Prozess: Betrunkener beleidigt Polizisten am Bahnhof Meinerzhagen

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Ein 49-Jähriger musste sich vor dem Meinerzhagener Amtsgericht verantworten.

Meinerzhagen - Ein offenbar hilfloser Mann im Zug nach Meinerzhagen brachte die Polizei auf den Plan. Die Beamten erwarteten ihren Schützling am Bahnhof und erlebten eine Überraschung. Er wollte keine Hilfe und brachte das mit Beleidigungen deutlich zum Ausdruck. Am Donnerstag hatte das Ganze ein Nachspiel vor dem hiesigen Amtsgericht.

Der Fahrgast lag in der Nacht auf den 20. Dezember des vergangenen Jahres zwischen Sitzplätzen auf dem Boden, blutete, und neben ihm befand sich eine leere Whiskeyflasche. Die Bahnpolizei verständigte daraufhin die Kollegen in Meinerzhagen.

Beamte aus der Wache an der Oststraße begaben sich schließlich zum Bahnsteig, um den Mann in Empfang zu nehmen. Der ließ sich zunächst jedoch gar nicht wecken, setzte sich irgendwann auf und dachte gar nicht daran, sich von den Helfern nach draußen zu einem Rettungswagen führen zu lassen. Die Polizistin bedachte er mit wüsten Beschimpfungen und ihrem Kollegen bot er eher wirr an: „Ich kann Dir einen auf die Fresse hauen. Dann weißt Du, was ein Hinterkopf ist.“ Nur mit Mühe gelang es den Gesetzeshütern, den renitenten „Notfall“ aus dem Zug zu bringen.

Komplett ernüchtert saß der 49-Jährige aus Bergisch Gladbach am Donnerstag auf der Anklagebank. Der Mann mit bewegter Vergangenheit wollte die verbalen Tiefschläge gegen die Beamten nicht abstreiten, im Detail erinnern konnte er sich allerdings auch nicht. Der Blackout ging so weit, dass er nicht einmal wusste, dass er zunächst im Krankenhaus landete. Dennoch war ihm sehr wohl bewusst, dass er sich entschuldigen sollte. Und das tat er dann auch.

Wenig später wurde sein hiesiges Verfahren mit Blick auf eine gerade erfolgte Verurteilung zu elf Monaten Haft ohne Bewährung eingestellt. Sollte das Urteil allerdings nicht rechtskräftig werden, kann der Meinerzhagener Fall wieder aufgenommen werden.

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