Offenlegung der Volme: „Zahlenspiele“ im Rathaus

Das „blaue Band“ auf dieser Planskizze zeigt die offengelegte Volme im Bereich Stadthalle.

MEINERZHAGEN -   Um die Volme im Rahmen des geplanten Umbaus des Stadthallen-Umfeldes aus ihrer Verrohrung zu befreien, soll eine Menge Geld investiert werden. 1 332 000 Euro kostet diese Maßnahme – allerdings bleibt die Stadt Meinerzhagen nicht auf den kompletten Kosten sitzen, denn es gibt hohe Zuschüsse für dieses Projekt.

Von Jürgen Beil

Ursprünglich gingen die städtischen Bau-Experten von einem Fördersatz von 80 Prozent aus, doch jetzt traf eine gute Nachricht im Rathaus ein: „90 Prozent dieser Maßnahme werden gefördert, das wurde uns jetzt mitgeteilt“, gab Fachbereichsleiter Jürgen Tischbiereck in der jüngsten Sitzung des Bau- und Vergabeausschusses bekannt. Begründet wurde diese Anhebung von der Bezirksregierung mit einem „erheblichen Landesinteresse“, das die Offenlegung der Volme in diesem Bereich habe.

Die Sache hat jedoch einen Haken: 221 000 Euro wurden von der Gesamtsumme abgerechnet, sie seien nicht förderfähig, wurde der Stadt mitgeteilt. Betroffen ist unter anderem der Rad/Gehweg und die Beleuchtung. Bleibt unter dem Strich eine Summe von rund 1 111 000 Euro übrig, die mit 90 Prozent bezuschusst wird. Bei einem Satz von 90 Prozent müsste die Stadt noch etwa 111 000 Euro aufbringen. Ob die 221 000 Euro, für die es gar keine Zuschüsse gibt, eventuell in einem anderen Förderprogramm „untergebracht“ werden können, das wird die Stadt nun prüfen.

Abgerufen werden muss der Zuschuss zu einem großen Teil noch in diesem Jahr. Und hier gibt es ein Problem: Durch den Ratsbürgerentscheid zu dem gesamten Projekt Stadthallen-Umfeld wird sich der Baubeginn – ein positives Bürgervotum vorausgesetzt – verzögern. Die Zuschüsse müssen aber innerhalb einer bestimmten Frist verbaut werden. Schon jetzt scheint absehbar, dass das nicht gelingen kann. Nach Ablauf der Frist von einem halben Jahr bis zur Abrechnung wird dann ein Zins an den Zuschussgeber fällig. Der liegt bei 5,25 Prozent. „Sollte alles gegen uns laufen, könnten etwa 25 000 Euro auf die Stadt zukommen“, erklärte Jürgen Tischbiereck in der Sitzung.

Nach jetzigem Stand werden die Detailplanungen frühestens Anfang Januar 2014 beginnen. Mit einem Baubeginn ist nicht vor April nächsten Jahres zu rechnen. Ob das ehrgeizige Projekt überhaupt umgesetzt werden kann, hängt aber einzig und allein vom Ausgang des Ratsbürgerentscheides am 8. Dezember ab.

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