Wegekonzept

80 Prozent aller Wege sind sanierungsbedürftig

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Eines von vielen Beispielen: Der Weg von Hohlbecke nach Hardenberg macht es deutlich – die Natur erobert sich ihr Territorium zurück.

Meinerzhagen - Was vor allem Bürger in den Außenbereichen kaum wundern dürfte, wurde jetzt auch offiziell bestätigt: Meinerzhagens Wege sind in einem alles anderen als guten Zustand.

Der Ausschuss für Planung, Stadtentwicklung, Verkehr- und Umwelt hat am Montag das Handlungskonzept für 718 Kilometer Wegenetz abgesegnet. Es war praktisch der Schlussakkord, den Axel Sobirey vom Ingenieurbüro Wagu aus Kassel im Ratssaal erklingen ließ. 

Dort erläuterte er ausgiebig das Ländliche Wegekonzept für die Stadt Meinerzhagen. Und: Er bereitete die Politiker auch auf die Kosten vor, welche durch die Sanierung der Wege anfallen werden. Begonnen hatte die Erstellung des Handlungskonzeptes vor fast genau drei Jahren. Zielsetzung: Zunächst alle Wegestrecken auf Meinerzhagener Stadtgebiet zu erfassen und anschließend zu kategorisieren. Eigentumsverhältnisse, baulicher Zustand, Bewertung der Notwendigkeit und Auslastung – all das wurde auf den Prüfstand gestellt. 

Während der Erfassungsaufwand und die Auswertung der Daten durch die Mitarbeiter des Büros erfolgten, diese waren zu Fuß, mit dem Rad und Auto im Stadtgebiet unterwegs, war bei der Ergebnisbewertung eine Projektgruppe eingebunden. In ihr waren Mitglieder aus den Bereichen Land- und Forstwirtschaft, Tourismus, Wirtschaft, Politik und den betroffenen Fachbereichen der Verwaltung vertreten. Einerseits sollte jedes einzelne Grund- und Flurstück unter Berücksichtigung der privaten oder land- und forstwirtschaftlichen Nutzung gesichert und angemessen erschlossen werden, anderseits aber Doppelerschließungen weitestgehend vermieden werden.

Auch die Auswirkung darauf, dass vorrangig das gut ausgebaute Straßennetz genutzt und ein bedarfsgerechtes, aber auch ein finanzierbares Wirtschaftswegenetz abgebildet wird, sollte mit einfließen. Nach vier Zusammenkünften stand letztendlich das aktuelle Soll-Konzept, welches in zwei Ortsteilkonferenzen in Valbert und in Meinerzhagen (Kernstadt) vorgestellt wurde.

Insgesamt gingen im Anschluss 15 Stellungnahmen von sieben Bürgern ein. Fünf Anregungen seien berücksichtigt und in das Wegenetzkonzept eingearbeitet worden, so heißt es vom zuständigen Büro. Weitere sieben sollen bei zukünftigen Maßnahmen miteinbezogen werden. Im Mittelpunkt der Analyse stand dabei folgende Zahl: Nur etwa 20 Prozent der insgesamt 718 Kilometer langen Wege sind tatsächlich „in Ordnung“. 

Dabei befinden sich die zu sanierenden Wege größtenteils im Besitz der Stadt, gefolgt von „Dritten“ (Privatpersonen, Landesbetrieb Forst etc.), dem Land NRW und mit einem Minianteil von 1,4 Kilometern – meist aufgrund der Nähe zur Bundesautobahn –, dem Bund. Geschätzter Sanierungsaufwand für alle: Rund 24 Millionen Euro, für die Stadt sind etwa 14 Millionen Euro zu schultern. 

Als eine Art Leitfaden für die Verwaltung und die Gremien soll das Konzept nun zukünftig helfen, Entscheidungen über Veränderungen und die damit in Zusammenhang stehenden Investitionen zu treffen. Doch für Erleichterung sorgte auch ein weiterer Lichtblick: die Möglichkeit einer Förderung. Das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz habe die Förderung des Wirtschaftswegebaus in Aussicht gestellt. 

Hierunter werden entsprechend der Förderrichtlinie Wege der Kategorien B oder C verstanden. „Grundsätzlich wird eine Förderung von 60 Prozent der förderfähigen Kosten angestrebt“, heißt es vonseiten des Büros Wagu. Da die Stadt Meinerzhagen im Zuge des Leader-Programmes das Ziel „Verbesserung des ländlichen Wegenetzes“ verfolgt, erhöhe sich der Fördersatz aber auf insgesamt 70 Prozent der förderfähigen Kosten

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