Edgar Gättner will Bürgermeister in Meinerzhagen werden

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Der 54 Jahre alte Meinerzhagener Edgar Gättner möchte sich um das Amt des Bürgermeisters bewerben.

Meinerzhagen – Die Bürgermeister-Kandidatin der SPD Petra Freudenreich ist für ihn „weniger wichtig“. Der 54 Jahre alte Meinerzhagener Edgar Gättner schätzt eher, dass es bei der Bürgermeister-Wahl in diesem Jahr zu einem Zweikampf zwischen ihm selbst und Amtsinhaber Jan Nesselrath kommen wird.

Gättner bringt sich derzeit über soziale Netzwerke „ins Spiel“, wenn es um den Chefsessel im Rathaus an der Bahnhofstraße geht. Auf Anfrage bestätigte er jetzt aber auch offiziell: „Ja, ich werde mich um das Amt des Meinerzhagener Bürgermeisters bewerben.“ Bisher hat er allerdings die 190 Unterstützer-Unterschriften noch nicht beisammen, die er benötigt, um sich überhaupt zur Wahl stellen zu können.

Ist das sein Ernst? Was steckt hinter manchen Punkten in dem Programm, das Gättner auf seiner Homepage veröffentlicht? Das werden sich Besucher der Seite fragen, deren Adresse bereits das Ziel des Administrators ausdrückt: bm2020.de – bm wie Bürgermeister. Dort findet sich ein Sammelsurium an Themen: Scheinbar weniger Wichtiges wie „Kampf dem Bärenklau“ und Utopisches wie die „Überdachung der Innenstadt“ gesellt sich zu Ernstem wie „Vertreibung aller Judenhasser aus der ganzen Stadt und dem Landstrich sowie Entwicklung einer Gedenklandschaft um den jüdischen Friedhof in Meinerzhagen“. Und auch das ist zu lesen: „Bis zur Beheimatung einer neuen Diskothek in Meinerzhagen und Entmottung des Nahverkehrs werden kostenlose Busverbindungen für alle Auszubildenden, Schüler sowie Jugendliche bis 18 Jahre nach Gummersbach und Lüdenscheid eingerichtet.“ Auch Großprojekte wie eine „weitergehende Neugestaltung des Meinerzhagener Stadthallenumfeldes“ werden nicht ausgelassen. Alle Punkte zu erwähnen, das würde hier den Rahmen sprengen. 

Gättner scheut sich auch vor solchen Thesen nicht: „Seit Jahren verhindert eine Mehrheit im Meinerzhagener Stadtrat vor allem aus SPD und CDU die Verlegung der letzten Stolpersteine zum Gedenken an die Feigheit und Brutalität auch vieler Meinerzhagener im Zweiten Weltkrieg. Das ist eine Schande für Meinerzhagen, weil es Ausdruck eines latenten Judenhasses ist. Damit wird (...) Schluss sein. Der Ratsbeschluss, der die Verlegung der Stolpersteine verhindert, muss aufgehoben werden...“. Und: Meinerzhagen und Kierspe sollten sich zusammenschließen „zur neuen Stadt Meinerzhagen“, auch das rät Gättner. Valbert soll dabei allerdings zunächst außen vor bleiben, heißt es. „Kosten könnten reduziert, Ressourcen effektiver genutzt werden. Nach dem Ende der Ära Emde brauchen die Siedler an der unteren Volme unsere Hilfe.“ Gättner weiter: „Valbert muss beweisen, dass es seine braune Vergangenheit abgelegt hat.“ Das Beenden der „Hinterzimmerpolitik“ und „mehr echte Beteiligung der Bevölkerung“ – auch das ein wesentlicher Bestandteil in Gättners Wahlprogramm.

Hinter den Veröffentlichungen auf der Homepage stecke zu 99 Prozent „zumindest ein bisschen Wahrheit“, sagte Gättner im Gespräch. Man müsse oft halt zwischen den Zeilen lesen, fügt er hinzu. Protestwähler wolle er damit nicht ansprechen. Und auch einer Partei fühle er sich nicht verbunden. „Unabhängig, parteilos, unbestechlich – sachorientiert, pragmatisch, innovativ – streitbar, aufgeschlossen, belehrbar – grundrechtstreu, loyal, solidarisch“, so charakterisiert Gättner sich selbst auf der Homepage. Seine Pläne zu einer Bürgermeister-Kandidatur betreibe er mit großem Ernst. „Momentan fehlen mir in Meinerzhagen die großen Pläne. Das möchte ich ändern“, sagt Gättner.

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