Valberter fühlt sich von Reitern "veräppelt"

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Reiten im Wald – eine schöne Sache für alle Pferdefreunde. Fehlende Reitplaketten und Hinterlassenschaften der Vierbeiner können allerdings zu Ärger führen.

Meinerzhagen - Gleich zwei Beobachtungen sorgen bei einem Valberter, der namentlich nicht genannt werden möchte, seit Monaten für Unmut: Nach seinen Erfahrungen sind „viele Waldwege mit Pferdeäpfeln zugepflastert“.

„Und wenn man dann einen Reiter – oder besser sein Pferd – auf frischer Tat ertappt, kann man nicht einmal ausmachen, wer dafür verantwortlich ist. Denn: Eine vorgeschriebene Reitplakette tragen viele Pferde nicht.“

Für die Kontrolle der Kennzeichen ist (theoretisch) der Märkische Kreis zuständig. Dort wird bestätigt, dass eine fehlende Plakette in den Bereich der Ordnungswidrigkeit fällt und durchaus geahndet werden kann. In der Praxis lässt sich eine Kontrolle der Reiter im riesigen Kreisgebiet allerdings kaum darstellen. MK-Pressensprecher Hendrik Klein: „Wir werden keine Polizei in den Wald schicken. Das ist de facto kaum zu kontrollieren, weil wir nicht über so viele Mitarbeiter verfügen.“ 

Klein rät stattdessen beiden Parteien, Spaziergängern wie Reitern, das Gespräch zu suchen: „Natürlich nehmen wir auch Meldungen über fehlende Plaketten entgegen. Wenn der Reiter dem Wanderer allerdings persönlich nicht bekannt ist, wird die Sanktionierung schwierig“, weiß er. Eine andere Möglichkeit sieht der Pressesprecher in der Kontaktaufnahme mit Vertretern heimischer Reiterhöfe: „Auch wir werden dort manchmal vorstellig und weisen die Betreiber darauf hin, dass sie unbedingt an die vorgeschriebenen Plaketten denken sollen und diese am Zaumzeug der Pferde anbringen.“ In Sachen „Pferdeäpfel“ erklärt Klein den Kreis für nicht zuständig. Auch hier sei ein konstruktives Gespräch aller Beteiligten aber wohl die beste Lösung, empfiehlt er. 

Wissen sollten Reiter, die ohne „Kennzeichen“ im Wald unterwegs sind, allerdings auch, dass die Polizei eingreifen kann. Sollte Beamten die fehlende Plakette auffallen, droht ein Bußgeld. Seit dem Jahreswechsel gibt es die gesetzliche Neuerung, die das Reiten nun fast überall erlaubt. Nach einer Änderung des Landesnaturschutzgesetzes ist das Reiten danach in der freien Landschaft zum Zweck der Erholung grundsätzlich auf privaten Straßen und Wegen gestattet. Per Definition sind das „befestigte oder naturfeste Waldwirtschaftswege, die mit zweispurigen Fahrzeugen befahren werden können“. Geritten werden darf natürlich auch auf ausgewiesenen Reitwegen. Aber: Jeder, der in der freien Landschaft oder im Wald reitet, muss ein gut sichtbares und beidseitig am Zaumzeug des Pferdes angebrachtes gültiges Reitkennzeichen besitzen. Das betrifft sowohl die Benutzung privater als auch öffentlicher Straßen und Wege. Diese Plakette gibt es beim Märkischen Kreis. 

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