Erster Poetry Slam in der Stadthalle

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Das Publikum bewertet die gehörten Beiträge mit lautstarkem Applaus sowie mit Punkten von eins bis zehn.

Meinerzhagen - Die „World of Wordcraft“, beliebtes Poetry-Slam-Event in Lüdenscheid, macht einen Abstecher nach Meinerzhagen: Der Stadtmarketingverein und Marian Heuser laden für den 21. Mai in die Stadthalle ein.

"„Poetry Slam“, sagt Marian Heuser verschmitzt, „ist schwer in Worte zu fassen.“ Dabei ist dem „Slamer“ und Musiker durchaus bewusst, dass es beim Poetry Slam doch genau darum geht: die richtigen Worte zu finden. Davon können sich die Besucher der Stadthalle am 21. Mai, 19 Uhr (Einlass 18.30 Uhr), selbst ein Bild machen. Denn dann findet dort erstmals ein Autorenwettbewerb statt.

Poeten, Bühnenliteraten und wilde Wortverdreher sollen sich auf Einladung des Stadtmarketingvereins beim 1. Meinerzhagener Poetry Slam mit Witz, Tiefgründigkeit und Wortgewandtheit duellieren. Wer den Autorenwettstreit gewinnt, das entscheidet einzig und allein das Publikum. Jeder der auftretenden Künstler hat sechs Minuten Zeit, einen selbst verfassten Text vorzutragen – dann ist das Publikum an der Reihe und bewertet die gehörten Beiträge mit lautstarkem Applaus sowie mit Punkten von eins bis zehn. Dies geschieht in einer Vorrunde, einem Halbfinale und einem abschließenden Stechen der beiden Punktbesten.

Für alle Teilnehmer gilt: Instrumente, Beats, Verkleidungen und sonstige Requisiten sind verboten, es zählt der reine Vortrag. Doch ganz gleich ob Kurzgeschichte, Gedicht, Tagebucheintrag, Raptext oder Anekdote, ob gelesen oder auswendig performed, ob geschrien oder geflüstert: Alles ist erlaubt, solange es aus der eigenen Feder stammt.

Moderiert wird der Abend von Marian Heuser, der das Format in seiner Wahlheimat Münster kennenlernte und bereits 2010 nach Lüdenscheid brachte. Dort findet seither sechsmal jährlich die Slamreihe „World of Wordcraft“ im Kulturhaus statt, teilweise mit bis zu 600 Zuschauern jeden Alters. Und so kam auch der Stadtmarketinggeschäftsführer Bernd-Martin Leonidas auf die Idee, einen Poetry Slam nach Meinerzhagen zu holen. „Ich gehörte da in der Tat schon zum älteren Publikum. Aber nicht nur das fand ich bemerkenswert. Auch die Künstler mit ihren Vorträgen waren überraschend bis emotional, sodass man als Zuschauer in vielfältige Gefühlswelten getrieben wird. Und diese dann zu verarbeiten und gemeinsam mit seinen Nachbarn in Punkte zu pressen, ist eine spannende Herausforderung.“

Marian Heuser sieht die „Magie“ des Formats unter anderem im abwechslungsreichen Format, bei dem sich das Publikum und die Künstler gegenseitig immer weiter aufschaukeln. „Und man weiß nie, was als nächstes kommt – manchmal lacht man Tränen und beim nächsten Text bleibt einem das Lachen im Halse stecken.“ Dabei müsse jeder für sich entscheiden, ob man die Texte bei der Unterschiedlichkeit auch wirklich immer miteinander vergleichen kann, „aber auch darin liegt ein großer Reiz“. Es gehe zwar auch ums Gewinnen, aber vor allem um Respekt, Interaktion, Feedback. „Poetry Slam ist schweißtreibender Wortsport, ein Stilmix aus Lesung, Comedy, Kabarett, Lyrik, Performance und kollektivem Ausrasten – muss man einfach erlebt haben“, erklärt Heuser.

Der Vorverkauf für die Veranstaltung hat noch nicht begonnen. Die MZ berichtet, sobald es Karten gibt.

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