Diebstahl und eine verbotene Fahrt

Meinerzhagen - Am 24. Januar dieses Jahres saß ein 61-Jähriger vor dem Richter des Amtsgerichts Meinerzhagen. Der Mann hatte eine Schachtel Zigaretten gestohlen. Der Richter beließ es bei einer Geldstrafe von 300 Euro unter Vorbehalt. Das bedeutet: Der Angeklagte hätte nur im Falle erneuter Straffälligkeit zahlen müssen.

Und tatsächlich wusste der 61-Jährige diese Chance nicht zu nutzen. Gerade einmal vier Tage nach der Verurteilung begab er sich erneut in einen Supermarkt in Meinerzhagen. Eine Tüte Milch bezahlte er an der Kasse, die Schokolade und den Tabak für insgesamt 21.42 Euro hielt er in seiner Jacke versteckt. Der Alarmgeber am Ausgang ließ den Diebstahl auffliegen. Doch damit nicht genug. Der Angeklagte musste sich am Dienstag auch noch dem Vorwurf des Fahrens ohne Fahrerlaubnis stellen.

Im Sommer vergangenen Jahres hatte der Bulgare auf seine deutsche Fahrerlaubnis verzichtet. „Ich hatte acht Punkte“, begründete der 61-Jährige sein Vorgehen. Allerdings, so sein Einwand, habe das lediglich für sechs Monate gegolten. „Man kann nicht für sechs Monate auf die Fahrerlaubnis verzichten“, klärte ihn der Richter auf. Wer verzichtet, wisse, dass er erst eine neue Fahrerlaubnis beantragen muss, um wieder fahren zu dürfen. Das hatte der Angeklagte nicht getan. Zunächst wirkte seine Aussage so, als habe er das nicht gewusst.

Dann verriet er sich allerdings, indem er erklärte, die für die Neubeantragung benötigten Papiere schon gesammelt zu haben. Jedenfalls verfügte der Mann seit Sommer 2016 über keine (in Deutschland gültige) Fahrerlaubnis. Trotzdem war er am 12. Juni dieses Jahres in Meinerzhagen auf der Mozartstraße als Fahrer mit dem Auto unterwegs. Die Fahrt blieb nicht unbemerkt. Bei der Überprüfung des 61-Jährigen legte der seinen bulgarischen, hierzulande nicht zulässigen Führerschein vor. Damit hatte er den Straftatbestand des Fahrens ohne Fahrerlaubnis erfüllt. Das gab der Angeklagte am Dienstag letztlich auch zu.

Neben der bereits erwähnten Diebstahlstat brachte der Mann noch eine Vorstrafe wegen Unfallflucht mit. Das Urteil lautete schließlich: 750 Euro Geldstrafe. Zudem muss der Meinerzhagener damit rechnen, dass die 300 Euro aus der Strafe unter Vorbehalt noch oben drauf kommen.

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