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 Präventionstheater: Sportverein macht aufmerksam

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Von: Dominic Rieder

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Das Präventionstheater „Anne Tore sind wir stark“ war zu Gast in Meinerzhagen.
Das Präventionstheater „Anne Tore sind wir stark“ war zu Gast beim TuS Meinerzhagen. © Rieder, Dominic

Sexualisierte Gewalt in Sportvereinen und wie ihr vorbeugend entgegengewirkt werden kann – dieses wichtige Thema stand am Mittwoch beim TuS Meinerzhagen in der Turnhalle an der Genkeler Straße im Mittelpunkt.

Meinerzhagen – Auf Einladung von TuS und Meike Stellberg, die im Verein Ansprechpartnerin für das Thema ist, waren Anja Bechtel, Denise Förster und Jens Dornheim vom Projekt „Anne Tore sind wir stark“ mit dem gleichnamigen Theaterstück zu Gast. Aufmerksam geworden auf dieses Projekt, so erklärt Meike Stellberg, sei sie im Rahmen ihrer Lizenzausbildung zur Thematik „Prävention und Intervention sexueller Gewalt im Sport“ beim Landessportbund NRW.

„Schweigen schützt die Falschen“

Das Projekt sei Teil des Qualitätsbündnisses „Schweigen schützt die Falschen“ des Landessportbundes, wie Anja Bechtel erläutert. Sie ist die Autorin des Theaterstücks. „Wir sind sehr dankbar dafür, wenn sich in Sportvereinen ehrenamtlich mit dem Thema befasst wird. Je lauter ein Sportverein das Thema präsent macht und dadurch vorbeugt, umso weniger Möglichkeiten hat ein potenzieller Täter oder eine potenzielle Täterin“, betont Anja Bechtel.

Theaterprogramm für Kinder

Rund 20 Kinder von acht bis zwölf Jahren – an diese Altersgruppe richtet sich das 45-minütige Theaterprogramm – hatten sich mit ihren Eltern in der TuS-Turnhalle eingefunden. „Von der Resonanz her hätte es noch ein wenig Luft nach oben gehabt. Aber es ist natürlich auch ein Thema, dem man sich erst einmal annähern muss“, so Meike Stellberg.

Sensibles Thema eindrucksvoll beleuchtet

Wie sich das Thema beleuchten lässt, zeigten mit ihrer eindrucksvollen Darstellung Denise Förster und Jens Dornheim. Sie spielten die Rollen der befreundeten Kinder Anne und Tore, die in Sportvereinen sind, und unter anderem auch eines Vereinsvorsitzenden und einer Trainerin. Als der Vorsitzende es bei einer Siegerehrung nicht beim Überreichen der Medaille belässt, sondern Anne küsst und ihr einen Klaps auf den Po gibt, steht ihr der Schock ins Gesicht geschrieben. Und als Tore seiner Trainerin sagt, dass er Angst vor den anderen in der Umkleide hat, schickt sie ihn trotzdem hinein. Von hinter der Bühne (aus der Umkleide) hört man Tore „Aua! Meine Hose! Nein!“ rufen. Doch die Trainerin telefoniert draußen und bekommt davon nichts mit. Als Tore wieder aus der Umkleide kommt, ist er völlig verstört. Ebenso zeigen Denise Förster und Jens Dornheim als Anne und Tore auch, wie wichtig es ist, sich jemandem anzuvertrauen – ob es die Eltern sind oder ein guter Freund oder auch ein Ansprechpartner im Sportverein.

Workshop

Im Anschluss an das Theaterstück folgte dann noch ein 45-minütiger Workshop, in dem es die Möglichkeit zum Austausch und Fragen stellen über das Thema gab. Aufgeteilt wurde der Workshop in drei Gruppen: Denise Förster sprach mit den Mädchen, Jens Dornheim mit den Jungen, und Anja Bechtel und Meike Stellberg sprachen mit den Eltern.

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