Fred-Roderich Pohl berichtet von elfmonatiger Reise

KuK-Vortrag: Durch Europa, Indien, Afrika und zurück

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Fred-Roderich Pohl berichtete auf Einladung von KuK über seine große Fahrradreise.

Meinerzhagen - Es war das Abenteuer seines Lebens. Beim Jour Fixe des KuK-Vereines berichtete Fred-Roderich Pohl von seiner Reise durch Europa, Indien, Afrika und wieder zurück. Das besondere dabei: Die Reise dauerte elf Monate, fast die Hälfte der Strecke legte er mit dem Fahrrad zurück. Das war in den Jahren 1964 bis 1965.

Die jüngeren Zuhörer im Publikum waren damals noch gar nicht geboren, die Bilder beim Dia-Vortrag wirkten beinahe historisch, aber Pohl sprach mit einer Begeisterung, als sei er gerade eben zurückgekommen.

Erstaunlich viele Besucher wollte in der Aula des Evangelischen Gymnasiums aus erster Hand den Reisebericht des Weltenbummlers hören, dabei kannten die meisten ihn wahrscheinlich schon. Denn der damals 19-Jährige war nicht aufs Geratewohl losgefahren, er finanzierte die Reise unter anderem durch einen Vertrag als „Auslandskorrespondent der Meinerzhagener Zeitung“.

Berichte für die MZ

Diese Artikelserie kam mit Hilfe seines Vaters zustande. Fred-Roderich Pohl schrieb unterwegs fleißig Tagebuch. Die Blätter schickte er per Luftpost nach Hause; dort wurden sie von seinem Vater redigiert und an die Lokalzeitung weitergereicht. Beim Vortrag lagen die Zeitungsartikel – fein säuberlich in Klarsichthüllen verpackt –, zur Ansicht aus. Der Reisebericht, inzwischen in dritter Auflage im Selbstverlag erschienen, findet nach wie vor seine Leser. Obwohl Fernreisen heute beinahe selbstverständlich sind, die Erzählung vom Aufbruch in ein großes Abenteuer fasziniert immer noch. 

Viele Besucher waren dem Vortrag in die Aula des Evangelischen Gymnasiums gekommen.

Und so hörte das Publikum von Begegnungen mit fremden Kulturen und witzigen Begebenheiten; von Unfällen, die auch tödlich hätten verlaufen können und einer Begegnung mit dem Dalai Lama – ein Höhepunkt der Reise, die Pohl mit akribischer Vorbereitung und viel Gottvertrauen in Angriff nahm.

Treffen mit dem Dalai Lama

Seine Motivation zur Reise war vergleichbar mit der von heutigen Jugendlichen: Nach der Realschule hatte er eine Lehre bei der Firma Fuchs angefangen – und was dann? Als „Umbruchphase“ beschrieb er sein Lebensgefühl und fand bei seinem Vater dafür Verständnis. Der knüpfte seine Erlaubnis an einige Bedingungen: Ausbildung beenden, Englisch lernen, Fitness-Training, Geld sparen. Der Sohn erfüllte alle, lernte Englisch in einem Kurs, den die Firma Battenfeld für ihre Sekretärinnen organisiert hatte und sorgte für die nötige Fitness unter anderem durch ausgedehnte Fahrradtouren.

Wilfried Vielgraf war schon an der Vorbereitung zur Reise beteiligt.

Daran beteiligte sich auch sein Freund Wilfried Vielgraf. Der wollte zwar nicht mit nach Indien, blieb Fred-Roderich Pohl aber lebenslang verbunden. Den Vortrag nutzte er, um sich wieder einmal mit ihm zu treffen. Die beiden Freunde hielt es nicht in Meinerzhagen. Vielgraf lebt inzwischen in Hilden, Pohl bei Göttingen. Nach einem Betriebswirtschaftsstudium war er im technischen Bereich tätig. Dass sein Beruf mit vielen Auslandsreisen verbunden war, fand er dabei nur positiv.

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