Einladung zur ökumenischen Wanderung auf der historischen Heidenstraße

Zu einer Wanderung auf den Spuren der Handelsleute und Jakobus-Pilger wird für den 31. August eingeladen. Start ist am Pilgerstein auf dem Denkmalplatz in Valbert. - Archivfoto: vom Hofe

MEINERZHAGEN/VALBERT -   Wandern auf den Spuren von Handelsleuten und Jakobus-Pilgern – dazu wird für Samstag, 31. August, herzlich eingeladen. Gemeinsame Veranstalter einer ökumenischen Pilgerwanderung sind die evangelischen und katholischen Gemeinde aus Meinerzhagen und Valbert.

Treffpunkt ist am 31. August um 10 Uhr auf dem Denkmalplatz in Valbert, wo einer von mehreren Pilgersteinen steht, der hier auf den Verlauf der historischen Heidenstraße hinweist.

Von Valbert aus geht es dann entlang des alten Weges Richtung Meinerzhagen, wo die Jesus-Christus-Kirche das Endziel der rund fünfstündigen Exkursion ist. Hier wird Kirchenführer Kalle Bartsch den Teilnehmern noch eine kurze Beschreibung der Besonderheiten dieser rheinischen Emporenbasilika auf westfälischem Territorium geben.

Es wird Rucksackverpflegung und festes Schuhwerk angeraten. An mehreren Zwischenetappen, so zum Beispiel am Haus Eckern in Möllsiepen, wird ein kurzer Halt eingelegt.

Als kundige Wanderführer fungieren die Eheleute Annemarie und Herbert Schmoranzer, die als Mitherausgeber eines Bildbandes über das „Wandern und Pilgern auf der Heidenstraße“ fungierten. Beide haben sich in der Vergangenheit unter anderem auch um eine bessere Kennzeichnung des alten Weges verdient gemacht und waren so auch daran beteiligt, dass auf Meinerzhagener Stadtgebiet insgesamt vier Pilgersteine aufgestellt wurden.

Die sogenannte „Heidenstraße“, die durch den heimischen Raum verläuft und von der zum Teil noch deutliche Spuren in der Landschaft zu erkennen sind – auch „Landstraße Cöln-Cassel-Leipzig“ genannt – zählte zu den wichtigsten und ältesten Ostverbindungen Kölns. Sie durchquerte das Sauerland von Köln her über Marienheide, Meinerzhagen, Valbert, Attendorn, Elspe, Wormbach und Oberkirchen bis Winterberg und führte weiter über Küstelberg, Oberschledorn, Korbach, Höringhausen, Ippinghausen und Kassel sowie über Uder, Heiligenstadt, Sangerhausen und Halle nach Leipzig.

Der mittelalterliche Handelsweg wurde auch von Pilgern benutzt, die sich auf den Weg zum Grab des Heiligen Jakobus in Santiago de Compostela in Spanien aufmachten – eine der bedeutendsten Wallfahrtsstätten des Mittelalters und bis heute das Ziel vieler Menschen.

Ein wichtiges Etappenziel für Pilger aus Deutschlands Norden und Osten war und ist dabei das „Heilige Köln“ mit seinen über 100 Heiligtümern, den vielfältigen Zeugnissen der Jakobuswallfahrt und Jakobusverehrung, vor allem aber mit den Reliquien der Heiligen Drei Könige, vor deren Schrein unzählige Kaufleute, Reisende und Pilger um Schutz auf ihrem Weg gebetet haben.

Man erreichte „Sacra Colonia“ über die Königsstraßen, die uralten Heer- und Handelswege also, weil es hier Unterkunft, Verpflegung sowie medizinische Versorgung gab und eine gewisse Sicherheit, denn auf diesen Straßen standen Pilger wie Kaufleute und Händler unter dem Schutz des Königs.

Eine dieser uralten Fernverbindungen ist die Heidenstraße, die in ihrem Verlauf von Köln nach Leipzig unter anderem das Oberbergische Land und das Sauerland querte. Zwar hat sie ihre Bedeutung als eine der wichtigsten und ältesten Ostverbindungen Kölns längst verloren, doch ihre Spuren sind, wenn man mit offenen Augen nach ihnen sucht, noch reichhaltig vorhanden.

Annemarie und Herbert Schmoranzer sind diesen Spuren durch intensive Erkundungen nachgegangen und werden den Teilnehmern der ökumenischen Wanderung am Samstag, 31. August dazu viele interessante Details zeigen und erklären können. - -fe

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