Gefällte Stadthallen-Pappeln fast wertlos

Die gewaltigen Stämme der Stadthallen-Pappeln sind de facto fast wertlos und selbst als Brennholz kaum zu gebrauchen. - Fotos: Beil

Meinerzhagen - Die Pappeln, die weit mehr als ein halbes Jahrhundert das Bild des Stadthallen-Umfeldes geprägt haben, sind seit Dienstag Geschichte. Die imposanten Bäume wurden gefällt, mehr als 100 Raummeter Holz stapelten sich auf dem Platz an der Halle.

Von Jürgen Beil

Nötig wurde diese Maßnahme, weil bald der Umbau des Geländes an der Stadthalle beginnt – bekanntlich handelt es sich dabei um ein Projekt im Rahmen des Förderprogramms „Regionale“.

Wer angesichts der Holz-Massen jetzt allerdings einen warmen Geldsegen für die Stadtkasse erhofft, liegt falsch. „Das Holz dieser Baumart lässt sich schlecht verwerten. Es eignet sich nicht für den Möbelbau, lässt sich nicht einmal als Brennholz vermarkten. Pappelholz brennt wie ein Streichholz, es hat keinen großen Heizwert. Unsere Pappeln werden noch vor Ort geschreddert und zu Hackschnitzeln verarbeitet, die dann normalem Brennholz beigemischt werden. Verbrannt werden können sie so aufbereitet in Heizwerken wie dem in Lieberhausen“, erläutert der städtische Fachbereichsleiter Jürgen Tischbiereck. Die Abwicklung des Auftrages an der Stadthalle hat die heimische Firma Gartenbau Görlitz übernommen.

Damals, bei der Pflanzung der Bäume, habe man offensichtlich Wert auf eine schnell wachsende Baumart gelegt, vermutet Tischbiereck. Andere gute Gründe, sich im Innenstadtbereich für Pappeln zu entscheiden, gibt es eigentlich nicht. Das bestätigen auch Arbeiter der vor Ort mit den Fällarbeiten beschäftigten Unternehmer. Sie haben zudem festgestellt, dass die Pappeln voller Totholz waren. Nicht ungefährlich, denn schon bei starkem Wind drohten Äste oder Teile davon herunterzufallen. „Einige Bäume waren innerlich auch schon verfault. Die waren bereits so ausgehöhlt, dass in den Stamm eine Motorsäge hineinpasste“, berichtet ein Arbeiter vor Ort.

Für die Stadt war Mitarbeiter Valko Gerber mit den Planungen der Fäll-Aktion befasst. Er zog am Dienstag, nach Abschluss der Arbeiten, ein rundum positives Fazit: „Das Holz wurde noch vor Ort mit einer riesigen Maschine gehackt und dann abtransportiert. Für die fertigen Schnitzel haben wir wenigstens noch so viel bekommen, dass damit die Zerkleinerung der Stämme bezahlt werden konnte. Alles lief zügig ab und Schäden sind auch so gut wie keine entstanden. Lediglich ein Verkehrsschild und die Kugel einer Lampe haben die Maßnahme nicht überstanden.“

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