Philharmonie in der Stadthalle

Volles Haus zum Neujahrskonzert

+
Die Philharmonie Südwestfalen brachte zahlreiche bekannte Stücke zu Gehör und wurde dabei von Sopranistin Jeanette Wernecke unterstützt.

Mit Wiener Charme, internationalem Flair und frischem Wind aus Amerika geleitete die Philharmonie Südwestfalen am Freitagabend beim Neujahrskonzert in der Stadthalle schwungvoll ins neue Jahr.

Auf Einladung des KuK-Vereins, dessen Vorsitzender Karl-Heinz Kraus das Konzertpublikum im voll besetzten Haus willkommen hieß, ließ das Orchester unter Leitung seines kanadischen Chefdirigenten Charles Olivieri-Munroe musikalisch die Sektkorken knallen. 

Gemeinsam mit Sopranistin Jeannette Wernecke, die als charmante Moderatorin stets eine humorvolle Anekdote parat hatte, boten die Musiker ihren Zuhörern ein Programm, das jede Generation ansprach. Sowohl die, die Musik zum Jahresanfang mit der Strauss-Familie, Walzer, Polka und Marschmusik verbinden, als auch die, die gern neues Terrain erkunden, kamen auf ihre Kosten. 

Bis in die drei Zugaben, die den Bogen von den glitzernden Klangfarben des Passo Doble „La Lumia“ von Vaclav Trojan bis zum unverwüstlichen Radetzky-Marsch von Johann Strauss (Vater) spannten, reichte der abwechslungsreiche Stilmix. Das Chanson vom „Mädchen aus dem 4. Stock“ bot Solistin Jeanette Wernecke obendrein Gelegenheit, ihre immense stimmliche Bandbreite zwischen großer Oper und Jazz zu präsentieren. Mit Ovationen bedankten sich die Zuhörer für das facettenreiche Konzert. 

Neujahrskonzert in Meinerzhagen

Auf lockere, überaus unterhaltsame Weise geleiteten Charles Olivieri-Munroe und Jeanette Wernecke durch das Programm. Das Geplänkel zwischen der vielseitigen Sängerin und dem erfahrenen, für seine innovativen Programme bekannten Dirigenten geriet zum Zünglein an der Waage an diesem Abend. 

Mit einigen der bekanntesten Melodien aus der Feder des Walzerkönigs Johann Strauss eröffneten und beendeten die Virtuosen aus Hilchenbach ihr Gute-Laune-Programm. Farbig und nuancenreich malten sie sowohl das südländische Flair und die unbeschwerte Heiterkeit einer „Nacht in Venedig“ (Ouvertüre) als auch die Beschaulichkeit walzerseliger „Geschichten aus dem Wiener Wald“ aus. Komponisten aus Ost und West ließen die Musiker unter der Hand von Charles Olivieri-Munroe, der den Werken des Abends bei aller Präzision und Differenziertheit einen federleichten Anstrich verlieh, zu Wort kommen. Temperament und Lebensfreude blitzten im „Donauwellen Walzer“ des Rumänen Iosif Ivanovici und im „Slawischen Tanz Nr. 9“ von Dvorak auf. 

Großen Gefühlen gaben die Offenbach’schen „Rheinnixen“ und der „Dornröschen Walzer“ von Tschaikowsky Raum. In der Orchesterfassung von Anze Rozman gerieten die Revolutions Etüde von Chopin – eine Premiere – und der zackige „Kadettenmarsch“ des Amerikaners John Philip Sousa zu den originellsten Werken des Abends. Mit bezaubernden Arien – voran „Mein Herr Marquis“ aus der Strauss Operette „Die Fledermaus“ – bereicherte Jeanette Wernecke das Programm. 

Das spöttische Lied der Adele, die sich über den Herrn Marquis amüsiert, setzte die lyrische Koloratursopranistin mit ihrer glockenreinen Stimme, Ausdruckskraft und Bühnenpräsenz ebenso perfekt in Szene wie die gefühlvolle Arie „Strahlender Mond“ aus Künnekes „Der Vetter aus Dingsda“. Mal schlüpfte sie in die Rolle der Primadonna („Art is calling“ von Victor Herbert), mal schmeichelte sie den „Mädchen von Cadiz“ mit Augen des Franzosen Leo Delibes. Und so wird dieses Konzert vielen Besuchern einen unvergessenen musikalischen Start ins neue Jahr bereitet haben.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare