Pilgerstein an der einstigen „Autobahn“ bei Haumche

Ortsvorsteher Fred Oehm erhielt von Annemarie Schmoranzer eine Jakobs-Pilgermuschel.

MEINERZHAGEN ▪ „Sie befinden sich hier an einer Autobahntrasse, die in west-östlicher Richtung von Köln bis Leipzig führte.“ Hans-Ludwig Knau, heimischer Experte für Bodendenkmäler und langjähriger Ortsheimatpfleger, verdeutlichte gestern bei Haumche oberhalb des Ihnetals die große Bedeutung eines heute in der Landschaft nur noch als von der Natur überwuchertes Bündel von acht Hohlwegspuren mitten in im Wald präsentiert.

Die mittelalterliche Heidenstraße, vornehmlich für den Transport von Gütern bestimmt, aber auch von Pilgern auf den Jakobsweg nach Spanien genutzt, war dies Teil einer bedeutenden mittelalterlichen Fernstraße. Am Sonntag wurde dort der inzwischen vierte Pilgerstein auf Meinerzhagener Gebiet, der insgesamt 21 entlang der Heidenstraße von Korbach bis Marienheide, eingeweiht.

Eingeladen hatte die Projektgruppe Heidenstraße, die sich seit nun schon rund 20 Jahren unter der engagierten Federführung der Eheleute Annemarie und Herbert Schmoranzer intensiv mit der Erforschung und Wiederentdeckung des historischen Wegs beschäftigt. Dass die Anwohner benachbarten Ferienhaussiedlung Haumche das mittlerweile offizielle Bodendenkmal und den von der Stadt Meinerzhagen hier als Teil der Heidenstraße angelegten Wanderwegs samt neuem Pilgerstein sozusagen in Patenschaft übernommen haben, bewies deren engagierte Teilnahme an der Veranstaltung. Liebevoll gedeckte und mit Muscheln beziehungsreich gedeckte Tische luden trotz des einsetzenden Wetterumschwungs und freundliche die Gäste noch zum Verweilen ein. Und die Besucher waren zahlreich gekommen, wurden von Annemarie Schmoranzer herzlich begrüßt, so namentlich die beiden Valberter Pastoren Peter Winterhoff und Ludwig Opahle, die in ökumenischer Gemeinschaft Worte der Besinnung sprachen und die Einweihung vornahmen, Ortsvorsteher Fred Oehm und Achim Neubert für die Stadt Meinerzhagen, der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Matthias Heider, Klaus Schmidt als Präsident des Freundeskreises der Jakobuspilger aus Paderborn, Bernd Koch als Vorstandsmitglied der Jakobusfreunde Breckerfeld und für den Sauerländer Heimatbund die stellvertretende Vorsitzende Birgit Haberhauer-Kuschel. Ein Dank ging auch an den Attendorner Steinmetzmeister Joachim Eßlinger, der den Grauwacke-Stein mit Gravur geliefert hatte.

Die Valberter Jäger schossen zweimal Salut und sorgten in ihren historischen Uniformen für einen stilechten Ramen.

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