Alle 4,5 Tage ein Einbruch in Meinerzhagen

In Meinerzhagen schlugen Einbrecher im Jahr 2013 statistisch gesehen alle viereinhalb Tage zu. Die dunkle Jahreszeit ist „Hauptsaison“ der Täter. - Foto: dpa

Meinerzhagen - „Ja, die Nähe zur Autobahn spielt im Zusammenhang mit Einbrüchen sicherlich eine Rolle.“ Marcel Vormann ist stellvertretender Pressesprecher der Kreispolizeibehörde in Iserlohn und er weiß, dass auch auf Meinerzhagen mit Beginn der dunklen Jahreszeit wieder ein Problem zukommt.

Von Jürgen Beil

Erst in den vergangenen Tagen vermeldete die Polizei einen versuchten Einbruch in Ingemerterhammer. Und eines ist sicher: Dabei wird es in diesem Herbst und Winter nicht bleiben. Denn: Die Täter nutzen den frühen Einbruch der Dunkelheit aus – und sie machen sich auch die A 45 als schnelle und anonyme „Reiseroute“ zunutze.

Dabei sind es keinesfalls immer professionell organisierten Banden aus Osteuropa, die der Polizei Kopfzerbrechen bereiten. „Lokale Täter gibt es natürlich auch. Deshalb zu sagen, dass Meinerzhagen wegen der Nähe zur Autobahn generell viel schlimmer dran ist als beispielsweise Altena oder Werdohl, das wäre zu einfach“, erläutert Vormann.

Nach den Erfahrungen der heimischen Kriminalpolizei gibt es im Großraum Meinerzhagen keine Muster, aus denen „Vorlieben“ der Banden oder Einzeltäter zu lesen sind: Ob Außenbezirke oder innenstädtischer Kernbereich – die Einbrüche verteilen sich nach den Erfahrungen der heimischen Kriminalpolizei relativ gleichmäßig.

Fallzahlen für das laufende Jahr gibt es bei der Polizei natürlich noch nicht, die Jahre 2012 und 2013 wurden aber schon ausgewertet. Danach stieg die Zahl der gesamten Straftaten im Bereich Meinerzhagen binnen Jahresfrist von 1137 leicht auf 1140.

Bei den Wohnungseinbrüchen ging die Zahl von 83 im Jahr 2012 auf 80 in 2013 geringfügig zurück. Diese Bilanz ist dennoch erschreckend: Statistisch gesehen wurde in der Volmestadt 2013 etwa alle viereinhalb Tage ein Einbruch registriert.

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Die Polizei reagiert auch in diesem Jahr auf die „Gefährdungslage“: Die Sonderkommission „Casa II“ arbeitet seit dem 1. November daran, sowohl örtlichen als auch überörtlichen Tätergruppen das Leben schwer zu machen.

Der Leiter der Soko, Michael Kern, erläuterte gegenüber der MZ, dass im Bereich Meinerzhagen/Kierspe/Halver sowohl uniformierte als auch zivile Streifen im Einsatz seien, die durch Beamte aus Hundertschaften – beispielsweise im Rahmen von Großkontrollen – unterstützt würden. „Wir intensivieren darüber hinaus auch die Umfeldbefragungen und das Zusammenführen von Ermittlungsteams“, erläuterte Kern. Grundsätzlich gilt das auch für den gesamten übrigen Märkischen Kreis.

Beratung zum Einbruchsschutz bietet die Polizei unter den Telefonnummern 0 23 73/90 99 55 11 oder -12. Michael Schneider und Michael Hufnagel vom Kommissariat Vorbeugung stehen dort Rede und Antwort. Die beiden Beamten kommen nach Absprache auch zu den Bürgern und erklären vor Ort, wie das jeweilige Haus wirksam gegen Einbrecher geschützt werden kann.

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