Peter Kröger sammelt Steine aus Leidenschaft

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Peter Kröger fasziniert es, Steine zu betrachten; auf deren innerern und äußeren Spuren zu wandeln. ▪

VALBERT ▪ „Für mich ist es eine Faszination, Steine und deren Innenleben anzuschauen“, sagt der Valberter Peter Kröger. „Solange ich lebe werde ich sammeln.“

Infiziert hat sich der Autodidakt, als er 1965 an der Ruhr-Universität Bochum auf Professor Dr. Hans-Dietrich Trochim traf. Der baute dort gerade das Institut für Mineralogie auf, war der Mann der ersten Stunde auf dem Campus. Und dieses Institut brauchte für seine Studenten so genannte Hausstücke. Die wurden aus Steinbrüchen herausgeschlagen. Und immer dabei war Peter Kröger, der als Fahrer der Universität an vielen Exkursionsfahrten teilnahm. „Ich war erstaunt, wie es im Inneren der Steine ausschaute“, erinnert er sich an diese Zeit „welche Geschichten das alles erzählen konnte. Da habe ich angefangen zu sammeln.“ Immer, wenn er unterwegs war. Aus Finnland, Schweden, Norwegen und Italien stammt ein Teil seines mineralogisch- geologischen Gesteins. Aus Südamerika, Australien und Neuseeland ein anderer. Natürlich auch aus Deutschland. „Und aus Hösinghausen“, so lachend der 69-jährige Sammler, der in Valbert sein Zuhause hat. „Daher, ganz genau aus einem Vulkanschlot, stammt mein ältestes Stück. Ich schätze es auf 400 Millionen Jahre.“

Im Sauerland sind unter anderem auch Suttroper Quarze zu finden. „Das sind sechseckige Mineralien, die weiß oder milchig ausschauen“, erklärt Peter Kröger weiter. Und diese bestehen nach neuesten Erkenntnissen aus Kupferkies und Anhydrit. Einige der 2000 Steine umfassenden Sammlung des Autodidakten haben fossile Einschlüsse. „Stielenden von Seelilien sind das“, erklärt Kröger knapp. „Hier war ja mal Meer, auch die Eiszeit ist an dieser Region nicht vorüber gezogen.“ Und die hinterließ Spuren. Spuren, auf denen Peter Kröger wandert. „Der Ochsenmoorbach trägt zum Beispiel Steine mit sich, die hier nicht hingehören“ so Kröger. „Wir haben hier ja mehr die Grauwacke.“ Genauso sei es mit den drei Sorten Sand, die der Bach mit sich führt.

„Irgendetwas passiert da im Moor“, mutmaßt der Sammler. In den Vitrinen und Schränken Peter Kröger leuchtet es in Türkis, in Lila, in Rosa, Grün und Blau. Dort liegt auch ein Stück naturgewachsenes Kupfer, bizarr in seiner Form.

Ein großer Lapislazuli fällt auf, eine seltsam geformte Versteinerung. Die ist aus der Wüste und es sieht aus, als ob ein sehr heißer Stein mit großer Geschwindigkeit in den Sand gerast ist und einen Schweif aus geschmolzenem Sand gebildet hat. Drusen aus Idar-Oberstein findet man bei Peter Kröger.

Die Schränke und Vitrinen für seine Sammlung wurden zum Teil extra angefertigt. Überall findet man Steine, im Haus und auch außen. „Einen Teil davon habe ich selbst mit dem geologischen Hammer losgeschlagen“, ist Kröger stolz. In Australien besuchter der die Opalstadt Coober Pedy und auch da wanderte ein Stein mit einer dünnen Opalschicht in sein Gepäck. „Ich kann nicht alles von meinem mineralogisch- geologischen Gestein ganz genau bestimmen. Es wäre schön, wenn da ein Fachmann mal helfen könnte“, sagt Peter Kröger, der stolz auf seine Stücke ist. „Solang ich lebe, werde ich mich für Steine interessieren und sammeln.“ ▪ mmf

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