Digitaler Bürgertreff

Radverkehr: Es fehlt nicht nur an Wegen, sondern auch an Parkplätzen

Radweg Fahrrad
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Wo es Radwege gibt, da werden sie auch genutzt - das wurde beim Online-Bürgertreff der Grünen in Meinerzhagen deutlich.

Ist das Fahrrad alltagstauglich für Meinerzhagen? Welche kritischen Punkte im Radwegenetz der Stadt gibt es? Und welche Lösungen wurden in anderen Städten umgesetzt? Diese und viele weitere Fragen standen im Mittelpunkt des ersten Online-Bürgertreffs, zu dem der Ortsverband der Grünen eingeladen hatte.

Meinerzhagen - Insgesamt hatten sich neben einigen Fachleuten, die zum Thema referierten, etwa 25 Teilnehmer aus Meinerzhagen, Kierspe und Bonn zugeschaltet. Dabei sei vor allem eines deutlich geworden: dass es nicht nur an durchgängigen Radwegen entlang der Kreisstraßen fehlt, sondern auch an Parkmöglichkeiten für Fahrräder.

Welche Maßnahmen zur Stärkung der Rad-Mobilität die Stadt Köln bereits umgesetzt hat, erläuterte Björn Isenberg aus dem Ortsverband Rodenkirchen/Köln und zugleich aktiv im dortigen Arbeitskreis Mobilität. Der künftige Meinerzhagener stellte die Kölner Lösungen vor, mit denen das Radeln sicherer gemacht wurde: Dazu zählten unter anderem der durchgängige Radweg am Kölner Ring, der aufgrund von Bürgerbegehren umgesetzt wurde, oder die durch besondere Kennzeichnung nutzbaren Einbahnstraßen, in denen die Radfahrer in beide Richtungen fahren dürfen.

Zudem seien im Universitätsbereich Straßen für die Autos gesperrt und zu reinen Fahrradstraßen gemacht geworden. Abstellmöglichkeiten für die Zweiräder fänden sich an vielen Punkten in der Stadt, wobei darauf geachtet worden sei, dass die Räder „klausicher“ festgemacht werden können.

Fahrradlicht mit 50 Metern Leuchtweite

Die neuesten Trends im Bereich der Fahrradlichttechnik führte der Geschäftsführer der heimischen Firma Busch & Müller, Guido Müller, vor. Beeindruckt zeigten sich die Zuschauer dabei von einem Fernlicht mit 50 Metern Leuchtweite und das sich beim Abbiegen zuschaltende Kurvenlicht. Mit ein wenig Statistik zum Thema Fahrrad-Verkäufe schloss Müller seinen Vortrag ab. Erstaunlich war für die Anwesenden dabei, wie sich die Verkaufsanteile der einzelnen Modellgruppen verteilen. Bei jährlich fünf Millionen verkauften Fahrrädern liege der Anteil der Mountainbikes gerade einmal bei drei Prozent. Dagegen hätten die E-Bikes mittlerweile einen Anteil von fast 40 Prozent. „Aufgrund der aktuellen Lage muss man teilweise mit Lieferzeiten von mehreren Monaten rechnen“ erklärte Experte Guido Müller, der selbst Mitarbeiter suche, um den Boom abzufedern.

„Stadtradeln“ vom 18. August bis 7. September

Die Aktion „Stadtradeln“, die vom 18. August bis 7. September im Märkischen Kreis stattfinden soll, erläuterte Vorstandsmitglied Paolino Barone: „Hierbei geht es darum, möglichst viele Alltagswege mit dem Rad zurückzulegen. Kritische Punkte im Radwegenetz der Stadt Meinerzhagen sollen dabei gefunden werden!“ Dies könne durch ein offenes Team, in dem jeder mitmachen kann, oder durch ein Team aus Kommunalpolitkern geschehen. Wichtig dabei sei, die Lenkerperspektive einzunehmen, also selbst zu fahren, um Folgen der Entscheidungen aus Radfahrersicht selbst zu erleben. Die Erfahrungen sollen dann im Internet (www.radar-online.de) gesammelt und in einem Radwege-Netzplan berücksichtigt und ausgewertet werden.

Bei der anschließenden Diskussion und dem Erfahrungsaustausch mit den Gästen und Bürgern wurden bereits einige Problempunkte für das Fahrradfahren in Meinerzhagen zusammengetragen:

- Teilweise komplett fehlende Parkmöglichkeiten an den Einkaufszentren mit zumeist ungeeigneten Fahrradständern, an denen die Räder nicht sicher abgestellt werden können, und...

- fehlende Radwegestücke an den Kreisstraßen, speziell von Meinerzhagen nach Valbert (ab Autobahnbrücke), nach Marienheide (Flughafen) und nach Kierspe (Volmetal).

Martin Isbruch vom ADFC im Märkischen Kreis merkte dazu an, dass abgeteilte Fahrradstreifen auf der Fahrbahndecke mittlerweile als sehr kritisch angesehen werden und stattdessen separate Radwege angelegte werden sollten. Auf die Anmerkung eines Teilnehmers, dass in Meinerzhagen ja nicht wirklich viele Radfahrer unterwegs seien, konnte Isbruch jedoch mit Fakten antworten: Wo durchgängige Radwege vorhanden seien, würden diese auch genutzt.

Doch eben dafür sei es dringend erforderlich, ein Fahrradwegenetzkonzept zu erstellen, um die wichtigen Alltagswege (Wohnort-Schule-Arbeit) herauszufiltern und in baulichen Maßnahmen umzusetzen.

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