Pampus: Insolvenzantrag gestellt

Pampus Automotive war erst im November 2008 von Attendorn nach Meinerzhagen umgezogen.

MEINERZHAGEN ▪ Die Geschäftsleitung der Pampus Automotive GmbH & Co. KG aus Meinerzhagen hat heute beim Amtsgericht Hagen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens wegen drohender Zahlungsunfähigkeit gestellt.

„Die Geschäftsleitung strebt die Sanierung wesentlicher Teile des Unternehmens über ein Insolvenzplanverfahren an“, erläutert der Sprecher der Geschäftsleitung, Ralph Steeger, die Zielsetzung des Antrags. „Die ersten Schritte zur Neuausrichtung sind bereits eingeleitet, allerdings ist eine Sanierung außerhalb eines Insolvenzverfahrens angesichts der Einbrüche bei Umsatz und Ergebnis derzeit nicht darstellbar.“ Die Zahlungsunfähigkeit drohe durch mangelnde Kapazitätsauslastung insbesondere des Werkes in Unna, da maßgebliche Auftraggeber der Pampus Automotive mit 722 Beschäftigten in Deutschland und Standorten in Meinerzhagen (247 Mitarbeiter), Unna (372 Mitarbeiter), Meerane (87 Mitarbeiter) und Remscheid (16 Mitarbeiter) Abrufe deutlich reduziert hätten.

Problem: Saab-Insolvenz

„Zusätzlich zur Finanz- und Wirtschaftskrise, die gerade die Zulieferindustrie hart getroffen hat, belastet uns die Insolvenz des Automobilherstellers Saab unmittelbar“, so Steeger. „Wir werden mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter gemeinsam daran arbeiten, den Geschäftsbetrieb in vollem Umfang aufrecht zu erhalten.“

Die Geschäftsleitung der Pampus Automotive hat dazu klare Vorstellungen: Zunächst gelte es, über die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter für die Monate April, Mai und Juni 2010 sicher zu stellen. Die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes seien vom vorläufigen Insolvenzanwalt bereits angestoßen worden. Forderungen der Lieferanten für Warenlieferungen ab dem Tage des Insolvenzantrages sollen im Rahmen der vereinbarten Zahlungsziele abgewickelt werden. Die bislang aufgelaufenen Forderungen sollen im Rahmen des Insolvenzplans so vollständig wie möglich bedient werden. Dazu müssten vorläufige Insolvenzverwaltung und Geschäftsführung so bald als möglich die Gespräche aufnehmen.

Sanierung fortsetzen

Als „realistisch“ beurteilt die Geschäftsleitung die Chancen, mittels Insolvenz-planverfahren, die bereits eingeleitete Sanierung des Unternehmens fortzusetzen und den Fortbestand wesentlicher Teile des Unternehmens zu sichern. Im vergangenen Geschäftsjahr erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 76 Millionen Euro.

„Ein ganzes Bündel an Unwägbarkeiten, die wir nicht beeinflussen konnten, hat zur drohenden Zahlungsunfähigkeit geführt“, erläutert Steeger. „Die Geschäftsführung will im Rahmen des Insolvenzverfahrens gemeinsam mit der vorläufigen Insolvenzverwaltung darum kämpfen, möglichst viele Arbeitsplätze und Standtorte zu erhalten und das sanierte Unternehmen in eine gute Zukunft zu führen.

Sämtliche weiteren Unternehmen der Pampus-Gruppe seien durch den Insolvenzantrag nicht betroffen, hieß es gestern. Pampus Automotive entwickelt und produziert Präzisionsbauteile für Automobilhersteller wie Zulieferer. Dazu gehören Kopfstützbügel, Airbag-Lanzen, Sitze, Sitzstrukturen, Sitzkomponenten, Isofix Bügel, Mantelrohre, Federdraht, Fensterscharniere, Bremspedale, Schweiß- und Biegekomponenten. Zum vorläufigen Insolvenzanwalt wurde Dr. Dirk Andres aus Hagen bestellt.

Pampus Automotive war im Rahmen einer Standortverlagerung von Attendorn nach Meinerzhagen erst im November 2008 in die ehemalige Battenfeld-Produktionsstätte in Scherl eingezogen.

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