Konzertreihe findet einen grandiosen Abschluss

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Professor Dr. Winfried Bönig beim Orgelspiel in der Jesus-Christus-Kirche.

Meinerzhagen - Ihren grandiosen Abschluss fand die vierteilige Konzertreihe zum Jubiläum der Schuke-Orgel in der Jesus-Christus-Kirche am Sonntagnachmittag mit dem Orgel-Solovortrag von Prof. Dr. Winfried Bönig.

Der Organist des Kölner Doms und Professor an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln begeisterte die zahlreichen Konzertbesucher mit den Werken von Komponisten aus verschiedenen Epochen. Das Publikum und der Musiker wurden eingangs von dem Meinerzhagener Kirchenmusiker Ben Köster begrüßt. Der war noch etwas außer Atem, denn blitzschnell hatte er vor der Veranstaltung noch etliche Programmblätter nachdrucken müssen. Wegen der unerwartet großen Besucherzahl reichten die für die Veranstaltung vorab erstellten Programme bei Weitem nicht aus. 

Mit dem aus Bamberg stammenden Winfried Bönig begrüßte Ben Köster seinen Professor, der ihn beim Studium der Kirchenmusik in Köln betreut. 2001 wurde Winfried Bönig zum Domorganisten in Köln berufen. Schon seit 1998 leitet er als Professor für künstlerisches Orgelspiel und Improvisation den Studiengang Katholische Kirchenmusik an der Musikhochschule Köln. Damit bekleidet er zwei der herausragenden kirchenmusikalischen Positionen in Deutschland. 

Warum das so ist, erfuhren die Meinerzhagener Kirchenmusikfreunde am Sonntagnachmittag während eines absolut herausragenden Vorspiels. Gut eine Stunde lang zeigte der Orgelvirtuose, was in dem von der Potsdamer Fachfirma Schuke im Jahr 1968 erstellten Instrument steckt. Im Gespräch äußerte sich Winfried Bönig übrigens lobend zur Qualität der Meinerzhagener Kirchenorgel. Wolfgang Amadeus Mozart, so erfuhren die Zuhörer eingangs von dem Musiker, war ein großer Freund der Orgel, hat aber nie speziell für dieses Instrument komponiert. Das hielt Winfried Bönig nicht davon ab, gleich drei ganz unterschiedliche Mozart-Werke für sein Programm zu berücksichtigen. „Seine Klavierstücke lassen sich sehr gut auf die Orgel übertragen“, erklärte er. 

Die Introduktion und Fuge in C-Dur bildete den Einstieg in das von großer Klangvielfalt geprägte Konzert. Dann folgte mit „Sei gegrüsset, Jesu gütig“ ein Choral mit elf Variationen von Johann Sebastian Bach. „Das ist eines meiner Lieblingsstücke von diesem Komponisten“, so Bönig. Über den feierlich anmutenden Beginn bis zum prächtigen Ausklang biete es ganz unterschiedliche Ansätze, um die vielen Möglichkeiten der Orgel zu zeigen. Mit der Fantasie d-Moll gab es eine weitere Mozart-Komposition. Ihr folgte die Passacaglia g-Moll von Georg Muffat. Dieser 1653 in Frankreich geborene Komponist gilt als ein musikalischer Kosmopolit, der in seiner Zeit eine wichtige Rolle beim Austausch europäischer Musiktraditionen spielte.

Hohe Töne und perlende Läufe fanden sich im Andante F-Dur, einer munteren Mozart-Melodie für ein Orgelwerk in einer Uhr. Die Fanfare in D-Dur wurde anschließend zu einem unüberhörbaren Weckruf für das andächtig lauschende Publikum. Ihr folgte die Cantable in h-Moll als schönes Zwischenspiel in versöhnlicher Harmonie, bevor das Konzert mit dem Finale in D-Dur einen vielseitigen und kräftigen Abschluss mit einem unglaublich raumgreifenden Klang erfuhr. 

Die letzten drei Werke stammen von dem Komponisten Jacques-Nicolas Lemmens. Der Belgier wirkte von 1849 bis 1869 als Lehrer für Orgel am Brüsseler Konservatorium. „Er ist nicht so bekannt, aber seine Bedeutung ist groß. Lemmens sorgte für den Aufbruch in eine neue Zeit der Orgelmusik“, würdigte Winfried Bönig das besondere Wirken dieses Komponisten und Musiklehrers. 

Mit lang anhaltendem Applaus dankte das Publikum schließlich dem Domorganisten und Musikprofessor für seinen virtuosen und eindrucksvollen Beitrag zur Orgel-Konzertreihe in der Jesus-Christus-Kirche.

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