Vor der Kommunalwahl: Das ist Bürgermeister Jan Nesselrath

Bürgermeister-Wahl in Meinerzhagen: Jan Nesselrath (CDU) im Portrait

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„Hier habe ich als Kind gespielt, das ist einer meiner Lieblingsplätze.“ Bürgermeister Jan Nesselrath vor dem Meinerzhagener Stadtpanorama im Gebiet zwischen Marienheider Straße, Weststraße und Im Tempel.

Meinerzhagen – Am 13. September wählt Meinerzhagen – unter anderem – einen Bürgermeister, der in den kommenden fünf Jahren auf dem Chefsessel im Rathaus Platz nimmt. Zur Wahl steht neben Petra Freudenreich von der SPD auch Jan Nesselrath. Er ist Amtsinhaber und CDU-Mitglied.

Mit Redakteur Jürgen Beil war das Meinerzhagener Stadtoberhaupt einen Nachmittag lang auf dem Mountainbike in der und rund um die Volmestadt unterwegs und gewährte Einblicke in sein Privatleben. 

Dass Nesselrath seine Heimat liebt, wurde dabei schnell deutlich: Auf der ganzen mehrstündigen Tour vergingen keine zehn Minuten, in denen der Verwaltungschef und „erste Bürger“ nicht über seine Heimat ins Schwärmen geriet. „In der Natur kann ich nachdenken. Hier finde ich Ruhe. Hier kommen mir viele Ideen, der Kopf wird einfach frei.“ Klare Aussagen, die nicht etwa von einem Förster oder Schäfer stammen, sondern von einem Menschen, dessen Job eigentlich aus Büroarbeit und vielen Terminen besteht. Für den Stress kein Fremdwort ist und Überstunden an der Tagesordnung sind: Bürgermeister Jan Nesselrath. 

Vater von drei Töchtern

Seit 2014 ist CDU-Mitglied Jan Nesselrath als Bürgermeister für seine Heimatstadt im Einsatz. Er trat die Nachfolge von Erhard Pierlings (SPD) an. Der 48-jährige Jurist – als Anwalt einst spezialisiert auf das Fachgebiet Strafrecht – ist Vater von drei Töchtern und verheiratet mit der kommissarischen Leiterin der Ebbeschule Valbert Stefanie Nesselrath. „Meine Familie ist mein Anker. Ich kann mich als Familienmensch mit Haut und Haar bezeichnen“, lässt der Chef im Rathaus keinen Zweifel daran, dass seine nächsten Angehörigen hinter ihm stehen. „Und das ist bei diesem Job auch nötig. Denn ein Acht-Stunden-Tag ist selten und Termine finden oft auch abends oder an Wochenenden statt“, erläutert Nesselrath. 

Wegziehen - keine Alternative

Abseits vom Schreibtisch im Rathaus, Rats- und Ausschusssitzungen und offiziellen Terminen ist es also die Natur, in der sich der Bürgermeister am liebsten entspannt. Und so wundert es kaum, dass er sich in Meinerzhagen – frei nach dem Slogan „Grün statt Großstadt“ – rundum wohlfühlt: „Ich bin hier aufgewachsen, habe hier am evangelischen Gymnasium mein Abitur gebaut und hier leben auch meine Freunde. Den Gedanken, aus Meinerzhagen wegzuziehen, hatte ich nie.“ 

Leben, wo andere Urlaub machen 

So kam es, wie es eigentlich kommen musste: Jan Nesselrath kehrte nach zwölf Monaten Wehrdienst und anschließendem Jura-Studium in Gießen wieder zu seinen Wurzeln zurück. Dann wurden seine Töchter Carla (12 Jahre), Lina (11 Jahre) und Mila (8 Jahre) geboren. Der Arbeit in einer ortsansässigen Kanzlei folgte die gewonnene Bürgermeister-Wahl 2014. „Ich lebe und arbeite in einer ebenso lebens- wie liebenswerten Stadt. Dort, wo andere Urlaub machen”, schwärmt Nesselrath, und fügt hinzu: „Hier lässt sich gut arbeiten und gut wohnen. Es gibt tolle, interessante Arbeitgeber, hier findet eigentlich jeder einen guten Arbeitsplatz. Wir haben gute Schulen und Kitas, eine gute Versorgung und die Freizeitmöglichkeiten sind schier unerschöpflich. Die benachbarten Oberzentren sind außerdem leicht zu erreichen. Doch das ist keine Einbahnstraße. Für Menschen aus den Großstädten werden wir touristisch immer interessanter.” 

Radfahren ist das große Hobby

Zurück aufs Fahrrad: Jan Nesselraths E-Mountainbike ist neongrün. Auf Schnickschnack wie Schutzbleche verzichtet der Bürgermeister. Wenn dreckige Klamotten, dann wenigsten mit Schmutz von sauerländer Waldwegen „besudelt“. “Ist es nicht herrlich hier?”. Bereits kurz hinter dem Flugplatz gerät der versierte Radfahrer, der mit seiner Familie am Startpunkt in der Hahnenbecke wohnt, wieder ins Schwärmen. Und das zieht sich durch, während der ganzen Tour. Ob Brucher, Genkel, Agger oder Unnenberg-Turm (die Randgebiete des benachbarten oberbergischen Kreises werden quasi eingemeindet), Jan Nesselrath findet die Landschaft großartig. Da ist das größte Hobby, das Radfahren, natürlich maßgeschneidert. „Das machen wir auch als Familie gerne. Jetzt sind die Töchter auch in einem Alter, in dem das geht. Aber das Wandern oder Spazierengehen zählt ebenfalls zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Hauptsache raus“, verrät das Stadtoberhaupt. 

Andere Kulturen kennenlernen

Mit dem Fahrrad bis nach Frankreich oder in die Niederlande, das hat Jan Nesselrath noch nicht geschafft. Ganz abwegig scheint dieser Gedanke aber nicht zu sein. Denn diese beiden Länder zählen zu den Lieblingszielen der Familie Nesselrath. „Ich reise gern ins Ausland. Andere Kulturen erleben, das ist wichtig“, sagt Nesselrath, der selbst ausgezeichnet französisch spricht und gern auch mit dem eigenen Wohnwagen auf Tour geht. Während seiner Schulzeit am Evangelischen Gymnasium lernte der spätere Bürgermeister die Stadt Figeac kennen, in der es eine Partnerschule gibt. Zu den „fantastischen Partnerstädten Kampen und St. Cyr sur Loire“ bestehe ebenfalls eine ausgezeichnete und enge Beziehung. Und so gesellt sich ein weiteres Hobby zum Radfahren: „Kontakte pflegen“, lacht Nesselrath, der auch seinen Töchtern einen aus seiner Sicht besonders wichtigen Rat mit auf den Weg gibt: „Sprachen lernen, das ist ein Geschenk.“ 

Stolz auf die Heimat

Strömender Regen, Sonnenschein, unbefestigte Waldwege, Asphalt – die Radtour durch seine Heimat hat Jan Nesselrath trotz zwischenzeitlicher „Dusche“ Spaß gemacht. Anderen zeigen, wo er aufgewachsen ist, das macht den Bürgermeister stolz. Doch die Drei-Seen-Tour soll nicht die letzte gemeinsame Ausfahrt gewesen sein: „Die Schleife kann man noch erweitern. Und das Ebbe ist ebenfalls toll. Da müssen wir auch noch hin“, kündigt der Rad-Fan an. „Kein schöner Land in dieser Zeit, als hier das uns’re weit und breit...“ – dieses Heimatlied machte der in Waldbröl geborene und in Nachrodt gestorbene Schriftsteller und Volksliedforscher Anton Wilhelm von Zuccalmaglio populär. Jan Nesselrath könnte den Refrain sicherlich genau so unterschreiben.

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