Kooperationsraum Meinerzhagen/Valbert

Weniger Mitglieder: Kirchengemeinden wollen enger zusammenarbeiten

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Die Presbyterien trafen sich im Haus Nordhelle.

Meinerzhagen - Die Evangelischen Kirchengemeinden Meinerzhagen und Valbert beklagen einen Rückgang der Gemeindeglieder. Das belegt die aktuelle Statistik, die Matthias Willnat, Referent für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg, jetzt auf MZ-Anfrage bekannt gab.

Demnach gehören zurzeit 5185 Menschen zur Gemeinde Meinerzhagen. 2011 waren es noch 6073, im Jahr 2005 sogar 6803. Dieser Trend ist auch in der evangelischen Gemeinde Valbert auszumachen. Dort gehören aktuell 2139 Menschen zur Gemeinde. Für das Jahr 2011 weist die Statistik 2404 evangelische Christen aus, 2005 gehörten im Ebbedorf noch 2661 Einwohner der evangelischen Gemeinde an. 

Willnat hat auch die Gründe für den Schrumpfungsprozess ausgemacht: „Rund 25 Prozent des Rückgangs basiert auf Kirchenaustritten. Die anderen Gründe des Rückgangs sind mehr Sterbefälle als Geburten bei uns im Kirchenkreis. Zudem ziehen mehr Menschen von hier fort als zuzuziehen. Diese beiden Faktoren sind der Hauptgrund des Rückgangs der Mitglieder in unseren Kirchenkreisen.“

Kooperationsräume ohne Automatismen

Aktuell befasst sich die Evangelische Kirche mit der Thematik „Kooperationsräume“. Kurz gesagt: Die Gemeinden sollen stärker zusammenarbeiten, Kräfte bündeln. 

Wenn in diesem Zusammenhang über Schließungen oder Fusionen auf Gemeindeebene spekuliert werde, sei das falsch, sagt Willnat. Er erläutert: „Unsere 26 Kirchengemeinden sind derzeit aufgefordert, mit ihren Presbyterien über die Thematik nachzudenken und mit anderen Gemeinden zu sprechen, ob und wenn ja, wie eine Kooperation sinnvoll ist. Viel mehr ist derzeit nicht aktuell oder entschieden. Alle weiteren Überlegungen und Absprachen erfolgen dann mit allen Kirchengemeinden und unserem Kreissynodalvorstand.“

„Für Beschlüsse ist es noch viel zu früh“ 

Einen ersten Schritt zu einer engeren Zusammenarbeit unternahmen am Samstag auch die Seelsorger und Presbyterien aus Meinerzhagen und Valbert. Sie trafen sich in Haus Nordhelle zu einer gemeinsamen Tagung. Pastor Peter Winterhoff aus Valbert erläutert, was dabei herauskam: „Wir wollten uns besser kennenlernen, uns gegenseitig wahrnehmen. Für konkrete Beschlüsse ist es allerdings noch viel zu früh. Vielmehr stand die Frage an, wie wir als Nachbarn, die in einer Stadt leben, jetzt weitermachen. Um das gemeinsam auszuloten, haben wir eine kleine Gruppe gebildet, in der künftig darüber gesprochen wird. Wir haben schließlich die gleichen Probleme, uns stellen sich dieselben Fragen.“ 

Winterhoff weist in diesem Zusammenhang auch auf bereits bestehende Gemeinsamkeiten hin, etwa bei der für beide Gemeinden zuständigen Jugendreferentin Kristine Büscher oder den Gottesdiensten im Langemann-Haus. Auch Pastor Klaus Kemper-Kohlhase von der Gemeinde Meinerzhagen bewertet das Treffen vom Samstag als Erfolg. Er betont, dass es gerade in den Leitungsgremien ein Bedürfnis gebe, sich noch näher kennenzulernen: „Als Nachbarn wurde das nicht etwa von außen an uns herangetragen, wir selbst haben daran ein großes Interesse.“

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