Das „Projekt Windebruch“ geht baden

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Die Badebucht in Windebruch wird nicht vergrößert. Auch wenn das ursprüngliche Vorhaben, hier größere Anschüttungen vorzunehmen, inzwischen aufgegeben wurde, könnte es aber doch eine kleinere Umgestaltung geben – etwa durch den Bau eines Stegs. Denkbar wären auch Holzpontons.

Windebruch - Die Badestelle in Windebruch sollte durch Auffüllungen deutlich vergrößert werden, neue Sanitär- und Umkleidemöglichkeiten sollten ebenfalls entstehen. Dass nichts passierte, hat laut Verwaltung mehrere Gründe – womit das Projekt Windebruch nun im wahrsten Sinne „baden“ geht.

Das Vorhaben klang vielversprechend. Das Ganze sollte im Rahmen des Regionaleprojektes „Naturerlebnis Bigge-Listersee“ umgesetzt werden. Fördergelder wären geflossen, hätte das Projekt bis Mai diesen Jahres realisiert werden können.

270 000 Euro hätte die Herrichtung der Badestelle gekostet. 80 Prozent dieser Summe wären vom Land gefördert worden, für die Stadt Meinerzhagen blieb damit ein Eigenanteil in Höhe von 54 000 Euro. Es gab jedoch eine zwingende Voraussetzung für die Förderzusage: „Bis Mai dieses Jahres hätte in Windebruch alles abgewickelt und abgeschlossen sein müssen. Das hat die Förderstelle so vorgegeben, da in dem Regionalen Wirtschaftsförderungsprogramm auch Mittel der EU enthalten sind, die nicht aufgeschoben werden konnten“, sagt Friedrich Rothaar, Leiter des zuständigen Fachbereichs Technischer Service.

Für das Scheitern des Projektes seien letztlich mehrere Gründe verantwortlich. Zum einen habe noch keine wasserrechtliche Genehmigung der Unteren Wasserbehörde vorgelegen. Ein entscheidender „Knackpunkt“ war der Transport und Einbau der zur Auffüllung erforderlichen Bodenmassen – immerhin 40 000 Kubikmeter oder rund 3300 Lkw-Ladungen. Diese wären nicht förderfähig gewesen und hätten aus den städtischen Mitteln bezahlt werden müssen. Ein weiteres Problem: In der Listertalsperre hätte nur unbelasteter Boden mit besonderer Klassifizierung eingebaut werden dürfen.

Letztlich scheiterte das Projekt auch durch den nicht vorhandenen Radweg (siehe unten). „Eine vergrößerte Badestelle hätte natürlich auch ein größeres Verkehrsaufkommen bedeutet. Mehr Parkplätze wären notwendig gewesen, die ja auch in der Ortslage Heiligenberg vorhanden sind. Ohne den Radweg gibt es jedoch keine sichere Verbindung“, so Rothaar. Eben jener Weg für Fahrradfahrer ist etwa drei Kilometer weiter, unterhalb des Schnütgenhofes, gebaut worden. Dort ist die Aufwertung des dortigen Badeplatzes inzwischen abgeschlossen, an diesem Wochenende wird die Einweihung gefeiert.

Ein ähnliches Projekt in der ursprünglich geplanten Größenordnung ist in Windebruch nach derzeitigem Stand wohl nicht mehr umsetzbar. Gleichwohl ist die Idee, den Badeplatz aufzuwerten, im Meinerzhagener Rathaus noch nicht „gestorben“. Realisiert werden könnte das Ganze in abgespeckter Version. So bestünde etwa die Idee, in Windebruch einen zusätzlichen Steg zu bauen oder den dortigen Badebereich durch Holzpontons attraktiver zu gestalten. Die bestehenden Toiletten-Anlagen könnten saniert werden.

Bei einer Entscheidung, so Rothaar, sei aber zunächst wieder der Rat gefragt – etwa, ob diese kleinere Aufwertung mit den bereits für die Badestelle bewilligten Mitteln gestemmt werden solle. Möglich wäre laut Friedrich Rothaar darüber hinaus auch eine Förderung aus dem „Leader“-Topf. Die vier „Oben an der Volme“-Kommunen haben sich bekanntlich erfolgreich als Leader-Region beworben. Ob eventuell ein höherer Betrag für das Projekt an der Listertalsperre nach Meinerzhagen fließe, werde sich zeigen.

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