Großes Aufatmen am Meinerzhagener Gymnasium

Präsenzunterricht nach Lockdown: Das ist die Bilanz nach zwei Wochen

In den Schulen wird wieder in Präsenz unterrichtet, wie hier in der Klasse 6b des Meinerzhagener Gymnasiums.
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In den Schulen wird wieder in Präsenz unterrichtet, wie hier in der Klasse 6b des Meinerzhagener Gymnasiums.

Es ist kurz nach elf. Fünf-Minuten-Pause. Schüler strömen aus dem Schulgebäude über den Schulhof, manche schnellen Schrittes, die meisten sind weniger eilig unterwegs. In der 6b sind wie in allen anderen Klassenräumen die Fenster geöffnet. Kurz vor dem Gong sitzen auch die Nachzügler wieder am Tisch, die sich noch schnell mit Getränken versorgt haben. Es ist nicht nur draußen warm, auch drinnen. Und es ist wieder voll in der Schule. Nach monatelangem Homeschooling, kurzem Wechselunterricht endlich wieder Präsenzlernen: „Großes Aufatmen“, sagt Sven Dombrowski nach den ersten (fast) normalen Schultagen.

Meinerzhagen – An seiner Schule, berichtet der Direktor des Evangelischen Gymnasiums, sei die Freude groß: „Endlich sind wir wieder in kompletter Stärke.“ Die Erleichterung sei in der gesamten Schule zu spüren. „Endlich wieder zusammen lernen, gemeinsam diskutieren und gemeinsam mit den Kumpels in der Pause abhängen“ – das habe allen gefehlt, weiß der Schulleiter, und in der 6b bestätigt sich das. Bei der Frage, worüber sie sich am meisten freuen, schnellen die Finger der Schüler nach oben: „Endlich können wir in den Pausen wieder zusammen Fußball spielen.“

Immer noch Maskenpflicht

Dass die Klasse wieder „ganz real“ zusammen ist, sich nicht nur online am Bildschirm sieht, darüber sind alle froh. Im Wechselunterricht, erzählt Lilli, sei es auch vorgekommen, dass der beste Freund oder die Freundin in der anderen Lerngruppe eingeteilt worden sei. „Da konnte man sich dann nicht sehen, das war schade.“

Jetzt sind alle 29 Mädchen und Jungen wieder gemeinsam im Klassenraum. Keine Tische, die auseinander gestellt werden müssen, kein Abstand zum Sitznachbarn, der eingehalten werden muss. Dafür aber immer noch Masken – auch im Unterricht. Dass „immer noch Corona“ sei, sagen einige Kinder, vergesse man sogar manchmal.

Zweimal wöchentlich Selbsttests

Immer noch Corona – das bedeutet: Zweimal wöchentlich werden Selbsttests durchgeführt. Auch das gehört zum neuen Schulalltag. In der 6b haben sich alle daran gewöhnt: „Es kitzelt nur ein bisschen.“

Auch wenn die Freude über die Rückkehr in den Präsenzunterricht allgemein groß war, „ein bisschen komisch war es doch“, meint Jona. „Merkwürdig“ sei ihm der erste Tag vorgekommen: „Ich musste mich erst einmal wieder darauf einstellen.“ Ähnlich wie ihm ging es auch einigen Mitschülern. An die Lautstärke habe man sich zunächst gewöhnen müssen, erzählen Merve und Melitta.

Kleinere Lerngruppen hatten auch Vorteile

Dass die Lerngruppen beim Wechselunterricht kleiner gewesen seien, habe auch Vorteile gehabt: „Man kam öfter dran und konnte besser lernen“, berichtet Sechstklässler Leander. Trotzdem, meint der Elfjährige, sei es jetzt wieder „cooler“: „Und es ist ein bisschen Normalität.“

Ein Stück Normalität

Normalität, das bedeutet zum einen natürlich, Unterrichtsstoff durchzuarbeiten und in den Hauptfächern jeweils auch noch eine Arbeit zu schreiben. „Wir müssen den Vorgaben des Schulministeriums nachkommen“, erklärt Schulleiter Sven Dombrowski. Vor allem aber müssten die Schüler erst einmal wieder „in der Schule ankommen“. Sich wieder in einer sozialen Gruppe zu bewegen und zu agieren, daran müssen sich alle gewöhnen. Zugleich müsse der Lernstand überprüft werden: „Manche Schüler sind durch das Online-Lernen gut durchgekommen, andere hatten mehr Schwierigkeiten. Darauf müssen wir schauen.“ Den Lernstoff aufzuarbeiten und zu vertiefen – „das wird uns noch in den nächsten Monaten begleiten. Die Pandemie wird noch längere Folgen für die Schulen haben“, ist Dombrowski überzeugt.

Durch die Corona-Pandemie hat sich das Schuljahr für alle Beteiligten verändert, eines jedoch ist gleich geblieben – und das vermutlich nicht nur in der 6b: Die Sechstklässler freuen sich jedenfalls alle auf die Sommerferien, die in drei Wochen beginnen. Einen kleinen Vorgeschmack wird es für sie bis dahin freitags geben. Mit ihrer Klassenlehrerin Lisa Mielke geht es dann im Sport- beziehungsweise Schwimmunterricht ins Freibad.

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