Gültige Baugenehmigung für Campingplatz Heiligenberg fehlt

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Hier sollte es ursprünglich mal in Richtung Hunswinkel „rechts ab und über den Berg“ gehen. Diese Pläne zur Verlegung der Trasse der L708 sind endgültig vom Tisch.

Hunswinkel - Der Campingplatz Heiligenberg existiert schon lange. Eine gültige Baugenehmigung durch den Märkischen Kreis gibt es für die Anlage aber nicht. Doch dieses Problem soll möglichst schnell gelöst werden.

Der Hintergrund: Als der Bebauungsplan Heiligenberg 1977 seine Rechtskraft erlangte, waren mit ihm die planungsrechtlichen Voraussetzungen zur Erschließung eines Ferienhausgebietes, für die Herstellung von Grünflächen, für den Bau neuer Verbindungs- und Erschließungsstraßen sowie für die Anlage eines Campingplatzes geschaffen worden. Um die sogenannte „äußere Erschließung“ des Plangebietes sicherzustellen, stützte man sich damals auf Straßenplanungen des früheren Landesstraßenbauamtes Nordrhein-Westfalen (heute Straßen.NRW).

Diese sah vor, die Seeuferstraße hinter Hunswinkel „abzubinden“ und über den Berg und zwischen dem Ferienhausgebiet „Heiligenberg“ und dem Wochenendhausgebiet „Windebruch“ hindurch bis zur Alt-Ortslage Windebruch weiterzuführen. Etwa in Höhe der dortigen Badestelle (Halbinsel), wäre sie demnach wieder an die Seeuferstraße angeschlossen worden. Von dieser neuen Straßenführung sollten dann die notwendigen Erschließungsstraßen – wie im Bebauungsplan dargestellt – abgehen. „Diese ehemalige Planung ist bei uns endgültig vom Tisch“, so der Pressesprecher des Landesbetriebes für Südwestfalen Michael Overmeyer gegenüber der MZ.

Ein Fakt, der auch in der Vorlage der Stadt für die dadurch notwendige Bebauungsplanänderung zentrale Bedeutung hat. Zeigt sie doch auf, dass durch die nicht gebaute Straße der Campingplatz bis heute nur über eine schmale Zuwegung, die als „Trippelkorte“ bekannt ist, an die Landesstraße 707 angebunden ist. Eine gewisse „zeitliche“ Dynamik brachte in den vergangenen Monaten ein weiterer Umstand mit sich.

Der seit vielen Jahren in diesem Bereich bestehende Campingplatz ist zwischenzeitlich an eine neue Eigentümerin vererbt worden, die diesen wiederum nun verkaufen möchte. Im Zuge dieser Bemühungen stellte sich heraus, dass es für den Platz eben keine gültige Baugenehmigung gibt. Ohne genehmigte Anlage ist ein Verkauf nicht machbar – eine nachträgliche Genehmigung wegen der bisher nicht und nach der Entscheidung von Straßen.NRW auch zukünftig nicht mehr vorgesehenen Trassenverlegung nicht möglich.

Um diesen Missstand aus der Welt zu schaffen und den Campingplatz und seine Erschließungsmöglichkeiten mit den gesetzlichen Regelungen in Einklang zu bringen, soll nun die im Moment tatsächliche Zufahrt als „Straßenverkehrsfläche für die Erschließung“ festgelegt werden. Ein Ansinnen, das nach eingehender Prüfung sowohl vom Märkischen Kreis als auch von Straßen.NRW mitgetragen würde.

Der Ausschuss für Planung, Stadtentwicklung Verkehr und Umwelt stimmte in der jüngsten Sitzung der Einleitung des Änderungsverfahrens zu. Endgültig bedarf es nun noch eines positiven Votums des Rates am kommenden Montag. An der Landstraße 708 allerdings wird sich im kommenden Jahr an anderer Stelle etwas tun.

Der Landesbetrieb wird im Anschluss an das bereits fertige Straßenstück bis zur Abfahrt zur Staumauer der Listertalsperre die Sanierungsarbeiten und den Bau des Rad- und Gehweges fortsetzen. Ebenso ist der Weiterbau bis Windebruch in den Planungen „festgeschrieben“. „Wir bauen dort im vorhandenen Flächenbestand und wollen die Straße zur Bergseite drücken, um am Ufer für den Rad- und Gehweg Platz zu schaffen“, so Michael Overmeyer von Straßen.NRW.

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