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Bekannte Schandflecke: Kreis sind Hände gebunden 

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Von: Jürgen Beil

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Wer beseitigt endlich den Müll an Onkel Toms Hütte neben der L539 und wann geschieht das? Ungeklärte Fragen...
Wer beseitigt endlich den Müll an Onkel Toms Hütte neben der L539 und wann geschieht das? Ungeklärte Fragen... © Simone Benninghaus

Geduld ist offensichtlich gefragt, wenn es um zwei Schandflecke auf dem Stadtgebiet geht.

Meinerzhagen – Sowohl die Müllhalde auf dem Parkplatz neben Onkel Toms Hütte an der Landstraße 539, als auch die Baracke des ehemaligen „Suzie Wong“ an der Landstraße 709, könnten den Meinerzhagenern noch eine ganze Zeit erhalten bleiben. Der Grund: Eine Gefahr gehe derzeit weder vom Unrat noch von der Ex-Suzie-Wong-Immobilie aus, teilte der Märkische Kreis auf MZ-Anfrage mit.

Suche nach dem Eigentümer

Was „Onkel Toms Müllberg“ angeht, gestaltet sich laut Märkischem Kreis die Suche nach dem Eigentümer der Immobilie und damit auch des Mülls gerade sehr schwierig. „Die Untere Abfallwirtschaftsbehörde klärt augenblicklich noch die Eigentumslage. Erst danach können weitere Schritte unternommen werden“, erläutert Kreis-Pressesprecherin Ursula Erkens den aktuellen Stand der Dinge.

Der Märkische Kreis ist Herr des Verfahrens, allerdings ist auch die Stadt Meinerzhagen beteiligt. Wie Thomas Dröscher, Leiter des städtischen Fachdienstes Ordnung erläuterte, sieht sich der Außendienst regelmäßig an Onkel Toms Hütte um und macht sich dabei ein Bild von der Zusammensetzung des Müllberges. Dröscher: „Wir kontrollieren dort und dokumentieren auch den Zustand. Wie es momentan aussieht, geht von dem Müll keine Gefahr aus.“ Die jeweilige Bestandsaufnahme wird dann an den Märkischen Kreis weitergeleitet.

Zugänge geschlossen

Und das ehemalige „Suzie Wong“ direkt an der L709? „Sachstand bei der Baubehörde ist, dass der einsturzgefährdete Bereich des Gebäudes Anfang März 2022 entfernt worden ist. Die Zugänge zu dem noch stehenden Gebäudeteil wurden verschlossen. Die Straße konnte wieder freigegeben werden.“ Das teilte Ursula Erkens vom Märkischen Kreis zu dieser „Baustelle“ mit.

Das Haus wurde im Jahr 1907 erbaut – zunächst als ein Bauernhaus mit Stallungen. Später dann war es eine beliebte Gaststätte mit Tanzboden. Auch eine Poststelle war zeitweise dort untergebracht. Danach hatte das Gebäude einen eher zweifelhaften Ruf, als das Rotlichtmilieu dort das „Suzie Wong“ betrieb.

Keine Visitenkarte

In den Folgejahren gab es auch Pläne, das alte Gebäude „behutsam“ zu renovieren. Daraus wurde aber nichts, so dass das Haus direkt an der Landstraße mehr und mehr verfiel. Zusammen mit dem Müll, der dort herumliegt, keine Visitenkarten für das Tal. Zuletzt hatte sich wie bereits berichtet der vordere Giebel eines Gebäudeteils drohend in Richtung Landesstraße geneigt. Die Gefahrenstelle wurde zunächst vorsichtshalber mit einer Baustellen-Ampel und der Sperrung einer Fahrbahnseite gesichert – eine Maßnahme, die mit der Beseitigung des einsturzgefährdeten Bereiches jetzt aufgehoben werden konnte.

„Geplant ist, dass sich eine Statikerin das Gebäude anschaut“, hatte Ursula Erkens gegenüber der MZ angekündigt. Je nach dem, wie das Ergebnis dieser Untersuchung ausfalle, werde dann besprochen, wie es weitergehen soll. In jedem Fall werde der Besitzer der Immobilie zeitnah informiert. Er sei letztlich verantwortlich für das Gebäude und die Sicherung, heißt es.

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