Bankräuber müssen viele Jahre hinter Gitter

Vor dem Siegener Landgericht wurden die Bankräuber zu hohen Haftstrafen verurteilt. - Foto: Steffen

Meinerzhagen/Siegen -  Alle waren sich einig, dass nur extrem hohe Freiheitsstrafen in Frage kommen“, betonte Richter Wolfgang Münker bei der Urteilsverkündung im Fall dreier Bankräuber, die sich in den vergangenen Wochen wegen insgesamt fünf Raubüberfallen vor der 1. großen Strafkammer des Siegener Landgerichts verantworten mussten.

Im Zeitraum von August bis Oktober 2012 hatte das Trio vier Sparkassen, so auch in Meinerzhagen-Valbert und in Finnentrop sowie eine Tankstelle in Bergisch Gladbach ausgeraubt. Insgesamt erbeuteten Maximilan H., Stefan R., und Rene B. dabei die Summe von rund 74 000 Euro. Zusätzlich eingebunden werden mussten allerdings zunächst in den Siegener Richterspruch zwei weitere Urteile der Landgerichte in Köln und Limburg. So sei R. bereits Anfang des Jahres für einen Überfall am 14. September 2012 auf ein Kölner Friseurgeschäft zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Unter Einbeziehung dieser Bestrafung wurde er einige Wochen später für einen gemeinsamen Raubüberfall auf eine Bankfiliale in Hessen gemeinsam mit Rene B. und Maximilan H. zu insgesamt vier Jahren und neun Monaten verurteilt.

Bei allen drei Männern, die bereits seit ihrer frühesten Jugend Drogen konsumieren, könne davon ausgegangen werden, dass sie aus ihren bisherigen Bestrafungen nichts gelernt hätten, erklärte Richter Münker. Allein der 34-jährige R. weise bereits 18 Eintragungen im Bundeszentralregister vor – zusammengerechnet habe der gebürtige Oberhausener bereits zehn Jahre und fünf Monate seines gesamten Lebens in Haft verbracht.

In seinen Ausführungen wies Richter Wolfgang Münker vor allem auf die psychischen Schäden der jeweils betroffenen Bankangestellten hin, von denen die in Valbert eingesetzte Sparkassen-Mitarbeiterin durch den Meinerzhagener Rechtsanwalt Jan Nesselrath als Nebenklägerin vertreten wurde. Einige von ihnen würden nach eigenen Angaben bis heute beispielsweise unter Schlafstörungen leiden, hieß es. „Aus den Zeugenbefragungen ging deutlich hervor, dass die Betroffenen während der Überfälle Todesängste ausstehen mussten. Einige von ihnen werden bis heute medikamentös behandelt“, erläuterte Münker die „Spätfolgen“.

Im Rahmen eines psychologischen Gutachtens hatte Fachärztin Dr. Silke Kielisch verdeutlicht, dass bei Stefan R. nur von einer eingeschränkten Schuldfähigkeit auszugehen sei. Von Maximilian H., den er während seines Strafvollzugs in der Justizvollzugsanstalt Attendorn kennenlernte, tief beeindruckt, habe er dann auch mal bei „den großen Jungs“ mitmachen wollen. Die Straftaten stünden außerdem in direktem Zusammenhang mit seiner Betäubungsmittelsucht. Die Gutachten von H. sowie Rene B. ergaben hingegen eine volle Schuldfähigkeit.

Im Einzelnen kommt auf den 25-jährigen Rene B. nun eine Freiheitsstrafe von acht Jahren und sechs Monaten zu. Stefan R. muss für insgesamt sieben Jahre und sechs Monate ins Gefängnis – bereits seit einem halben Jahr befindet er sich allerdings in einer Entzugstherapie. Die höchste Strafe erhielt der Jüngste im Bunde: Maximilan H. erhielt eine Freiheitsstrafe von zehn Jahren. Strafmildernd berücksichtigt wurde bei seinem Urteil eine noch ausstehende Strafe in Höhe von zwei Jahren und sechs Monaten. - sz

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare