium sei innovativ und gehe auch den zukunftsweisenden Weg – etwa in Form des Meinerzhagener Modells – mit. Einige „Impulse“, die der Schule von den Prüfern am Ende des Berichts mit auf den Weg gegeben wurden, werden indes sicher weiter auf der Agenda stehen. Allerdings sieht Dombrowski seine Schule etwa in Sachen Binnendifferenzierung oder Vertretungsstunden bereits jetzt gut aufgestellt. Und am Ende, so räumt er ein, sei die Qualitätsanalyse gefühlt schon wieder „weit weg“: Schließlich hat die Corona-Krise die gesamte Bildungslandschaft seither fest im Griff.

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