Probleme und Chancen des ländlichen Raumes

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Die Unternehmer-Initiative im Stadtmarketing-Verein Meinerzhagen hatte am Mittwoch zum zweiten Unternehmerforum in die Stadthalle eingeladen. Der Standort Meinerzhagen stand dabei im Mittelpunkt. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Der Wettbewerb um Fach- und Führungskräfte stand im Mittelpunkt des zweiten Unternehmerforums, zu dem die Unternehmer-Initiative im Stadtmarketingverein Meinerzhagen am Mittwochabend in die Stadthalle eingeladen hatte.

Richard A. Hussmanns, kaufmännischer Leiter der Firma Otto Fuchs, erläuterte, was ein attraktiver Arbeitgeber bei der Rekrutierung neuer, qualifizierter Mitarbeiter bieten muss.

Der 57-jährige Referent stammt aus München, wo er auch sein Studium absolvierte. Konstanz, Singen, St. Louis (USA) und Bonn waren unter anderem Stationen in der beruflichen Laufbahn des Diplom-Betriebswirtes, bis er vor drei Jahren seine Arbeit beim heimischen Unternehmen aufnahm.

Rund 125 neue Arbeitskräfte stellt das Meinerzhagener Werk der Firma Otto Fuchs mit etwa 2000 bis 2400 Beschäftigten jährlich ein. Es erwirtschaftet einem Jahresumsatz von 500 bis 600 Millionen Euro (weltweit beschäftigt das Unternehmen rund 8000 Menschen bei einem Umsatz von etwa drei Milliarden Euro.) Nur 20 bis 30 der neuen Arbeitskräfte kommen dabei aus der Region. Etwa 20 Nachwuchsingenieure müssen außerdem überregional gesucht und gefunden werden.

Während es im gewerblichen Bereich keinen Mangel an Fachkräften gebe, so Hussmanns, sei die Ausbildungsqualität der Bewerber im kaufmännischen Bereich erheblich gesunken. Hier müssten erschreckende Defizite konstatiert werden.

Nicht mit der Aussicht auf eine schnelle Karriere, sondern auf eine langfristige Bindung an ein Unternehmen sowie die Möglichkeit, eine hohe Kompetenz weiterzuentwickeln, könnten Betriebe abseits der Großstadtmetropolen heute bei der Rekrutierung von qualifizierten Fach- und Führungskräften punkten, machte Hussmanns klar. Lebensqualität, sprich, ein Umfeld mit einem attraktiven Freizeit- und Kulturangebot, einer Infrastruktur mit guter Verkehrsanbindung, Kindergärten, Schulen und nahegelegenen Universitäten sowie günstigen Einkaufs- und Wohnmöglichkeiten seien weitere Anreize für die Bewerber, sich für einen Arbeitsplatz im ländlichen Raum zu entscheiden.

Hier sieht der Referent für die Zukunftsfähigkeit des Industriestandortes Meinerzhagen, wo 68,9 Prozent der Bevölkerung im produzierenden Gewerbe beschäftigt sind, ebenso deutlichen Handlungsbedarf wie der Geschäftsführer des Stadtmarketing-Vereins Bernd-Martin Leonidas, der den Referenten vorstellte. Geschäftsaufgaben und Leerstände in der Innenstadt könnten leicht zu einer fatalen Kettenreaktion führen, zumal prognostizierte rückläufige Bevölkerungszahlen (bis 2019 um mehr als 20 Prozent) eine Weiterentwicklung noch zusätzlich erheblich erschwerten.

Die Bürgermeister Erhard Pierlings aus Meinerzhagen sowie Dr. Bernd Eicker aus Halver nutzten das gut besetzte Forum, um den Anwesenden die Ziele und Projekte der „Regionale 2013“ zu erläutern, mit der Meinerzhagen, Kierspe, Halver und Schalksmühle die Region des oberen Volmetales bekanntlich zukunftsfähig machen wollen. ▪ luka

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