Volme-Region will kulturell attraktiver werden

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Kulturberater Reinhart Richter moderiert die Planungsprozesse der sieben Kultur-Pilotprojekte. ▪

MEINERZHAGEN/KIERSPE ▪ In Westfalen-Lippe werden in den kommenden Monaten sieben kommunale Regionen strategische Kulturplanungen erarbeiten. Das obere Volmetal mit Meinerzhagen und Kierspe ist dabei.

Die Prozesse finden im Rahmen der Kulturagenda Westfalen statt, dem Kulturplanungsprozess für Westfalen-Lippe. Die Kulturagenda Westfalen wird vom Projekt „Kultur in Westfalen“ seit Mai 2012 umgesetzt und vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) moderiert. Eine der sieben „Kultur-Pilotregionen“ ist das obere Volmetal mit den vier Kommunen Meinerzhagen, Kierspe, Halver und Schalksmühle. Ihr gemeinsames Regionale-Projekt „Oben an der Volme“ sieht auch die Entwicklung eines gemeinsamen Kulturkonzepts vor. Jetzt kommt man in den Genuss der zusätzlichen Begleitung und auch finanziellen Förderung durch das LWL-Kulturprogramm.

Im Kulturausschuss der Stadt Meinerzhagen stellte der vom Landschaftsverband mit der Koordination dieses Planungsprozesses beauftragte Kulturberater Reinhart Richter jetzt wesentliche Details dieses interessanten und wegweisenden Projekts vor. Martin Witscher, der bei der Stadt für das Sachgebiet Kultur zuständig ist, ergänzte dies mit einem aktuellen Sachstandsbericht zum Regionale-Projekt unter dem Arbeitstitel „Art Volmetal“.

Kulturberater Richter informierte, dass es für die Teilnahme am begleitenden Projekt „Kultur in Westfalen“ 16 Anträge von 30 Kommunen bzw. Kreisen in Westfalen-Lippe gab. Bei der Auswahl sei das Regionale-Projekt der vier Volmetal-Kommunen als beispielhaft auch deshalb ausgewählt worden, weil es hier schon jetzt eine Vernetzung von Kulturarbeit gebe und diese Zusammenarbeit noch deutlich weiter ausgebaut werden solle. Dass man dabei Kultur als einen für die angestrebte Attraktivitätssteigerung der Volme-Region wichtigen Standortfaktor ansehe, begrüßte der Fachmann aus Münster ausdrücklich. „Wenn zum Beispiel die hier ansässigen, zum Teil global agierenden Unternehmen neue qualifizierte Arbeitskräfte anwerben und dann auch halten wollen, ist das Kulturangebot ein nicht zu unterschätzender Faktor“, hob Richter hervor.

Die Begleitung des Volme-Projekts sieht einen zeitlichen Rahmen von etwa sieben Monaten vor, informierte der Kulturberater weiter. Die Beratung sei dabei für die ausgewählten sieben Pilot-Regionen kostenlos. Würden sie dafür bezahlen müssen, wäre nach Angaben Richters je Projekt ein Beitrag von rund 30 000 Euro eine realistische Kostengröße. Auch insofern also darf man sich freuen, dass die vier Volme-Kommunen zu dem Kreis der ausgewählten Regionen gehören.

Beteiligt sind außerdem: Der Kreis Höxter sowie die Städte Lippstadt (Kreis Soest) und Freudenberg (Kreis Siegen-Wittgenstein) wollen jeweils umfassende Kulturentwicklungsplanung betreiben. Der Kreis Olpe sowie die Kooperation der Städte Ahlen und Beckum (beide Kreis Warendorf) werden einen Kinder- und Jugendkulturentwicklungsplan erarbeiten. Beide haben dafür in den vergangenen Jahren Grundlagen gelegt. In der kreisfreien Stadt Hagen geht es um einen Masterplan Kultur mit dem

Schwerpunkt Interkultur.

Die Planungsprozesse werden von Kulturberater Reinhart Richter beraten und moderiert. Eine Zwischenbilanz wird bei der nächsten Westfälischen Kulturkonferenz am 19. April 2013 gezogen.

Die sieben Planungsprozesse finden im Rahmen der Kulturagenda Westfalen statt und haben Pilotfunktion. Dadurch sollen möglichst viele Kulturplanungen und kulturpolitische Diskurse in Kommunen, Kultureinrichtungen und bei anderen Kulturorganisationen überall in Westfalen-Lippe angestoßen und bereits begonnene Prozesse unterstützt werden. Ziel der Kulturagenda Westfalen insgesamt ist die strategische und organisatorische Verbesserung der Kulturarbeit in Westfalen-Lippe.

Rund zwei Dutzend weitere Kommunen und Kulturorganisationen wollen bislang die Pilotplanungsprozesse als Beobachter begleiten. Auf diese Weise können sie für ihre eigene Kulturarbeit profitieren und es können weitere Kooperationen gefördert und Synergien hergestellt werden.

Martin Witscher informierte im Anschluss über das Projekt „Art Volmetal“. Federführend ist dafür die Stadt Halver. Aus Fördermitteln der Regionale 2013 erhoffen sich die Initiatoren eine Anschubfinanzierung von rund 120 000 Euro.

Aktuell sind folgende Handlungsfelder und Maßnahmen zur Umsetzung „Art Volmetal“ vorgesehen:

Kulturentwicklungsplanung und Kulturmanagement. Hierzu soll es unter anderem die Stellen-Ausschreibung für einen künftig zuständigen gemeinsamen „Kultur-Manager“ geben.

Projektantrag: Wettbewerb Logo „Hase“. Dahinter steht die Idee, einen Hasen als sympathische Symbolfigur für das gemeinsame Kulturprojekt zu kreieren. Witscher: „Wenn man sich die Umrisse des gemeinsamen Gebietes der vier Kommunen anschaut, kommt man darauf, dass diese der Silhouette eines Hasen ähneln.“

Projektantrag: „Lampenfieber“ – Kultur an der Volme. Ausgangspunkt für die Weiterentwicklung einer Kulturachse ist die Etablierung eines Festivals, welches als herausragende kulturelle Aktion mit einem qualitätsvollen Angebot von Literatur, Theater, Musik und bildender Kunst geplant wird. So haben seit 2011 bereits mehrere Gespräche mit den Kulturschaffenden der vier Kommunen stattgefunden, damit eine frühzeitige Partizipation erfolgt. Als möglicher Termin für dieses Festival wurde August/September 2013 mit den Kulturschaffenden abgestimmt.

In den Vorgesprächen mit den Kulturschaffenden der vier Kommunen wurde die Idee des Festivals „Lampenfieber“ kreiert und entwickelt, welches parallel über vier Wochen in jeder Kommune stattfinden wird. Jede Kommune übernimmt die Organisation eines thematischen Schwerpunktes (Meinerzhagen: Literatur/Kabarett – Schalksmühle: Theater – Halver: Bildende Kunst – Kierspe: Musik). ▪ -fe

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