Parkinson-Patienten chatten in Haus Nordhelle

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Petronella Schomaker-Boege (2.v.r.) organisierte das Treffen in Valbert. ▪

VALBERT ▪ Als Petronella Schomaker-Boege kurz vor Weihnachten 2005 erfuhr, dass sie Parkinson habe, war das ein Schock.

„Das hat mich zuerst fast gelähmt“, erzählt die sympathische Valberterin, die in drei Wochen 58 Jahre alt wird. „Mir ging immer nur der eine Gedanke ,Ich habe Parkinson… ich habe Parkinson’ durch den Kopf.” Diesen ohnmächtigen Zustand habe sie aber nicht lange zugelassen. „Ich bin sehr schnell offen mit der Krankheit umgegangen und habe zum Glück etwa ein Jahr nach der Diagnose die Internet-Selbsthilfegruppe PAoL kennengelernt. Hier habe ich Menschen getroffen, die das gleiche Schicksal teilen wie ich. Menschen, die mir zu lieben Freunden wurden.“

Jedes Jahr kommen viele der Mitglieder zu ihrem „Chattertreffen“ zusammen, das immer in einer anderen Stadt stattfindet und den Teilnehmern ein „sattes“ Programm mit viel Sport, Wellness und Fachvorträgen bietet, aber auch ausreichend Zeit für persönliche Gespräche lässt. „Das Hauptmotto der mehrtägigen Treffen ist natürlich das Miteinander“, so Schomaker-Boege. Da das neunte Wochenende dieser Art in der evangelischen Tagungsstätte Haus Nordhelle in Valbert stattfinden sollte, übernahm sie die Organisation.

Zuerst machte sie sich Sorgen, ob sie alles schaffen würde, doch wie sich am vergangenen Wochenende zeigte, hätte es kaum besser laufen können. Einige Tage vor Beginn reiste dann auch Ulrike Tenk aus Borken an, um sie bei ihren Vorbereitungen zu unterstützen. Eigens für die dreitägige Veranstaltung wurde sogar ein Programmheft in modernem Layout mit Infos, Berichten und Fotos zu den Kursen und auch zu Valbert erstellt, dessen Deckblatt ein Panoramafoto von der Listertalsperre zeigt.

„Lachen und weinen“

Wer Haus Nordhelle betrat, sah schließlich überall Menschen, die sich freudig umarmten. Die Begrüßung der rund hundert PAoL-Mitglieder übernahm ihr Vorsitzender, der in England geborene und derzeit in Zürich lebende John Mamczak. Er zeigte sich erfreut „ganz viele bekannte aber auch neue Gesichter zu sehen.”

Auch Joachim Stöver, pädagogischer Leiter in Haus Nordhelle, richtete das Wort an die Gäste und wünschte ihnen „Begegnungen die ernst gemeint sind – Begegnungen, die Lachen und Weinen kennen.”

Gruppe hat 190 Mitglieder

PAoL, das steht für Parkinson online. Die Gruppe hat derzeit rund 190 eingetragene Mitglieder und wurde von Parkinsonkranken für Parkinsonkranke ins Leben gerufen. „Unser ,Vereinsheim’ hat rund um die Uhr geöffnet und jeder mit PC und Internetanschluss kann es betreten, sich informieren, Fragen stellen, diskutieren, streiten, Spaß haben, Kontakte knüpfen und Freundschaften schließen“, erzählt Petronella Schomaker-Boege und ergänzt: „Gerade in den Abend- und Nachtstunden ist unser Chat gut besucht.“ Im Internet ist PAoL unter der Adresse http://www.parkins-on-line.de zu finden. ▪ ps

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