Kiersper greift Polizistin an – Drogen im Spiel

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Drogen werden nicht nur in Großstädten konsumiert, sondern auch „auf dem Lande“.

Meinerzhagen - Ob Großstadt oder eher ländlich: „Grundsätzlich drogenfrei ist keine Stadt“, ist Marcel Dilling überzeugt. Dem Pressesprecher der Kreispolizeibehörde gibt ein Fall Recht, der jetzt in Meinerzhagen aktenkundig wurde.

Zeugen meldeten am vergangenen Samstag gegen 1.30 Uhr eine Ruhestörung „Am Stadion“. Eine Polizeistreife rückte aus und traf dort auf vier Männer. „Als diese den Streifenwagen bemerkten, warf einer ein Tütchen ins angrenzende Gebüsch. Der spätere Blick ins Dickicht brachte Marihuana zum Vorschein. Alle Anwesenden wurden von den Beamten durchsucht. 

Plötzlich ergriff einer der jungen Männer die Flucht. Eine Beamtin hielt ihn zunächst fest“, steht im Polizeibericht nachzulesen. Der Mann riss sich allerdings los, schlug nach Angaben der Kreispolizeibehörde dabei der Beamtin mit dem Arm gegen Schulter und Gesicht und stieß sie schließlich um. „Mit Unterstützungskräften konnte der Mann schließlich zu Boden gebracht, fixiert und in Gewahrsam genommen werden“, heißt es weiter. Er verbrachte den Rest der Nacht im Gewahrsam der Polizei. Den 18-jährigen Kiersper erwartet nun ein Strafverfahren wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte sowie Körperverletzung. Gegen einen 18-jährigen Begleiter, der sich als Inhaber des Tütchens offenbarte, fertigten die Beamten eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz an.

Untypisch ist dieser Fall, zumindest was die Drogen betrifft, nicht. Marcel Dilling berichtet im vergangenen Jahr in Meinerzhagen von insgesamt 37 Verstößen gegen das Betäubungsmittel-Gesetz. 2015 wurden im Stadtgebiet 39 solcher Vergehen mit einer Anzeige geahndet. In Kierspe waren es noch mehr: Hier weist die Polizei-Statistik für 2015 ganze 99 Fälle aus, 2016 waren es 51.

Dass sich die Szene aus den Ballungsräumen immer mehr aufs Land verlagert, ist für Dilling allerdings ein Trugschluss: „Bei Betäubungsmittel-Delikten ist es oft so, dass ein erwischter Täter einen ganzen Rattenschwanz an Ermittlungen nach sich zieht. Bei denen werden dann häufig auch andere Taten aufgedeckt. Außerdem sind Drogenfälle reine Kontrolldelikte. Wird in einem Jahr also – aus welchen Gründen auch immer – weniger kontrolliert, sinken die Fallzahlen.“

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