Joachim Stöver feierlich verabschiedet

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Superintendent Klaus Majoress (rechts) entließ Joachim Stöver auch aus dem kirchlichen Dienst. ▪

VALBERT ▪ „Wir sind hier zu diesem schönen und traurigen Anlass zusammengekommen, um Joachim Stöver, den pädagogischen Leiter der Evangelischen Tagungsstätte Haus Nordhelle, zu verabschieden“, begrüßte Superintendent Klaus Majoress am Sonntag die rund 180 geladenen Gäste in der Halle der Begegnung.

Unter ihnen waren auch die Bundestagsabgeordnete Petra Crone und der stellvertretenden Bürgermeister von Meinerzhagen, Volkmar Rüsche. Er war in Vertretung von Bürgermeister Erhard Pierlings gekommen. Auch Wegbegleiter von Joachim Stöver auf Landes- und Bundesebene sowie Mitarbeiter hatten sich eingefunden.

Es waren ganz viele Menschen, die mit Joachim Stöver zusammen gearbeitet haben und ihm wichtig geworden sind. „Sie alle danken Ihnen für ihre Arbeit, die Sie mit Freude und Lust, aber manchmal auch mit Lasten erfüllt haben“, führte Klaus Majoress weiter aus. In seiner Andacht interpretierte er ein Bild des Malers Friedensreich Hundertwasser, um damit den Weg zu beschreiben, der keineswegs immer gradlinig und eben verlaufen sei. „Es war ein großer Weg mit vielen kleinen Schritten.“ Joachim Stöver habe es verstanden, den Menschen Hoffnung zu geben und Vertrauen zu vermitteln. Mit dem Segen entließ Superintendent Klaus Majoress Joachim Stöver dann aus seiner Tätigkeit als pädagogischer Leiter und auch aus dem kirchlichen Dienst.

In ihrer Rede sprach Antje Rösener vom Evangelischen Erwachsenenbildungswerk Westfalen und Lippe über Bildungsarbeit zwischen Wunsch und Wirklichkeit. „Was bringt mir das?“, fragte sie und ging ausführlich auf den Nutzen von Tagungen und Seminaren ein. Sie führte aus, dass Bildungsarbeit viel Geld kostet und das Vorstände und Leitungsorgane nach dem Nutzen und nach dem Gewinn fragen. Das sei auch nicht verwerflich. Es dürfe aber nicht zum alleinigen Kriterium werden für unser Handeln. Für die Bildungsbereiche sei diese Frage eine große Herausforderung. Bildungsarbeit aber halte unsere Gesellschaft zusammen.

Antje Rösener machte in ihrer beeindruckende Rede deutlich, warum Erwachsenen-Bildungsarbeit so wichtig ist und führte aus, warum die Kirche die Bildungsarbeit brauche. „Der Baum des Glaubens braucht Bildung, um zu wachsen“. Deshalb sei es für die Kirche attraktiv, Orte, Räume und Menschen bereit zu halten, „damit die vielen Pflanzen des Glaubens in aller Freiheit wachsen und reifen können“. Joachim Stöver habe mit Leidenschaft hier in Haus Nordhelle und darüber hinaus den Raum für Bildung bereitet und offen gehalten, so Antje Rösner. „Bildungsangebote gehören nicht an den Rand, sie gehören in die Mitte der Kirche“, betonte auch Klaus Majoress.

In ihrem Grußwort drückte die Bundestagsabgeordnete Petra Crone Joachim Stöver ihre persönliche Wertschätzung aus. Sie lobte sein Organisationstalent, das sie in dem Arbeitskreis „Demografischer Wandel“, in dem sie mitgearbeitet habe, erfahren konnte.

Ein weiteres Grußwort sprach Kai-Uwe Kersten, der kaufmännische Leiter der Tagungsstätte: „Die Einflüsse, die Sie hier eingebracht haben, bleiben erhalten“, versprach er. Und auch Pfarrer Opale von der katholischen Kirchengemeinde Valbert betonte, dass Joachim Stöver in den vergangenen 27 Jahren das Haus positiv geprägt habe. Die Kirchen gingen zwar verschiedene Wege, kämen aber letztlich doch an das gleiche Ziel, so Opale. Auch der Geschäftsführer der evangelischen Erwachsenenbildung, Günter Boden, lobte Stövers Augenmaß und dankte ihm für die gute Zusammenarbeit in den Gremien. Pfarrer Hermann Adam, Gründungsleiter von Haus Nordhelle, führte aus, dass es ein Geschenk sei, dass Gott seine Schritte so gelenkt habe, dass sie Joachim Stöver vor 27 Jahren hierher führten. Er dankte Stöver dafür, dass er ein großes Stück Kirche mitgestaltet habe. Neben weiteren Wegbegleitern und Netzwerkern richtete auch Fritz Schmid Dankesworte an Joachim Stöver, der sechs Jahre lang Vorsitzender von KuK, dem Verein für Kommunikation und Kultur in Kierspe-Meinerzhagen war. Fritz Schmid, der das Amt des 1. Vorsitzenden jetzt bekleidet, betonte, dass Joachim Stöver viel dazu beigetragen habe, dass die Menschen kulturell zusammen gekommen seien.

Für die musikalische Umrahmung des Festaktes sorgten der Kirchenmusiker und Konzertorganist Dmitri Grigoriev (Klavier) und Fritz Schmid (Saxophon).

Bewegende Worte des Dankes kamen auch von den Kolleginnen und Kollegen in dem dann folgenden privaten Teil des Abends. Christin Haidle, pädagogische Mitarbeiterin, und der ehemalige theologische Leiter Arno Lohmann begannen ein launiges Gespräch über die Zusammenarbeit mit Joachim Stöver. Dazu spielte Maik Hester, Musikwissenschaftler und Konzertakkordeonist aus Dortmund, argentinische Tangomelodien.

Bei Käsehäppchen und Rotwein genoss Joachim Stöver den großen Reigen der Darbietungen seiner Kolleginnen und Kollegen sowie Weggefährten und Begleiter. Dabei musste er sich anhören, „was sie ihm immer schon mal sagen wollten“. Am Ende gab es für den scheidenden Pädagogen viele Geschenke und Präsente. ▪ bel

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