Noch passt die Planung auch bei U 3-Betreuung

Im Jugendzentrum Am Schulplatz richtet der Kindergarten „Korallenriff“ eine neue Gruppe ein. ▪ Archivfoto: vom Hofe

MEINERZHAGEN ▪ Unter drei Jahre alte Kinder haben ab dem neuen Kindergartenjahr Anspruch auf einen Betreuungsplatz. Das stellt viele Städte und Gemeinden vor Probleme. Müssen in diesem Jahr auch in Meinerzhagen Eltern abgewiesen werden, für deren Kinder kein Platz mehr vorhanden ist? Das ist nicht auszuschließen.

Wie der städtische Fachbereichsleiter „Ordnung und Soziales“, Hans-Erich Schmidt, jetzt mitteilte, stehen für Drei- bis Sechsjährige zurzeit 493 Betreuungsplätze in Meinerzhagen zur Verfügung. Insgesamt gibt es aber 575 Kinder, die ab 1. August untergebracht werden müssten. Diese Rechnung geht allerdings nicht ganz auf, weil das Kreisjugendamt – zuständig für die Kinder- und Jugendpflege in Meinerzhagen – von vornherein 100 Plätze herausrechnet. Der Grund: So viele Kinder nehmen erfahrungsgemäß pro Jahr keinen Platz in einer Tageseinrichtung in Anspruch, weil sie entweder in der eigenen Familie betreut werden oder der Baptistengemeinde angehören. Dort gibt es eigene Betreuungsangebote für den Nachwuchs aus der Gemeinde.

Dass die Einrichtungen dennoch neue Wege gehen, um mehr Kinder unterzubringen, beweist die Leitung des DRK-Kindergartens Korallenriff. Dort wurde beschlossen, zwölf Kinder im benachbarten Jugendzentrum Am Schulplatz unterzubringen. Ab dem 1. August wird diese „Außenstelle“ mit eigener Betreuung die Arbeit aufnehmen. Und auch im Heilpädagogischen Kindergarten Schürfelde sind dann zehn neue Plätze vorhanden. Dort können auch Kinder ohne Handicap angemeldet werden.

Anders sieht es bei den „U 3-Kindern“ in Meinerzhagen aus. In diesem Bereich werden in der Volmestadt zurzeit lediglich 50 Plätze „vorgehalten“. Wie Hans-Erich Schmidt berichtet, sind davon 40 bereits belegt. Dem stehen insgesamt 523 Kinder im entsprechenden Alter gegenüber, die theoretisch ab August einen Anspruch auf Betreuung haben.

Darüber hinaus, so Schmidt weiter, gebe es 17 „Tagespflegepersonen“, die zusätzlich 55 Plätze für Kinder unter drei Jahren vorhielten. Hier seien noch 26 freie Plätze registriert. Auch in diesem Bereich ist die Lage momentan wenig dramatisch – dennoch sind Stadt und Märkischer Kreis weiter auf der Suche nach Unterbringungsmöglichkeiten. Geeignete Gebäude werden deshalb bereits besichtigt, ein Beschluss über deren Nutzung wurde allerdings noch nicht gefasst. Fest steht: Sollten sich noch viele Eltern entschließen, von der ihnen zustehenden U-3-Betreuung Gebrauch machen, könnte es Probleme geben.

Auch in Meinerzhagen werden in den kommenden Jahren immer weniger Kinder wohnen – dieser Trend gilt für viele Städte vergleichbarer Größenordnung. Diesen Aspekt gilt es bei der Planung der Betreuungsangebote zu berücksichtigen. Durch hohe Investitionen eingerichtete Plätze, die heute noch benötigt werden, könnten in einigen Jahren überflüssig sein. Aktuell ist ist die Situation im Bereich „U 3“ allerdings nicht zufriedenstellend. ▪ beil

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