1. come-on.de
  2. Volmetal
  3. Meinerzhagen

Pfingstkirmes steht - aber Probleme für Schausteller bleiben

Erstellt:

Von: Jürgen Beil

Kommentare

Heiner Aufermann freut sich auf die Meinerzhagener Pfingstkirmes.
Heiner Aufermann freut sich auf die Meinerzhagener Pfingstkirmes. © Beil, Jürgen

Die gute Nachricht: Die Meinerzhagener Pfingstkirmes wird stattfinden – und das, Stand jetzt, fast so wie in den Zeiten vor der Pandemie. Die schlechte: An Normalität ist für die Schausteller immer noch nicht zu denken.

Meinerzhagen – „Wir schlittern praktisch von einer Krise in die nächste“, beschreibt Kirmes-Organisator und Schausteller Heiner Aufermann die Situation, wie sie sich momentan darstellt.

Neben dem Corona-Virus, das natürlich noch nicht verschwunden ist, drücken die Kirmesbetreiber nun auch diese Sorgen: „Durch den Krieg in der Ukraine sind die Preise bei vielen Dingen explodiert, die wir dringend benötigen. Das fängt bei den Kosten für Diesel an und zieht sich hin bis zu den gestiegenen Preisen für Speiseöl, Mehl oder Milchpulver“, berichtet Aufermann.

Öl knapp und teuer

Er weiß, was „auf dem Rummel“ im Vollbetrieb alles benötigt wird: „Wenn man Crêpes backt, muss die Platte bei jedem Einzelnen neu eingefettet werden. Dazu braucht man Öl. Pommes und Backfisch werden in Öl gemacht.“ Und wie beschaffen sich die Betreiber der Stände in diesen Zeiten die nötigen Zutaten? „Man lügt sich so durch“, flüchtet sich Heiner Aufermann in Galgenhumor.

Die Probleme hat er jedenfalls selbst miterlebt: In normalen Supermärkten sind Öl und Mehl teilweise schon rationiert, wenn überhaupt noch vorhanden. „Und wenn nicht, kann man sich jede Menge Sprüche anhören, wenn man größere Mengen im Einkaufswagen liegen hat.“

Oft weichen die Schausteller dann auf den Großmarkt aus. „Mit etwas Glück kann man dort noch Säcke mit Mehl kaufen. Aber wenn die einmal angebrochen sind, ist das Mehl ja auch nicht mehr unendlich lange haltbar. Und auch die Großhändler haben teilweise schon Probleme, den Nachschub sicherzustellen“, berichtet Heiner Aufermann.

Problem: Kraftsoff-Preise

Hinzu kommen dann noch die auf breiter Front gestiegenen Preise. Etwa beim Diesel-Kraftstoff. „Einige Kollegen reisen zu den Veranstaltungen 200 bis 300 Kilometer an – und das mit mehreren Fahrzeugen. Allein die Kosten dafür sind immens“, berichtet Heiner Aufermann. Das alles könnte nach seiner Einschätzung dazu führen, dass die Preise etwas angehoben werden müssen. „Das ist den Besuchern aber wohl schwer zu erklären, denn auch sie müssen mit den überall steigenden Kosten ja irgendwie leben.“

Problemfeld Nummer zwei ist die Pandemie. Mit Zugangsbeschränkungen ist bei der Pfingstkirmes diesmal wohl nicht zu rechnen. Aber niemand weiß, wie sich „Corona“ entwickeln wird. „Fakt ist, dass wir auch in Meinerzhagen darum bitten werden, dass Abstände eingehalten werden. Und an den Ständen gibt es die Bitte, Masken zu tragen. Das dürfte aber kein Problem darstellen, weil viele Besucher – so die Erfahrungen bei anderen Veranstaltungen – das schon von sich aus machen“, blickt Heiner Aufermann auf die Pfingstveranstaltung voraus.

Eigenes Geld verdienen

Eingezäunt werden muss der Kirmesbereich an der Stadthalle wohl nicht, anders als bei ähnlichen Veranstaltungen in Ballungszentren, wo das noch praktiziert wird. Aber: „Wenn wir sehen, dass es zu voll wird, werden wir wohl Maßnahmen ergreifen müssen“, denkt Heiner Aufermann.

Der Kirmes-Organisator ist jedenfalls heilfroh, dass ein Stück Normalität zurückgekehrt ist: „Wir können endlich wieder eigenes Geld verdienen, ohne weiter vom Staat abhängig zu sein. Aber ein mulmiges Gefühl bleibt bei allen. Wir fragen uns: Wie geht es weiter mit der Pandemie und wie entwickelt sich die Situation in der Ukraine?“

Auch interessant

Kommentare