Bewegende Begegnung

Schüler bekommen Einblick in Schicksale

Die Begegnung im Evangelischen Gymnasium Meinerzhagen war für alle Beteiligten äußerst spannend und tief bewegend.
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Die Begegnung im Evangelischen Gymnasium Meinerzhagen war für alle Beteiligten äußerst spannend und tief bewegend.

Im Vorfeld der Verlegung der letzten neun Gedenksteine in Meinerzhagen gab es bereits zum Ende der vergangenen Woche wichtige Begegnungen in Meinerzhagen, die sich rund um das jüdische Leben in Meinerzhagen drehten – vor allem Bezug auf die üblen Machenschaften der Nationalsozialisten, die so viel Leid über Europa und insbesondere über Menschen jüdischen Glaubens brachten.

Meinerzhagen – Die Schülerinnen und Schüler des des EGM-Projektkurses „Jüdisches Leben in Meinerzhagen“ hatten die Nachfahren der Familien Stern und Fischbach am Freitagnachmittag im Vorfeld der Verlegung der neun letzten Stolpersteine ins Gymnasium auf dem Bamberg eingeladen. Beide Seiten waren schon vor diesem Treffen sehr gespannt auf die erste persönliche Begegnung. Nach mehr als drei Stunden lebhaften Austauschs mit anschließendem Imbiss in der Mensa, den die Schülerinnen und Schüler selber vorbereitet hatten, waren sich alle einig: Dieses Treffen hat alle Erwartungen übertroffen und war eine sehr bereichernde Erfahrung.

Zwei Kerzen entzündet

Sheri Stern berichtete den Schülern vom Schicksal ihrer Familie und entzündete beim Sonnenuntergang zwei Kerzen zum Sabbat-Beginn. Sie hat den Schülerinnen und Schülern außerdem Exemplare ihres Buches „Reuniting the Neshamas“ (Wiedervereinigung der Seelen) mitgebracht, in dem sie ihre Erfahrungen in Meinerzhagen schildert: wie die Stolpersteine ihr Leben verändert haben und Versöhnung und echte Freundschaften entstanden. „Dies ist allerdings ein Vorabdruck, da sie nach der Rückkehr in die USA noch ein letztes Kapitel mit den Ereignissen der letzten Woche hier bei uns ergänzen wird“, erklärt Christina Först von der Initiative Stolpersteine.

Schülerin Shadia Leitzbach: „Das Bewegendste für mich persönlich war, als sich fast alle der jüdischen Nachkommen bei uns unter Tränen bedankt hatten. So viel Dankbarkeit und Freude hatten und konnten wir nicht erwarten. Die Geschichten, die sie über das Leben ihrer Vorfahren und wie dieses Schicksal ihr heutiges Leben geprägt und beeinflusst hat, waren sehr rührend und emotional für alle Beteiligten. Durchs Kennenlernen wurden die individuellen Geschichten hinter den Stolpersteinen für mich erstmals richtig Realität und auch erst dann begriff ich komplett, was wir als Kurs zusammen eigentlich geleistet und auf die Beine gestellt hatten. Das Antisemitismus schlecht ist und nichts mehr hier zu suchen hat, hört und lernt man überall. Aber erst wenn man wirklichen Bezug zu den Schicksalen bekommt, hat das Ganze nochmal eine ganz andere und tiefere Bedeutung.“

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