„Beinarbeit“ im Streifendienst

Michael Stumpe (links) und André Ohle sind sicher, dass Bürgernähe und Präsenz die Vorteile einer Fahrradstreife sind. - Foto: Beil

Meinerzhagen/Kierspe - André Ohle wohnt in Marienheide. Täglich pendelt er nach Meinerzhagen zur Arbeit. Die elf Kilometer lange Strecke bewältigt der 49-Jährige beinahe ganzjährig mit dem eigenen Rad – außer im tiefsten Winter. „Umweltfreundlich und gesund“, nennt er das.

Von Jürgen Beil

In der Volmestadt angekommen, stellt Ohle sein Gefährt allerdings jetzt nicht mehr bis zum Feierabend in den Keller – seit einigen Tagen nutzt er das Stevens-Trekkingrad mit Nabendynamo und Shimano-XT-Ausstattung auch beruflich. Denn: Polizeihauptkommissar André Ohle ist Bezirksbeamter bei der Meinerzhagener Polizei und mit seinem „Velo“ in beiden Volmestädten dienstlich unterwegs, auf Fahrradstreife.

Michael Stumpe ist Leiter der Meinerzhagener Wache. Der Hauptkommissar war sofort einverstanden, das eigentlich fürs flache Münsterland ersonnene Konzept der Fahrradstreife auf Meinerzhagen zu übertragen. Die Vorteile liegen für ihn auf der Hand: „Bürgernähe und erhöhte Präsenz.“

Die Einsatzorte von André Ohle sind neben den Innenstädten von Meinerzhagen und Kierspe vor allem die touristischen Ziele wie Genkel, Jubach, das Ebbe oder Valbert. Allein die Anfahrt dorthin setzt bei der Fahrradstreife eine außergewöhnliche Fitness voraus. „Und die bringt der Kollege zweifellos mit“, hat Michael Stumpe vollstes Vertrauen. „Zur Not kann er sein Rad aber auch in den neuen VW-Bus verfrachten und beispielsweise auf die Nordhelle fahren, um dort aufs Fahrrad umzusteigen“, gibt es aber auch einen „Plan B“ für Regentage oder Hitzeperioden.

André Ohle ist spezialisiert auf Zweiräder. Bevor er dienstlich auf das Fahrrad umstieg, fuhr er bereits Motorradstreife. Das neue Gefährt hat für ihn einige Vorteile, die ein Auto nicht bietet: „Man kommt auf den Touren sehr schnell mit den Bürgern ins Gespräch“, hat er festgestellt. Auch das ist schließlich Aufgabe eines Bezirksbeamten. Michael Stumpe stellt allerdings auch klar, dass es sich bei der Fahrradstreife um einen „Nebenbei-Dienst“ handelt: „Der Kollege widmet sich natürlich auch weiter der ganz normalen Polizeiarbeit“, erläutert er.

Dass André Ohle mit seinem Dienstrad nicht auf Verbrecherjagd gehen wird, ist klar. Der „Drahtesel“ verfügt auch nicht über Blaulicht und Sirene. „Sollte er allerdings in der Nähe eines Tatortes sein, wird er dort hinfahren. Über den Digitalfunk ist er auch auf dem Rad überall und jederzeit zu erreichen. Das dient auch der Eigensicherung“, erklärt Stumpe.

Mit Beginn der wärmeren Jahreszeit wird es André Ohle nun auch in die Wälder um Meinerzhagen ziehen. „Mit dem Auto sind die Waldwege schlecht zu befahren und man wird sofort gehört. Mit dem Rad hat man hingegen die Chance, zum Beispiel Mopedfahrer zu ertappen, die dort illegal herumfahren“, weiß der Beamte. Schlechte Zeiten also auch für all jene, die sich bei ihren nicht ganz legalen „Ausritten“ bisher in Sicherheit wähnten.

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