In Heed entsteht ein kleines Paradies

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Grundstücks-Eigentümerin Theresa Hausmann und Matthias Kretschmer freuen sich darüber, dass das ökologisch vorbildliche Projekt in Heed umgesetzt werden kann.

Meinerzhagen - Das Thema Umweltschutz beginnt für jeden Bürger bereits vor der eigenen Tür. Das weiß auch Theresa Hausmann aus Heed – und sie handelte.

Zusammen mit ihrem Mann kaufte sie eine Wiese neben ihrem Haus. Dort entsteht jetzt ein kleines Paradies für Insekten und Vögel. 

„Zuschlagen“, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet. Das hatte sich Theresa Hausmann schon seit längerer Zeit vorgenommen, und ihre Stunde kam im vergangenen Jahr: „Als sich die Chance ergab, die Wiese neben unserem Haus in Heed zu erwerben, haben wir das getan.“ 5800 Quadratmeter Land sind nun zum Grundstück, auf dem ihr Wohngebäude steht, hinzugekommen. Und erst einmal ist die „Heederin“ froh, dass dort künftig keine Gülle mehr ausgebracht wird. 

Stattdessen soll sich die Fläche in eine Streuobstwiese mit angegliederter Wildblumenwiese verwandeln. Dazu war und ist noch großer Einsatz nötig – finanziell und durch Muskelkraft. 70 Bäume sollen insgesamt angeschafft werden, einige stehen bereits. Das Ziel: Insekten und Vögeln Zuflucht und Nahrung bieten. Mit „im Boot“ ist dabei auch Matthias Kretschmer, der Leiter des benachbarten wald- und umweltpädagogischen Zentrums. Er betont: „Der Kauf des Grundstücks und das Anlegen der neuen Wiese war eine rein ökologische und keine ökonomische Entscheidung. Geld lässt sich damit sicherlich nicht verdienen.“

Matthias Kretschmer findet das Engagement seiner Nachbarn vorbildlich und er empfiehlt, dem Beispiel zu folgen: „Das muss im Einzelfall dann kein so großes Projekt wie hier in Heed werden, es tut auch ein bepflanzter Blumenkasten am Haus.“ Eine ganz andere Dimension hat das Projekt von Theresa Hausmann: Ebereschen, Sommer- und Winterlinden, Weiden und Rotdorn sind bereits „in der Erde“. „Und Hecken werden ebenfalls noch hinzukommen. Die sind auch für Vögel ganz wichtig“, weiß die „Investorin“, die nun bald auch Obstbäume pflanzen wird. „Und als eine Maßnahme zur Soforthilfe wird eine Wildblumenwiese ausgesät“, verspricht Matthias Kretschmer.

Er hat beobachtet, dass die Natur Maßnahmen wie die von Theresa Hausmann nötig hat: „Auch in Heed haben wir beobachtet, dass es deutlich weniger Insekten gibt, als noch vor Jahren. Das wird auch jeder Autofahrer feststellen. Es ist noch gar nicht so lange her, da war die Windschutzscheibe nach einer längeren Fahrt im Sommer übersät mit toten Insekten. Das ist heute nicht mehr in dem Maße wie früher der Fall.“ Und auch die Vogelwelt präsentiere sich lange nicht mehr so vielfältig wie in früheren Zeiten, fügt er hinzu. „Es gibt immer noch viel zu wenige Hecken und Streuobstwiesen, auch wenn in Meinerzhagen schon einige angelegt wurden. Jeder Baum ist Lebensraum“, findet er. 

Allein in Heed wurden laut Kretschmer bereits drei Bereiche in Form einer Streuobstwiese umgestaltet. „Das ist wirklich vorbildlich und wichtig, denn rund um uns herum wird teilweise extreme Landwirtschaft betrieben.“ Dass Meinerzhagen und das Sauerland auch heutzutage noch viel zu bieten haben, auch das betont der engagierte Naturschützer: „Wir sind gesegnet mit dieser Landschaft. Und deshalb müssen wir der Natur doch auch etwas zurückgeben.“

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