Das olympische Feuer lodert noch immer

Nicole Eckermann vor dem olympischen Feuer im australischen Sidney.

MEINERZHAGEN ▪ Die gebürtige Meinerzhagenerin Nicole Eckermann lebt und arbeitet in Australien.

2000 wurden auch für sie die Olympischen Sommerspiele von Sidney zum unvergesslichen Erlebnis. Die Volmestädterin war ganz nah dabei – als Mitglied des großen Teams freiwilliger Helfer bei der Organisation der Großveranstaltung. Zur Erinnerungsfeier zum 10. Jahrestag in dieser Woche war Nicole Eckermann wieder dabei. Per E-Mail schildert sie für die MZ-Leserschaft ihre Eindrücke:

„10 Jahre ‘danach’ und immer noch erzeugt die olympische Fanfare Schmetterlinge im Bauch. So erging es am Mittwoch auf jeden Fall den meisten der zahlreichen Besucher der Feierlichkeiten zum 10-jährigen Olympiajubiläum in Sydney. Nach einem anfänglich nasskalten Start hatte sich der Tag standesgemäß in einen sonnigen Frühlingsnachmittag verwandelt und gute Laune erzeugt. Die Stadt hatte alle ehemaligen Volunteers – die rund 4700 freiwilligen Helfer, die dem Spektakel 2000 die besonders fröhliche Note verliehen hatten – in den Olympiapark eingeladen. Eine Führung durchs mittlerweile umgebaute Stadion, freie Nutzung aller öffentlichen Verkehrsmittel und ein typisch australisches Barbecue – viele Erinnerungen an die fantastischen zwei Wochen im September 2000 kehrten zurück. Die meisten Volunteers hatten noch einmal die bunten Uniformen aus dem Schrank hervorgeholt und das Meer von blau-grün-gelb-rot gemixten Jacken und Hemden ließ mich tatsächlich kurz vergessen, dass Sydney 2000 leider längst Geschichte ist.

Bekannte Sportler stellten sich für Interviews bereit, Fernsehcrews übertrugen die Feierlichkeiten quer über den Kontinent. Beeindruckende tänzerische und musikalische Einlagen, Referenzen zu den Aboriginal-Stämmen der Gegend, Reden und Anekdoten, versetzten die Besucher in eine festliche Stimmung und man konnte spätestens bei der Nationalhymne eine riesige Portion Stolz in der Luft spüren.

Alles arbeitete auf den Höhepunkt des Abends hin – die Entzündung des Feuerkessels, der mittlerweile unter Denkmalschutz steht und als beeindruckendes Wasserskulptur eine Grünanlage neben dem Stadion ziert. Kinder, eingerahmt von selbst gebastelten Laternen, trugen eine symbolische Olympische Fackel auf die Bühne. Cathy Freeman, die bereits 2000 die Ehre hatte und kurze Zeit später die ganze Nation mit ihrem überragenden Goldmedaillengewinn im 400 m Lauf in Freudentaumel stürzte, sowie die Ausnahmesportlerin der Paralympics, Louise Sauvage, übernahmen das Feuer. Unter riesigem Jubel der Zuschauer entzündeten beide – nachdem eine kleine technische Panne aus dem Weg geräumt war (wie bereits 2000) – feierlich den Kessel. Auch diesmal durfte das Element Wasser nicht fehlen und Kaskaden von in gelbes Licht getauchtem Wasser strömten von den Seiten der Skulptur. Musikalische Untermalung mit Songs der Eröffnungszeremonie erinnerten an die Euphorie und Emotionen, die 2000 zu spüren waren. Nicht nur bei Cathy Freeman konnte man die ein oder andere Träne im Auge entdecken.

Für mich waren diese Feierlichkeiten eine tolle Erinnerung an aufregenden, beeindruckenden und einmaligen Olympiawochen. Der ein oder andere erinnert sich vielleicht noch an meine Berichte in der MZ. Es war ein um so schöneres Erlebnis, da meine lieben Meinerzhagener Freunde, Rita und Ingo Langer, am Mittwoch Abend mit von der Partie waren und auch bei ihnen, so hoffe ich, ein kleiner australischer Olympiafunke übergesprungen ist.

Und während die aktiven und ehemaligen Olympioniken bereits bei einem Gala Dinner noch einmal auf ‘the best Olympic Games ever’ anstießen, strahlte und knallte immer noch ein Feuerwerk über den Köpfen der fröhlichen Volunteers und Besucher im Cathy Freeman Park. Der Hoffnung des erfolgreichen Schwimmers Ian Thorpe wollten sich viele gern anschließen: falls London wirklich tolle Olympische Spiele hinlegen möchte, sollten sie diese doch bitte an Sydney outsourcen – wir kümmern uns gern darum! Ich werde meine Uniform einfach mal griffbereit halten; man weiß ja nie…. Herzliche Grüße aus Down Under!“

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