Moderne Überwachungstechnik installiert

Unerklärliche Vorfälle auf der „Ponyranch“

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Stefanie Hensler-Günzel (Mitte) sorgt mit Hilfe von Christine Maahs und Kevin Raffenberg für die Tiere auf der Ponyfarm in Nordhellen. Mit möglichen Gegnern des Projekts will sie ins Gespräch kommen, um eventuelle Ärgernisse abstellen zu können.

Meinerzhagen - Seit fast sieben Jahren gibt es in Nordhellen ein besonderes Zuhause für Ponys und Kleintiere. Doch jetzt „brodelt“ es. Versucht ein Unbekannter, den Tieren zu schaden und ihren Besitzern damit die Freude an der Anlage zu nehmen?

Unter dem Namen „Die kleine Ponyranch“ betreibt Stefanie Hensler-Günzel mit tatkräftiger Unterstützung von Christine Maahs, Kevin Raffenberg und weiteren engagierten Unterstützern den Gnadenhof für alte oder von ihren Besitzern nicht mehr gewollte Tiere. Zusätzlich bietet sie Reitangebote und Tierbegegnungen für Kinder an.

Trotz der breiten Förderung durch Sach- und Geldspenden hat Stefanie Hensler-Günzel seit einiger Zeit das Gefühl, mit ihrem Projekt nicht bei allen willkommen zu sein. Seit dem 1. Mai, als eine kapitale Häsin bei Nacht und Nebel aus einem fest verschlossenen Stall verschwand, gab es weitere ungewöhnliche Vorfälle auf dem Hof im Zentrum des Dorfes.

Besonders ärgerlich im Fall der verschwundenen Häsin war, dass die vier Jungen im Käfig zurückgelassen wurden und ohne Mutter nicht überleben konnten. Dann liefen in einer Sommernacht plötzlich drei auf einer Koppel weidende Ponys frei herum. „Der Zaun war massiv beschädigt. Es ist unwahrscheinlich, dass das die Pferdchen gemacht haben“, berichtet Stefanie Hensler-Günzel.

Schließlich verschwand der Akku aus dem Weidezaungerät und dem Hofhund wurden präparierte Fleischbällchen hingeworfen, die er zum Glück nicht angerührt hat. Und jüngst fütterte jemand auf dem direkt am Hof liegenden Paddock mehrmals Kohlrabi an die Ponys. Fünf Tiere erlitten Koliken und mussten vom Tierarzt behandelt werden; eines der kleinen Pferde überlebte die Fütterung nicht.

Dieser Vorfall rief neben Christine Maahs und Kevin Raffenberg die Mütter der Kinder auf den Plan, die die Ponys auf dem Hof regelmäßig besuchen. Halterin und Gäste beschlossen, die Vorfälle öffentlich zu machen und gegen das Verhalten möglicher Verursacher zu protestieren.

Die Betreiberin der Anlage vermutet, dass nicht alle Nachbarn von der Tierhaltung begeistert sind. „Wir führen gerade Baumaßnahmen zur besseren Unterbringung der Tiere durch. Das hat einigen Lärm verursacht“, erzählt Stefanie Hansler-Günzel. Auch die Kinder sind an den Besuchstagen manchmal laut. Außerdem riecht der in einem Container gesammelte Pferdemist – davon könnten sich, trotz der ländlichen Lage von Nordhellen, Bürger gestört fühlen.

Die Leute von der Ponyfarm stellen sich gerne jeder Kritik. Ihr Ziel: Sie möchten in Frieden mit den Nachbarn leben. Trotz anderslautender Meinung von Hofgästen schließt die Betreiberin nicht aus, dass die Vorkommnisse teils aus Unwissenheit geschehen sind. „Nicht jeder weiß, dass Kohlrabi für Pferde tödlich sein können“, so Stefanie Hensler-Günzel.

„Hier ist fast immer jemand auf dem Hof. Außerdem bin ich ständig unter Telefon 01 52/53 73 53 11 zu erreichen“, unterbreitet die Inhaberin ein Gesprächsangebot an alle, die ihr etwas mitteilen oder Futterspenden abgeben möchten. Das Team von der Ponyfarm will, dass es den Tieren gut geht. Das funktioniert nur, wenn die Nachbarn hinter dem Projekt stehen.

 „Dafür tue ich alles, was in meinen Kräften steht“, verspricht Stefanie Hensler-Günzel. Nach dem Motto „Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser“ hat sie sich aber vom Rest des Teams davon überzeugen lassen, auf dem Hof eine moderne Überwachungstechnik zu installieren. Auch in der dunkelsten Ecke müssen ungebetene Besucher daher ab sofort mit ihrer Entdeckung rechnen.

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