Nach wie vor schwelt der Streit bei Valbert-Bahnhof

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Klaus Teschner und Schwiegertochter Sandra gestern beim vom Amtsgericht anberaumten Ortstermin in Valbert-Bahnhof. Um zu einer Lösung im schwelenden Streit um das Wegerecht zu kommen, ist nun der Bau einer Umfahrung im Gespräch. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Der Winter steht vor der Tür. Und in der Ortslage Valbert-Bahnhof war bis Dienstag als Folge eines schwelenden Nachbarschaftsstreit noch nicht geklärt, ob und in welcher Weise die private Erschließungsstraße bei Schnee und Eisglätte für die hier betroffenen Anlieger passierbar gehalten werden kann.

Bei einem vom Amtsgericht Meinerzhagen anberaumten gerichtlichen Ortstermin konnte am gestrigen Tag dann aber eine zunächst befristete einvernehmliche Vergleichslösung unter den Streitparteien erreicht werden.

Amtsrichterin Rheker unternahm vor Ort erneut den Versuch, die weiter hoch schlagenden Wellen der Emotionen einigermaßen in den Griff zu bekommen und zu einer Lösung zu gelangen. Eine Entscheidung in der Sache selbst, in der es zunächst nur um die Frage der finanziellen Ausgestaltung eines Notwegerechtes zur Benutzung der von einem Anwohner auf seinem Grundstück per Schranke und Kette abgesperrten einzigen Erschließungsstraße für drei dahinter liegende Wohngebäude geht, konnte allerdings auch diesmal nicht getroffen werden. Den Parteien wurde eine Erklärungsfrist bis zum 8. Januar 2013 eingeräumt. Immerhin konnte erreicht werden, dass über die vom Grundstückseigentümer bislang ausgehändigten zwei Schlüssel für die Schlösser an den beiden Barrieren hinaus auf Anforderung weitere zur Verfügung gestellt werden können: Beispielsweise für ein mit der Durchführung des Schneeräumdienstes beauftragtes Unternehmen oder auch für den Rettungsdienst.

Rechtlich eindeutig ist derzeit an der ansonsten weiter reichlich verworrenen Situation in Valbert-Bahnhof nur die Tatsache, dass sich ein Teil der Straße im vorderen Bereich ab dem Bahnübergang im Eigentum des Anwohners des Wohnhauses Valbert-Bahnhof Nummer 3, Bruno E., befindet. Ein eingetragenes Wegerecht für die dahinter an der als Sackgasse in einem Waldstück endenden Straße liegenden Gebäude und deren Bewohner gibt es nicht.

Klaus Teschner wohnt bereits seit 1968 am Ende der Straße. Sein Sohn hat hier später ein weiteres Wohngebäude errichtet. Für die Familien Teschner, mit schulpflichtigen Kindern, stellt sich die seit der Ende Juni vorgenommen Sperrung der Durchfahrt durch den dortigen Anwohner eine unbestreitbar schwierige Situation. In gleicher Weise ist auch eine albanische Großfamilie betroffen, die einige Meter weiter unten wohnt. Versorgungsfahrzeuge, wie zum Beispiel die Müllabfuhr, fahren die Wohnhäuser nicht mehr an. Bei einem Gerichtstermin am 4. Juli wurde vereinbart, dass zumindest die beiden Familien Teschner vorerst je einen Schlüssel für die Absperrschlösser erhalten. Eine ungehinderte und weiterhin freie Zufahrt indes gibt es nach wie vor nicht.

Auch die Ratsgremien der Stadt Meinerzhagen haben sich mit dem Problem der ungesicherten verkehrlichen Erschließung in Valbert-Bahnhof bereits mehrfach beschäftigt, ohne dass es hierbei aber zu konkreten Lösungsansätzen kam. Wie Dienstag am Rande des gerichtlichen Ortstermins zu erfahren war, gibt es aber mittlerweile hinter den Kulissen intensive Bemühungen, doch eine für alle Beteiligten am Ende tragbare Regelung zu finden. So ist nun konkret der Bau einer Umfahrung des Grundstücks Valbert-Bahnhof Nr. 3 im Gespräch. Das soll mit möglichst geringem technischen und finanziellen Aufwand realisiert werden. Die Kosten dafür gingen zu Lasten der Familien Teschner, die dazu nunmehr bereit sind, weil es ansonsten wohl bei einem weiterhin für sie unhaltbaren Zustand bleiben dürfte. Seitens der Stadt gibt es Signale, bei der Umsetzung behilflich sein zu wollen, insbesondere bei der Planung. Bruno E. hat sich bereit erklärt, das dafür benötigte Gelände, das er vor Jahren von der Bahn erworben hat, zum gleichen Preis abgeben zu wollen. - Von Horst vom Hofe

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