Polizei soll nun doch an der Oststraße bleiben

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Seit 1969 ist die Polizei an der Oststraße untergebracht. Das soll auch so bleiben. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Die Polizei wache in Meinerzhagen soll nun doch auf Dauer am bisherigen Platz an der Oststraße bleiben. Die Suche nach einem neuen Standort in der Volmestadt ist endgültig aufgegeben worden.

Das bestätigte auf Anfrage der MZ Wolfgang Bühren, Verwaltungssdirektor der Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis.

Ursprüngliche Planungen sahen bis Mitte 2012 die Aufgabe der bisherigen Räumlichkeiten vor. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ein 2010 auf den Weg gebrachtes Ausschreibungsverfahren eigentlich längst abgeschlossen sein sollen, mit dem man einen neuen Standort hatte finden wollen. Wie seinerzeit berichtet, musste das kurz vor dem Abschluss stehende Verfahren jedoch gestoppt werden. Der Landesrechnungshof hatte im Zusammenhang mit einem anderen Projekt in Köln aus formalen Gründen die bislang geübte Vorgehensweise bei der Suche und Auftragsvergabe für Polizeizwecke bestimmter Objekte gerügt.

Es waren seinerzeit für die angedachte neue Unterbringung der Polizeiwache sowie der räumlichen Zusammenlegung mit dem an der Oststraße in einem Nachbargebäude auf der dritten Etage nicht optimal untergebrachten Kriminalkommissariat einige Angebote eingegangen. Dabei handelte es sich sowohl um Bestandsimmobilien als auch einen geplanten Neubau.

Es kam jedoch aus den geschilderten Gründen nicht zur endgültigen Festlegung und Vergabe. Eine Konsequenz daraus war, dass die Meinerzhagener Baugesellschaft als einer der Bieter für ihren Standort auf dem einstigen Groll-Grundstück an der Ecke Kapellenweg/Volmestraße ohne die Polizei neu plante und hier nun ein Gesundheitszentrum errichtet, das schon Anfang 2013 bezogen werden kann.

Wolfgang Bühren erläutert, dass man auch aus rein praktischen Erwägungen nunmehr entschlossen sei, an der Oststraße bleiben zu wollen. „Ein neues Ausschreibungsvefahren hätte bis zum konkreten Abschluss auch wieder eine längere Zeit in Anspruch genommen.“ Stattdessen ist beabsichtigt, an der Oststraße aus dem Bestand heraus für eine Optimierung sorgen zu wollen. So ist angedacht, das Kriminalkommissariat räumlich direkt angrenzend und auf einer Ebene mit der Polizeiwache zu verbinden. Das würde zwar einige Umbauten nötig machen, wäre aber relativ schnell und mit vertretbarem Aufwand umsetzbar.

Ein unerwartet aufgetretenes Problem allerdings gilt es mit Blick auf dieses Konzept jetzt noch zu lösen: Die Immobilien an der Oststraße gehören zur Firmengruppe Hellerforth, die im Juli dieses Jahres insolvent geworden ist. „Die wegen der Insolvenz derzeit ungeklärten Eigentumsverhältnisse auch für dieses Objekt müssten mit Blick auf eine angedachte längerfristige Unterbringung der Polizeidienststellen natürlich geregelt sein“, verdeutlicht Wolfgang Bühren. Mit im Boot sitzt als in diesem Fall konkret betroffene Gläubigerbank die Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen.

Auf Anfrage der MZ informierte Sparkassen-Vorstandsmitglied Roman Kappius, dass für das Objekt Oststraße eine Zwangsverwaltung beantragt sei. Über diesen Antrag werde das zuständige Amtsgericht in Kürze entscheiden. Sobald dann ein Zwangsverwalter eingesetzt sei, könne über konkrete weitere Schritte entschieden werden.

Kappius unterstreicht, dass die Sparkasse alles ihr Mögliche tun werde, um eine auch im Sinne der betroffenen Mieter positive und dauerhafte Lösung herbeizuführen. Dabei sei man auch bereit, möglicherweise kurzfristig anfallende Investitionskosten vorzufinanzieren. „Wenn erreicht werden kann, dass die Polizei an dieser Stelle weiter ein wichtiger Nutzer und damit Mieter bleibt, wäre das auch aus unserer Sicht eine für alle Beteiligten gute und wünschenswerte Regelung“, so der Sparkassendirektor. Und er gibt sich einigermaßen optimistisch, dass dies auch erreicht werden kann.

Die Polizei ist seit 1969 an der Oststraße untergebracht. 35 Beamte von Schutzpolizei und Kripo haben hier ihren Dienstort. „Verkehrsmäßig liegen wir hier weiter sehr gut“, unterstreicht Bühren. ▪ -fe

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