Polizeiwache: Wind bläst durch Fenster und es ist kalt

Um ihre Büros sind die Meinerzhagener Beamten nicht zu beneiden.

MEINERZHAGEN - Die Fenster sind alt. Es zieht aus allen Ritzen. Bei Temperaturen unterhalb von null Grad helfen nur noch zusätzliche, elektrisch betriebene Lüfter. Die Heizung im Keller ist längst in die Jahre gekommen. Sie schafft es nicht mehr, die Räume bei strengem Frost auf angenehme Temperaturen zu erwärmen.

Von Jürgen Beil

Doch damit nicht genug: Toiletten, Umkleiden und Duschen atmen den Charme der siebziger Jahre – so wie auch das Mobiliar in vielen Räumen. Über den Linoleumbelag auf dem Boden sind schon ganze Generationen gegangen. So sieht er jedenfalls aus.

„Die armen Bewohner“ – das ist der Gedanke, der sich beim Betrachter unwillkürlich aufdrängt. Doch die betroffenen Frauen und Männer haben es gelernt, mit den Mängeln zu leben. Nutzer der Unterkunft ist die Polizei, bei dem dringend sanierunsgbedürftigen Gebäude handelt es sich um die Wache im Haus Oststraße 24.

Lange herrschte bei der Immobilie „Renovierungsstillstand“, dafür gab es mehrere Gründe. Einer davon ist die Tatsache, dass der ehemalige Eigentümer des Hauses Insolvenz anmelden musste. Inzwischen ist die Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen „eingesprungen“ und endlich gibt es für die leidgeprüften Ordnungshüter eine gute Nachricht: Das Haus soll saniert werden. Das teilte die Pressestelle der Kreispolizeibehörde am vergangenen Freitag mit (wir berichteten). Gespräche zwischen dem Landrat als Chef der Kreispolizei und Sparkassen-Vertretern hatten das ergeben – der Weg scheint frei.

Mario Schroer, Kreisgruppenvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP), sein Stellvertreter Andreas Barnewitz und der GdP-Landesvorsitzende und stellvertretende Bundesvorsitzende Arnold Plickert sehen die Ankündigung allerdings mit zwiespältigen Gefühlen. Einerseits freuen sie sich, dass in die leidige Angelegenheit Bewegung zu kommen scheint, andererseits sind sie skeptisch. Bei einem Besuch der Meinerzhagener Wache äußerte sich Schroer eher zurückhaltend: „Bereits seit drei Jahren gibt es intensive Bemühungen um Verbesserungen, das ist schließlich wohl eine der schlimmsten Wachen im ganzen Land. Der Renovierung muss allerdings noch das LZPD, das Landesamt für zentrale polizeiliche Dienste, zustimmen. Was wir bisher haben, sind erste Gespräche und Absichtserklärungen. Jetzt müssen wir abwarten und hoffen.“

Und Arnold Plickert ergänzt: „Vernünftige Arbeitsbedingungen und Räumlichkeiten – das hat schließlich auch etwas mit Wertschätzung zu tun, die ich der Arbeit der Kolleginnen und Kollegen entgegenbringe.“

23 Polizeibeamte arbeiten im Schichtdienst rund um die Uhr oder nur tagsüber an der Oststraße in Meinerzhagen. Dass sie noch in diesem Winter ihren Dienst bei wohliger Wärme und ohne störende Zugluft versehen können, scheint eher unwahrscheinlich. Behörden sind nicht dafür bekannt, Projekte spontan umzusetzen. Dass sich noch im kommenden Jahr etwas tut, hoffen die Betroffenen aber sehr. Die „Freunde und Helfer“ brauchen jetzt selbst Unterstützung.

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