Warten auf Keinecke-Nachfolge

Pfarrer Peter Wilhelm Keinecke verlässt Meinerzhagen.

Meinerzhagen/Kierspe - Diese Nachricht sorgte in der katholischen Pfarrei St. Maria-Immaculata spätestens mit der Veröffentlichung in der Dienstagsausgabe der MZ für Aufsehen: Nach fast achtjähriger Zeit in Meinerzhagen und Kierspe hat Pfarrer Peter Wilhelm Keinecke im Bistum um seine Entpflichtung aus dem Pfarramt gebeten.

Von Frank Zacharias

Am Dienstag nahm er zu seinem Abschied im Gespräch mit der Redaktion Stellung. Und dabei verriet er auch, dass die Entscheidung, die Pfarrei zu verlassen, ihn schon eine längere Zeit beschäftigte.

„Eigentlich reifte der Gedanke seit drei Jahren“, sagte Keinecke gestern. „Es ist mühsam geworden, in der gesamten Pfarrei auf alle Sachen zu achten. Damals ist mir schon aufgefallen, dass mir Konzentration und Kraft dazu an manchen Stellen fehlen.“ Auch die Herausforderungen, die sich unter anderem durch die Zusammenlegung der einzelnen Gemeinden in Kierspe und Meinerzhagen ergeben hätten, sind – das wird im Gespräch mit dem Pfarrer deutlich – nicht zu unterschätzen.

Keinecke trat im September 2006 seinen Dienst in Meinerzhagen in der damals eben erst geschaffenen Pfarrei als Nachfolger Ulrich Blekers an. Zuvor war der heute 60-Jährige zunächst als Kaplan in Gelsenkirchen-Erle tätig, später im Pfarrdienst in Essen (erst in Werden, später in Fischlaken). Dieser Zeit schloss sich eine Pfarrstelle in Duisburg-Wannheimerort an. Als er 2006 gefragt wurde, ob er nicht in Meinerzhagen und Kierspe seinen Dienst versehen wolle, war dies für ihn nicht jener kalte Sprung ins Wasser, den manch anderer Kollege beim Gang ins Sauerland wagen muss: Peter Wilhelm Keinecke ist gebürtiger Werdohler und daher mit den Gepflogenheiten und Umständen in der Diaspora vertraut. Doch diese Offenheit fürs Sauerland ist rar unter den potenziellen Nachfolgern, wie nicht nur Keinecke weiß.

„Es ist durchaus so, dass es schwierig sein kann, jemanden für die Arbeit im Sauerland zu gewinnen“, sagte gestern auch Domvikar Dr. Kai Reinhold, Personaldezernent des Bistums Essen für das pastorale Personal im Gespräch mit der Meinerzhagener Zeitung. Er hat die Gemeindegremien in der vergangenen Woche gemeinsam mit Pfarrer Keinecke über den bevorstehenden Wechsel informiert. „Jetzt ist es natürlich unsere Aufgabe, jemanden für dieses Amt zu finden. Zum Zeitpunkt kann man aber noch keine Prognose abgeben“, so Reinhold, der die Pfarrei generell personell ausreichend ausgestattet sieht. Hervorzuheben ist für ihn nun, dass der scheidende Pfarrer die Gemeinde nicht alleine lasse, sondern ihr so lange noch zur Verfügung stehe, bis ein Nachfolger gefunden ist. Eine kurze Vakanz konnte Peter Wilhelm Keinecke selbst gestern allerdings nicht ausschließen – je nach Dauer der Suche.

Wie es für ihn selber nun weitergeht, vermochte Pfarrer Keinecke gestern noch nicht zu sagen. Nur so viel: „Ich werde nun erst einmal eine längere Auszeit nehmen.“ In der Regel sind Pfarrer bis zum Alter von 70 Jahren im Dienst. „Ein Wechsel im zehnjährigen Turnus ist übrigens durchaus vom Bistum angestrebt“, so Keinecke, der nun jedoch bereits nach acht Jahren wechselt.

Für die Entwicklung insbesondere der Meinerzhagener Gemeinde hofft er – auch zugunsten seines Nachfolgers – auf mehr Eigeninitiative der Gemeindemitglieder und einen „eigenen Blick auf die Sache“.

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