„Wer sich für Sport interessiert, muss dabei gewesen sein“

Die Reisegruppe aus der Volmestadt Meinerzhagen besuchte unter anderem die Sommerspielen in Barcelona.

MEINERZHAGEN - Am Freitagabend wurden die Olympischen Sommerspiele 2012 mit einer spektakulären Feier eröffnet, einige Wettkämpfe sind bereits gelaufen und Deutschland wartet noch immer auf die erste Goldmedaille. Auch Gerhild Wieland verfolgt gespannt die Olympia in London.

Die Meinerzhagenerin besuchte in der Vergangenheit selbst dreimal die Olympischen Sommerspiele. Auch viele Jahre später ist ihre Begeisterung noch deutlich zu spüren. „Live dabei zu sein ist etwas ganz Besonderes!“

Ihre Liebe zum Sport brachte Gerhild Wieland schon rund um die Welt. Sie besuchte die Olympischen Sommerspiele in Moskau (1980), Los Angeles (1984) und Barcelona (1992). Ihr inzwischens verstorbener Ehemann war auch in München (1972) und Montreal (1976) mit dabei. Er hatte seinerzeit in seiner Eigenschaft als Geschäftsführer des Westdeutschen Skiverbandes jeweils diese und auch weitere Sportreisen organisiert.

„Natürlich steht die sportliche Begeisterung im Vordergrund,“ erzählt Gerhild Wieland der MZ, „doch auch Menschen fremder Kulturen kennenzulernen ist sehr spannend!“ Besonders faszinierend sei es, die Sportler auch mal live zu sehen und ihre Freude, Entäuschung und Nervosität hautnah mitzuerleben. „Die Stimmung, die im Stadion herrscht, kann eine Kamera garnicht einfangen.“, ist sich Gerhild Wieland sicher. „Durch das gemeinsame Anfeuern ensteht ein Gefühl des Zusammenhalts. Das Publikum trägt die Sportler.“

Die Eröffnungsfeier in Los Angeles hält Gerhild Wieland in ganz besonderer Erinnerung. „Das war echtes Hollywood!“

Von einem Treffen mit der zweifachen Olympiasiegerin Ulrike Meyfarth kann Gerhild Wieland ebenfalls berichten. Bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Sevilla begegnete sie der Hochspringerin, die ihr T-Shirt signierte und es sogar mit einer Zeichnung verschönerte.

Doch natürlich gibt es auch weniger positive Erinnerungen an die Olympia. Von demBoykott gegen die Olympischen Spiele in Moskau, den 64 Länder als Protest gegen den Einzug sowjetischer Truppen in Afghanistan durchführten, hätte man sehr viel mitbekommen. „Von den 80 Personen, die sich unserer Reisegruppe anschließen wollten, sind letztendlich nur 40 mitgefahren.“

Auch von dem Terroranschlag in München, bei dem 17 Menschen ums Leben kamen, kann sie einiges erzählen. „Klaus Roßbacher, der ebenfalls Mitglied der Reisegruppe war, und mein Mann haben den Terroranschlag bei den Olympischen Spielen miterlebt. Die Stimmung, die zu Beginn der Spiele fröhlich und unbeschwert war, änderte sich schlagartig. Alle waren sehr bedrückt.“

Trotzdem sei es gut gewesen, dass die Spiele weitergeführt wurden.

Die gemeinsamen Erlebnisse verbinden über Jahre hinweg. „Vor allem in letzter Zeit rufen mich oft Freunde von früher an und wir erinnern uns gemeinsam an die Besuche bei den Olympischen Spielen.“

Bei den Sommerspielen 2012 in London wäre Gerhild Wieland auch wieder gerne mit dabei gewesen, doch leider werden die Preise für Eintrittskarten, Hotel und Flug immer teurer. Auf die Frage, ob sie die Spiele denn im Fernseher mitverfolgt, antwortet der Leichtathletik-Fan: „Ohne Ende, Tag und Nacht!“ - jh

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