Katholische Kirche

Beten gegen die Angst

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Der katholische Geistliche Peter Kroschewski (links) ist relativ neu in der Volmestadt. Rechts im Bild Ulrich Jatzkowski, Vorsitzender des Pfarrgemeinderats.

Meinerzhagen – Der katholische Geistliche Peter Kroschewski ist relativ neu in der Volmestadt. Am 29. März 2020 sollte er offiziell in sein Amt als Seelsorger der Großpfarrei St. Maria Immaculata eingeführt werden.

Eigentlich. Doch daraus wurde nichts. Die Feier fiel aus, wegen Corona. Das Virus verbreitete sich damals mit rasender Geschwindigkeit. Am Tag der geplanten Einführungsfeier meldete das Robert-Koch-Institut 3965 Neuinfektionen.

Verzicht auf Gesang

Mund-/Nasenschutz, Desinfektionsmittel, vorherige Anmeldungen für den Kirchgang, der Verzicht auf gemeinsamen Gesang im Gottesdienst, Abstand zu den übrigen Gemeindegliedern. All das ist immer noch Realität. Zu einem Begleiter in schwierigen Zeiten ist auch die Angst geworden. Vor allem ältere und kranke Menschen sorgen sich vor einer Ansteckung und einem möglicherweise schweren Verlauf von Covid-19.

Kann Kirche Trost spenden?

In Meinerzhagen sind inzwischen bereits fünf Menschen an den Folgen der Virusinfektion gestorben, Dutzende hatten sich infiziert. Kann die Kirche in dieser Situation Trost spenden? Suchen Christen vielleicht gerade jetzt die Nähe zu Gott? Erkennt Pastor Kroschewski gesteigerten Redebedarf in seiner Gemeinde? Dass sich viele Menschen in „schlechten Zeiten“ verstärkt auf ihren Glauben besinnen, das hat der katholische Geistliche in den vergangenen Wochen durchaus festgestellt: „Wir haben unsere Kirchen täglich geöffnet. Und es ist offensichtlich so, dass sehr viele Kerzen entzündet werden und die Menschen in den Kirchen für sich allein beten. Das könnte auch damit zu tun haben, dass dabei das Infektionsrisiko niedrig ist“, erläutert Pastor Kroschewski, der es auch für sehr wichtig hält, den Menschen durch die Kirchen-Öffnung Raum zu geben für ihre Gebete.

Trotz Corona viele Kontakte

„So können viele Trost finden“, ist er überzeugt. Überhaupt bietet die augenblickliche Situation für den Geistlichen auch Positives: „Trotz Corona habe ich sehr viele Kontakte, nicht alle durch persönliche Treffen, viele auch telefonisch. Beispielsweise mit unseren Ehrenamtlichen und auch mit der Gemeinde. Dabei habe ich festgestellt, dass die Sehnsucht nach Normalität groß ist. Aber wir müssen genau abwägen. Die Beibehaltung der Regelungen zum Schutz vor Infektionen müssen befolgt werden – und darauf achte ich auch. Denn da habe ich eine große Verantwortung.“ Außerdem nutzt Peter Kroschewski auch die Zeit, um den bereits eingeleiteten Pfarrentwicklungsprozess voranzubringen.

Ökumene sehr wi

Und auch die Ökumene ist ihm ein wichtiges Anliegen, gerade in Zeiten der Pandemie, wo alle Menschen dieselben Probleme haben, egal ob evangelisch oder katholisch. „Wir sind bei allen Unterschieden doch Weggefährten und gemeinsam unterwegs. Und hier in Meinerzhagen sind alle Beteiligten wirklich guten Willens“, freut sich der Pastor, der sich durchaus vorstellen könnte, die Zusammenarbeit mit der evangelischen Gemeinde auszuweiten: „Beispielsweise was Angebote für jüngere Leute angeht.“ Dass der Glaube Halt und Trost bieten kann, davon ist Pastor Kroschewski überzeugt. Beispielhaft zitiert er Jesus, der gesagt hat: „Ich bin bei euch – alle Tage bis zum Ende der Welt.“ Und er empfiehlt: „Wir müssen uns Gott öffnen und die Zeit, die wir jetzt vielleicht vermehrt haben, nutzen. Beispielsweise für Gott und die Familie.“

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