Otto Fuchs KG hat unter der Corona-Krise zu leiden

Otto Fuchs KG richtet sich offenbar auf Durststrecke ein

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Meinerzhagens größter Arbeitgeber richtet sich offenbar auf eine lange Durststrecke ein.

Meinerzhagen – Die Otto Fuchs KG, Meinerzhagens größter Arbeitgeber, richtet sich offenbar auf eine lange Durststrecke ein.

Zahlreiche Leiharbeiter wurden bereits freigestellt und Befristungen nicht verlängert. Wie viele Beschäftigte konkret betroffen sind, könne aufgrund laufender Bemühungen um den Erhalt möglichst vieler Stellen nicht gesagt werden, wie es aus dem Unternehmen hieß. Auf Entlassungen der fest angestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wolle man aber möglichst verzichten. Das geht aus einem Schreiben des geschäftsführenden Gesellschafters Dr. Hinrich Mählmann an die Belegschaft hervor, das der Redaktion vorliegt. 

Darin weist Mählmann unter anderem auf die immensen Einbußen hin, die Otto Fuchs allein im April erlitten habe. Der Umsatz sei in diesem Monat um fast 60 Prozent eingebrochen, die Wertschöpfung habe sogar um 70 Prozent unter dem üblichen Wert gelegen. Zwar rechne man im Mai letztlich mit einer leichten Verbesserung, aber die Umsatzeinbußen betrugen auch in diesem Monat 50 Prozent. In den folgenden Monaten sei zwar mit einer sukzessiven Verbesserung zu rechnen, aber das Erreichen des Vorkrisenniveaus sei aufgrund der Marktentwicklungen noch in weiter Ferne, so Mählmann. Und so werde man weiterhin „alle Kostenreduzierungsmöglichkeiten nutzen“, wie es in dem Schreiben an die Belegschaft heißt.

Betriebsbedingte Entlassungen derzeit nicht geplant

 So werde das Instrument der Kurzarbeit „kurz- und mittelfristig weiter in erheblichem Umfang“ eingesetzt, da nur so die Arbeitsplätze der Festbeschäftigten erhalten werden könnten. Denn das betonte der Geschäftsführer ausdrücklich: Betriebsbedingte Entlassungen seien derzeit nicht geplant – „obwohl wir kurz- und mittelfristig für die zu erwartenden Umsätze deutlich zu viel Personal an Bord haben“, wie Hinrich Mählmann betont. Dies müsse durch Reduzierung der individuellen Arbeitszeit kompensiert werden bis der Absatz wieder das Vorkrisenniveau erreicht hat. 

Vor allem Liquiditätsengpässe durch die Coronakrise bei den Airlines seien dafür verantwortlich. Die Unternehmen hätten Investitionen in Flugzeuge zurückgestellt. Mählmann rechnet damit, dass eine Annäherung an das Vorkrisenniveau bis zu drei Jahre dauern könnte – „wenn sich das Infektionsgeschehen nicht wieder verschlechtert“.

"Krise 2008/09 ein laues Lüftchen“

Im Verlauf des Jahres 2020 werde der Umsatz in der Luftfahrtsparte circa 50 Prozent unter dem Planniveau liegen. Und auch die Automobilbranche als zweites wichtiges Standbein des Unternehmens hätte Einbrüche erlebt, „die es so nach dem Zweiten Weltkrieg noch nicht gegeben hat“, so Mählmann. „Dagegen war die Krise 2008/09 ein laues Lüftchen“, betont er. In diesem Bereich rechnet er frühestens Ende 2021 mit einer Entwicklung in Richtung Vorkrisenniveau, wenngleich einige Prognosen noch pessimistischer klängen. 

Um sicher durch diese Krise zu steuern, appelliert Hinrich Mählmann weiterhin an alle Unternehmensbereiche, jegliche Ausgaben auf den Prüfstand zu stellen. Man sei finanziell zwar solide aufgestellt, müsse jedoch die Liquididät des Unternehmens schonen. Vor der Krise beschäftigte die Otto Fuchs KG circa 3000 Mitarbeiter am Standort in Meinerzhagen, einschließlich der Leiharbeiter.

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