Weihnachten - für Pfarrer Kroschewski auch ein Fest der Vorfreude

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Pfarrer Peter Kroschewski bei einer Messe in Essen. Ende März wechselt der Geistliche nach Meinerzhagen.

Meinerzhagen/Kierspe - Freude auf das Neue, das so neu eigentlich gar nicht ist. Und ein wenig Wehmut beim Blick zurück. Zwei Herzen schlagen in der Brust von Pfarrer Peter Kroschewski – auch beim Weihnachtsfest.

Das feiert der katholische Geistliche noch in seiner Gemeinde St. Maria Rosenkranz in Essen-Bergeborbeck. Ab dem 29. März allerdings ist Meinerzhagen Dienstsitz des 55-Jährigen.

Weihnachten, das Fest der Freude. Das trifft zu, auch was die Zukunftsplanung von Pastor Peter Kroschweski angeht. Denn der Bischof erfüllte ihm einen Wunsch: „Zehn Jahre Tätigkeit in einer Gemeinde, das ist für einen Pastor eigentlich normal. Ich bin mittlerweile 13 Jahre im Ruhrgebiet tätig. Es war also Zeit für eine Veränderung. Der Vorschlag, in die Pfarrei St. Maria Immaculata zu wechseln, kam von mir, dem wurde entsprochen. Ich bin gebürtiger Kiersper, kehre also in meine Heimat zurück“, erläutert der Seelsorger, welche Gründe es für den Umzug nach Meinerzhagen gibt. 

An den verschwendet der Geistliche allerdings in diesen Tagen kaum einen Gedanken. Denn: „Das Weihnachtsfest bedeutet für mich erst einmal viel Arbeit, die mich allerdings auch erfüllt. Drei Gottesdienste habe ich in meiner Gemeinde an Heiligabend hintereinander gehalten. Den ersten ab 14 Uhr im Seniorenstift Haus Berge, den zweiten ab 15.30 Uhr im Rahmen einer Kindermesse in der Kirche St. Maria Rosenkranz und den dritten ab 18 Uhr als Gemeindemesse“, zählt Peter Kroschewski auf. Und einen Schwerpunkt für seine Abendpredigt legte er auf diese Themen: „Wie gehen wir mit den christlichen Festen um? Und wie finden wir Zugang zu jungen Menschen?“ 

Dass die Wahl ausgerechnet auf diese Aspekte fiel, kam nicht von ungefähr. „Bei Schulmessen in meiner Gemeinde war die Kirche einst jede Woche voll. Inzwischen hat sich das geändert. Die Messen finden nur noch einmal im Monat statt und dann kommen etwa zehn bis zwölf Kinder.“ Auf Fragen nach dem Grund für das Weihnachtsfest habe er außerdem festgestellt: „Nur noch zwei bis drei Kinder wissen überhaupt, worum es dabei geht.“ 

Zurück nach Meinerzhagen, Kierspe und Valbert. Für diese drei Gemeinden wird Pfarrer Kroschewski ab dem 29. März 2020 zuständig sein. „Ich werde Pfarrer der Pfarrei St. Maria Immaculata. Dazu gehören eben diese drei Gemeinden – St. Marien in Meinerzhagen, St. Josef in Kierspe und St. Christophorus in Valbert, gemeinsam mit Grotewiese. Und ich werde Pastor der Gemeinde St. Marien in Meinerzhagen, wo erst einmal auch der Schwerpunkt meiner Arbeit liegt“, erläutert der Geistliche. Doch diese Aufteilung sei nicht in Stein gemeißelt. „Wir werden künftig den Pfarrentwicklungsprozess vorantreiben. Gemeinsam mit Pater Beilicke und Pastor Myrda werde ich auch in der gesamten Pfarrei Dienst tun“, sagt der neue Seelsorger. Dabei müsse er sich erst einmal umgewöhnen. Eseloh statt Essen, Bollwerk statt Bergeborbeck – viel größer könnte der Kontrast für Peter Kroschewski nicht sein. Und dennoch freue er sich über seinen Schritt zurück zu den Wurzeln.

Dass auch „auf dem Land“ einige Probleme auf ihn warten, weiß der katholische Pfarrer genau. Schrumpfende Gemeinden, finanzielle Sorgen, teilweise marode Gebäude, wenig Priester-Nachwuchs – die Kirchen stehen vor gewaltigen Zukunftsaufgaben. Ist die Ökumene eine Lösung? Könnte sich Peter Kroschewski beispielsweise die gemeinsame Nutzung einer Kirche durch evangelische und katholische Christen vorstellen? Eine solche Diskussion kommt für den Geistlichen noch zu früh: „Wir müssen uns zunächst beide erst einmal auf unsere Fundamente konzentrieren.“ Die Ökumene findet Peter Kroschewski grundsätzlich aber gut: „Bestimmte Gottesdienste werden ja schon gemeinsam gefeiert. Wo es möglich ist, müssen wir sehen, gemeinsam zu agieren. Wir haben schließlich die gleichen Fundamente. Ich persönlich feiere auch sehr gern gemeinsame Gottesdienste. Und ich arbeite lieber mit evangelischen Kollegen zusammen, die klar ihren evangelischen Glauben leben. Eine Vermischung aus beidem finde ich nicht so gut.“

Freizeit wird Peter Kroschewski auch in Meinerzhagen haben. Genug jedenfalls, um sich seinen Hobbys zu widmen: „Ich mag ausgedehnte Spaziergänge und ich lese gern Bücher. Außerdem pflege ich Kontakte und lasse auch einfach mal die Seele baumeln.“

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