31. Oktober: Gottesdienst oder Gruselnacht?

+

Meinerzhagen- Reformationstag oder Halloween? Grusel-Nacht oder Gottesdienst? Diese Fragen stellen sich auch in diesem Jahr am Mittwoch, 31. Oktober, wieder. Verdrängt Klamauk die Kirche? „Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten“, findet der Valberter Pastor Peter Winterhoff.

Der evangelische Geistliche jedenfalls kann mit Halloween nicht wirklich viel anfangen: „Halloween-Partys gibt es. Und ich vermute, manch einer trägt da ein entsprechendes Outfit. Wem es gefällt, der mag ja so rumlaufen. Aber was mir nicht gefällt am ganzen Halloween-Spektakel: wenn der Spaß keine Grenzen kennt und zur Sachbeschädigung wird, wenn mit Ängsten gespielt wird, als wenn es nicht schon genug Sorgen und Ängste gäbe, wenn vorchristliches Brauchtum unkritisch und schamlos vermarktet wird.“ 

„Am Vorabend zu Allerheiligen soll Martin Luther seine 95 Thesen an die Türen der Wittenberger Schlosskirche angeschlagen haben, so die Legende. Dieses Datum des berühmt gewordenen Thesenanschlags, den 31. Oktober, begehen Protestanten als Reformationstag“, erläutert die Evangelische Kirche Deutschland (EKD). 

Doch für die meisten Menschen gehe es an diesem Tag nicht um Glaubensfragen. „Man will seinen Spaß haben“, stellt Winterhoff fest. Er zitiert in diesem Zusammenhang den ehemaligen Bischof Wolfgang Huber, den einstigen Ratsvorsitzenden der EKD: „Eine Zeit, die auf der einen Seite die Hexenverfolgungen früherer Zeiten zu Recht brandmarkt, auf der anderen Seite aber den Hexentrip an Halloween für das Nonplusultra hält, muss sich schon auf die Stimmigkeit ihrer Maßstäbe befragen lassen.“ 

Dass der Hype um Halloween nicht aufzuhalten ist, weiß Peter Winterhoff dabei genau. „Das führt längst kein Schattendasein mehr. Es drängt die anderen Feste mehr und mehr in den Hintergrund. Ach ja: die anderen Feste: Reformation und Allerheiligen.“ Für alle, die nicht „die Lust am Leichentuch, sondern die Lust am Leben“ suchen, hat er einen Rat: „Die Christen versammeln sich im Namen Gottes, der das Leben liebt, der zur Freiheit befähigt und der Freude schenkt. Und sie kommen jeden Sonntag zusammen, um diesen Gott zu feiern. Und da mache ich gerne mit.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare