Keine Kirche mehr in Hunswinkel

Die Kirche St. Peter am See in Hunswinkel wurde bereits profaniert und verkauft. - Archivfoto: Beil

Hunswinkel - Nun gibt es auch offiziell kein Kirchengebäude mehr in Hunswinkel: Nachdem die Evangelische Gemeinde Valbert ihre dortige Kirche bereits im Jahr 2004 verkauft hatte, trennt sich nun auch die katholische Pfarrei St. Maria Immaculata von ihrem Gotteshaus St. Peter am See.

Im Rahmen eines Interviews, das die MZ mit Pfarrer Thorsten Rehberg anlässlich seiner bevorstehenden Amtseinführung führte, erklärte dieser, dass die Hunswinkler Kirche bereits profaniert, also entweiht worden sei. „Das haben Pfarrer Keinecke und der Kirchenvorstand noch abschließen können, bevor ich meinen Dienst antrat – wofür ich sehr dankbar bin“, erklärte Rehberg im Gespräch mit unserer Zeitung. „St. Peter lag ganz sicher in einer der schönsten Regionen unseres Bistums: Da tut ein Verlust schon sehr weh!“ Zuletzt hatten sich insbesondere der Hunswinkler Dieter Herzog und auch Valberts ehemaliger Ortsvorsteher Fred Oehm für die kleine, 1964 erbaute Kirche stark gemacht. Einen eigenen Pfarrer hatte sie schon seit langem nicht mehr, Gottesdienste fanden dort zuletzt nicht mehr statt. Das Gebäude galt vor allem in den Anfangsjahren als „Urlauberkirche“ für die Gäste des Nah- und Erholungsgebiets Bigge- und Listersee. Im Zuge der Umstrukturierung zur Großpfarrei hatte das Bistum Essen St. Peter am See bereits vor sechs Jahren als „weitere Kirche“ ausgewiesen und keine finanziellen oder personelle Mittel zum Erhalt mehr bereitstellt. So war der Verkauf absehbar.

Wie es mit dem vom Kölner Architekten Hans Schilling entworfenen Gebäude nun weitergeht, darüber entscheidet Fred Heckert: Er hat die Kirche nebst angrenzendem Wohnhaus gekauft, will zum Kaufpreis aber keine Angaben machen. „Darüber wurde Stillschweigen vereinbart“, so Heckert, der den Wohntrakt vermieten und für das Kirchenschiff nun in konkrete Planungen einsteigen will. „Laut Vertrag müsste zwar mindestens der Turm abgerissen werden, aber vielleicht lässt sich das – je nach Nutzung – ja vermeiden.“ - zach

Lesen Sie das Interview mit Pfarrer Thorsten Rehberg in der Samstagsausgabe der Meinerzhagener Zeitung.

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