Kapelle Grotewiese hat einen eigenen Stempel

Der Stempel zeigt die Jakobsmuschel und den Schriftzug der Kapelle St. Maria Magdalena.

Grotewiese - Der Verein der Freunde und Förderer der Kapelle St. Maria Magdalena in Grotewiese hat einen Pilgerstempel anfertigen lassen, den sich die Wanderer des Jakobsweges in ihren Pilgerpass drucken können. Der Stempel hat die Form des Pilgerzeichens „die Jakobsmuschel“, weiter sind die Kapelle und der Schriftzug „Kapelle St. Maria Magdalena Grotewiese“ abgebildet. Der Pilgerstempel soll in der Zukunft die Pässe vieler Pilger schmücken, die auf dem Jakobsweg unterwegs sind.

Wie schon im Mittelalter, dient der Stempel heute noch als Nachweis für die zurückgelegte Strecke. Seit einigen Jahren nimmt die Zahl der Pilger stetig zu, die den Jakobsweg, der auch über Grotewiese führt, wandern. Im Mittelalter wurde die Heidenstraße, eine über 1 000 Jahre alte, rund 500 Kilometer lange Heer- und Handelsstraße, auch Pilgerweg nach Santiago de Compostela. Sie begann in Leipzig, führte über Kassel und das kurkölnische Sauerland nach Attendorn, dann weiter über Valbert, Meinerzhagen, Marienheide, Lindlar und Bensberg nach Köln.

Die Pilgerschaft auf dem Jakobsweg hat seit den 1970er Jahren einen großen Aufschwung erlebt. Papst Johannes Paul II. besuchte 1982 Santiago de Compostela und rief den alten Kontinent auf, seine Wurzeln wieder zu beleben. 1987 erklärte der Europarat den Weg zum ersten europäischen Kulturweg. Damals wurden gut 3 000 Pilger pro Jahr registriert. Im Heiligen Compostelanischen Jahr 2004 kamen 179 932 Wanderer.

Die Pilger legten entweder den ganzen Weg oder den Weg durch Spanien, wenigstens aber die letzten 100 Kilometer, zurück. Dies wurde und wird auch heute noch mit Stempeln von einzelnen Stationen in einem Pilgerausweis verzeichnet. In Santiago erhalten die Pilger eine Urkunde: die Compostela.

In Deutschland begann die Ausweisung von Wegen erst 1992. Der evangelische Pfarrer Paul Geißendörfer realisierte mit sechs Jakobusgemeinden einen Pilgerweg von Rothenburg ob der Tauber nach Nürnberg.

Der Name Jakobusweg bezieht sich auf den Apostel Jakobus. Nach der Legende war er in Spanien als Missionar unterwegs. In Santiago de Compostela befindet sich sein Grab. Die Wege, die nach Santiago führen, erhielten den Namen Jakobsweg.

Eine Legende überliefert: Ein junger Adeliger ritt ungeachtet der Fluten dem Schiff entgegen, das den Leichnam von Jakobus nach Galicien brachte. Das Pferd scheute bei dem Anblick des heiligen Leichnams und der Ritter versank im Meer. Nun soll Jakobus den Mann auf überirdische Weise gerettet haben. Als der Mann wieder auftauchte, war er über und über mit einer bestimmten Muschelform übersät. Auf diese Legende geht das Schutzsymbol und Erkennungszeichen der Pilger zurück – die Jakobsmuschel. Später wurde die Muschel offiziell von einer Urkunde abgelöst. Sie diente aber weiterhin, am Gehstock oder Gewand befestigt, als Erkennungszeichen und Schutz für den Pilger.

In St. Maria Magdalena ist der Pilgerstempel zu den Öffnungszeiten der Kapelle frei zugänglich. Er liegt im Eingang, dazu ein Stempelkissen. Pilgernde können sich selbst bedienen. Die Kapelle ist täglich von 9 bis bis 19 Uhr geöffnet.

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